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Förderung blütenbesuchender Insekten durch Diversifizierung im Grünbrachemanagement (Verbundvorhaben)

Weiher, Nina; Syrovy, Chantal; Henninger, Sophie; Lauterwasser, Paula; Urbatzka, Peer and Döring, Thomas (2026) Förderung blütenbesuchender Insekten durch Diversifizierung im Grünbrachemanagement (Verbundvorhaben). [Supporting flower visiting insects by diversification in organic leys.] 1. Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, D-Bonn 2. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, D-Freising .

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PDF - German/Deutsch (Gesamtabschlussbericht)
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Summary

Das hier beschriebene Verbundvorhaben umfasst folgende Teilprojekte: FKZ 19OE103 und FKZ 19OE157
Ziel des Vorhabens war es, Produktionssysteme im ökologischen Landbau zu entwickeln, die sowohl eine substanzielle Förderung von Bienen und anderen Bestäubern erreichen als auch ökonomisch und agronomisch nachhaltig und für die Praxis attraktiv sind. Die Kleegrasphase in ökologischen Fruchtfolgen bietet eine Möglichkeit, das Blütenangebot durch angepasstes Management zu erhöhen. Hier wurde untersucht, wie zwei Ansätze im Grünbrachenmanagement kombiniert werden können, um das Ressourcenangebot für Blütenbesuchende Insekten substantiell zu steigern. Der erste dieser Ansätze bestand in einer Diversifizierung, d.h. mehr Pflanzenarten wurden verwendet, um u.a. über die Vegetationsperiode das Blühangebot zu verlängern, und dabei auch verschiedene Arten an Insekten zu fördern, die auf unterschiedliche Pflanzenarten(gruppen) spezialisiert sind. Anhand der untersuchten Parameter eignete sich vor allem der Inkarnatklee als Mischungspartner im Kleegras. Der Inkarnatklee ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch tragfähig und sorgt vor allem im Frühjahr für eine signifikante Steigerung des Bestäuber Vorkommens. Später in der Vegetationsperiode waren vor allem der Rot- und Weißklee beliebte Arten für diverse Bestäuber. Die in FINDIG ausgewählten Kräuterarten konnten sich aufgrund ihrer
geringen Konkurrenzkraft kaum etablieren und waren außerdem durch hohe Saatgutkosten gekennzeichnet. Lediglich die Kornblume war zahlreich auf einigen Standorten im Frühjahr
vertreten, doch auch die Kornblume zeichnet sich durch höhere Saatgutkosten aus. Bei der Ertragsauswertung der Nachfrucht Weizen gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den vielfältigeren Mischungen und der weniger artenreichen Kontrolle. Der zweite Ansatz war eine Extensivierung durch Kombination aus geringerer Nutzungsfrequenz und einer Verschiebung des Nutzungszeitpunktes, mit dem Ziel, unter Minimierung agronomischer Zielkonflikte den Blühaspekt zu fördern. Diese Art des Managements ist v.a. für vieharme oder viehlose ökologisch wirtschaftende Betriebe interessant, die eine Grünbrachephase in der Fruchtfolge haben. Deren hohe Flexibilität hinsichtlich Nutzungszeitpunkt wird jedoch gegenwärtig nicht ausgeschöpft. Eine Reduktion der Nutzungshäufigkeit von drei auf zwei Nutzungen führte nur in der Leguminosen- und Kräutermischung der Nutzungsvariante Cut+Carry zu vergleichbaren Kleegraserträgen. Bezüglich der Weizenerträge waren in Cut+Carry allerdings die niedrigsten Werte zu verzeichnen, zurückzuführen auf den geringeren Vorfruchtwert durch die Abfuhr des Mulchmaterials. Bei Cut+Carry besteht allerdings auch die Möglichkeit eines zusätzlichen Erlöses durch den Verkauf der Biomasse, beispielsweise für die Nutzung in einer Biogasanlage. Gegenstand dieses Projektes war es, die potenziellen Zielkonflikte zu untersuchen und durch Vorschläge zu Formen des Grünbrachenmanagements aufzulösen. Durch die Identifikation von geeigneten Arten (insbesondere Inkarnatklee) in diversifizierten Kleegrasmischungen und die Benennung von geeigneten Nutzungsregimen gelang es in FINDIG neue, nachhaltige und praxistaugliche Bewirtschaftungsformen zur Förderung und zum Schutz von Bestäubern zu entwickeln, die dabei die Stärken und Potenziale, die der ökologische Landbau bereits bietet, weiter auszubauen.


Summary translation

The aim of this project was to develop organic production systems which substantially support bees and other pollinators and are also economically and agronomically sustainable and attractive for practitioners. The grass-clover phase in organic rotation offers the possibility of increasing flower resources by adapting management. Here we investigated how two approaches of ley management can be combined to increase resource supply for flower visiting insects. The first approach consisted of diversification, i.e. more crop plant species are grown to extend flower period and to support differently specialized insect species. Based on the parameters examined, crimson clover proved to be the most suitable species for inclusion in clover-grass mixtures. Crimson clover is both economically and ecologically viable and leads to a significant increase in pollinator numbers, particularly in spring. Later in the growing season, red clover and white clover were the most popular species amongst various pollinators. The herb species selected in FINDIG were unable to establish themselves due to their low competitive ability and were also characterised by high seed costs. Only the cornflower was found in abundance at a few sites in the spring, but the cornflower is also characterised by higher seed costs. In the yield analysis of the subsequent crop, wheat, there was no significant difference between the more diverse mixtures and the less species-rich control. The second approach involved extensification through a combination of reduced utilisation frequency and a shift in the timing of utilisation, with the aim of promoting flowering whilst minimising agronomic trade-offs. This type of management is of particular interest to organically managed farms with few or no livestock that include a period of grass fallow in their crop rotation. However, the lowest wheat yields were recorded in the Cut+Carry system, attributable to the reduced value of the preceding crop due to the removal of the mulch material. With the ‘Cut+Carry’ system, however, there is also the potential for additional revenue through the sale of biomass, for example for use in a biogas plant. The aim of this project was to investigate potential conflicts of interest and to resolve them by proposing methods of green fallow management. By identifying suitable species (in particular crimson clover) in diversified clover-grass mixtures and defining appropriate management regimes, the FINDIG project succeeded in developing new, sustainable and practical management approaches to promote and protect pollinators, whilst further building on the strengths and potential already offered by organic farming.

EPrint Type:Report
Keywords:BÖL BOEL, FKZ 19OE103, FKZ 19OE157, Klee, clover , Ökologischer Landbau, organic farming, Agrobiodiversität, agricultural biodiversity, Klimaanpassung, climate change adaptation, Ackerbau, crop production, Tierschutz, Tierwohl, animal welfare, Gräser, grasses, sonstige Tierarten, other animal species , Grünland, grassland
Agrovoc keywords:
Language
Value
URI
German - Deutsch
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
Subjects:"Organics" in general
Research affiliation: Germany > Federal Organic Farming Scheme - BOEL
Germany > Federal Agency for Agriculture and Food - BLE
Germany > University of Bonn
Germany > Other organizations Germany
Related Links:https://www.bundesprogramm.de/
Deposited By: Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
ID Code:58105
Deposited On:17 Sep 2026 06:06
Last Modified:17 Sep 2026 06:06
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Submitted for peer-review but not yet accepted

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