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Einfluss der Tränkemenge auf das Verhalten von Aufzuchtkälbern

Preußer, Johanna (2020) Einfluss der Tränkemenge auf das Verhalten von Aufzuchtkälbern. Bachelorarbeit thesis, Universität Kassel, FB 11, Fachgebiet Nutztierethologie und Tierhaltung . Bachelorarbeit. . [Completed]

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Summary

Ziel dieser Arbeit war es, herauszufinden welchen Effekt ein erhöhte Tränkemenge in praxisüblichen Eimertränkeverfahren, unter den Bedingungen der ökologischen Landwirtschaft, auf das Verhalten von Aufzuchtkälbern hat. Auf drei Versuchsbetrieben wurden je 10 bis 15 Kälber auf die beiden Versuchsgruppen Kontrolle (KON) und MilchPlus(MP)aufgeteilt. Die ersten zwei Lebenswochen wurden alle Kälber in Einzelhaltung gleich getränkt (5-7 l/d). Mit Beginn der Gruppenhaltung zur dritten Lebenswoche erhielten die MP-Kälber eine erhöhte Tränkemenge (10 l/d) während die KON-Kälber weiter restriktiv getränkt wurden (6-7l/d). Diese Tränkemengen wurden bis zum Beginn des schrittweisen Absetzens von der 11. bis zur 13. Lebenswoche, beibehalten. Die Kälber wurden zweimal am Tag getränkt. Das Verhalten der Kälber wurde über Video- und Tonaufzeichnungen zu vier Zeitpunkten ausgewertet, drei Zeitpunkte während der Tränkephase und an einem Zeitpunkt nach dem Absetzen. Pro Beobachtungstag wurde das Kälberverhalten kontinuierlich, in fünf Minutenintervallen im 15-Minuten-Takt, von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends ausgewertet. Bei den erfassten Verhaltensweisen handelte es sich um die Fressdauer (Festfutter) und die Anzahl des Manipulierens von Kälbern (ManCal), des Manipulierens von Objekten (ManObj) und des Vokalisierens. Es wurde mit nicht-parametrischen univariablen Tests überprüft, ob sich die Dauer bzw. die Anzahl der gezeigten Verhaltensweisen zwischen den Gruppen statistisch unterschieden und ob ein Zusammenhang zwischen aufgenommener Gesamtmilchmenge und den Verhaltensweisen bestand. Die Auswertungen wurden für jeden Betrieb separat durchgeführt.
Für die Fresszeiten konnte nur für Betrieb 1 und 3 ein Einfluss der Tränkemenge nachgewiesen werden: während des Abtränkens hatten die KON-Kälber höhere Fresszeiten, vermutlich da sie aufgrund der restriktiven Tränke bereits vor dem Absetzen mehr Hunger verspürten als die MP-Kälber und deswegen früher ihre Futteraufnahme erhöhten. Der Unterschied in den Fresszeiten war vor allem den erhöhten TMR- und Kraftfutter-Fresszeiten der KON-Kälber geschuldet. Vermutlich bevorzugten sie das energiereichere Futter, um ihr Energiedefizit zu decken. Die Festfutter-Fresszeiten unterschieden sich statistisch nicht zwischen den Versuchsgruppen was darauf hindeutet, dass die Motivation Raufutter zu fressen weitestgehend unabhängig von der Tränkemenge ist. Für ManCal konnte kein Unterschied zwischen den Versuchsgruppen festgestellt werden. Mögliche Unterschiede, im Zeigen von abnormalen oralen Verhalten wurden eventuell durch das häufige gegenseitige Belecken maskiert, welches nicht getrennt erfasst wurde. Für ManObj war kein Einfluss der Tränkegruppe festzustellen. Auf Betrieb 3 zeigten Kälber, die weniger Zeit mit der Futteraufnahme verbrachten, mehr ManObj. Durch die kürzere Festfutteraufnahme waren sie weniger beschäftigt. Auf Betrieb 2 zeigten die MP-Kälber, eventuell aufgrund eines stärkeren Hungergefühls, mehr ManObj. Mit den steigenden Fresszeiten nahm Manip. Objekt für die meisten Kälber mit dem Alter ab. Auf Betrieb 2 zeigten die Kälber beider Gruppen im Mittel mehr ManObj als es auf den anderen beiden Betrieben geschah. Dies lag vermutlich an den kleineren Stallbuchten und der daraus resultierenden, erhöhten Besatzdichte.Für die Vokalisationen zeigte sich kein Gruppenunterschied. Während des Abtränkens zeigte sich auf Betrieb 3 ein tendenzieller Zusammenhang zwischen vermehrtem Brüllen und einer erhöhten Milchaufnahme und der dadurch bedingten geringeren Festfutteraufnahme. Vermutlich
konnten die geringen Futteraufnahmen das Energiedefizit aus dem Milchentzug nicht kompensieren und die Kälber verspürten mehr Hunger. Für alle Verhaltensweisen war die Variation auf Einzeltiereben sehr groß, was auf individuelle Charaktereigenschaften der Kälber hindeutet. Es konnte kein eindeutiger, positiver Effekt einer erhöhte Tränkemenge nachgewiesen werden.


EPrint Type:Thesis
Thesis Type:Other
Other Type:Bachelorarbeit
Keywords:Kalb, Tiergerechtheit, Kälberhaltung, Kälberfütterung, Milchkuh, Stallhaltung, ProYoungStock, BÖLN, BOELN, BÖL, BOEL, FKZ 17OE010
Agrovoc keywords:
Language
Value
URI
German - Deutsch
Kalb
http://aims.fao.org/aos/agrovoc/c_1219
German - Deutsch
Tiergerechtheit
http://aims.fao.org/aos/agrovoc/c_443
German - Deutsch
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
German - Deutsch
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
Subjects: Animal husbandry > Production systems > Dairy cattle
Animal husbandry > Feeding and growth
Animal husbandry > Health and welfare
Research affiliation: European Union > CORE Organic Cofund > ProYoungStock
Germany > Federal Organic Farming Scheme - BOELN > Animals > Tierhaltung
Germany > University of Kassel > Department of Farm Animal Behaviour and Husbandry
H2020 or FP7 Grant Agreement Number:727495
Related Links:https://www.proyoungstock.net, https://www.bundesprogramm.de
Deposited By: Ivemeyer, Dr. Silvia
ID Code:41865
Deposited On:17 Sep 2021 11:08
Last Modified:21 Sep 2021 07:47
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished

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