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Entwicklung eines Konzepts zur Evaluation von Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg am Beispiel der Bio-Musterregion Heidenheim plus

Deittrick, H. (2025) Entwicklung eines Konzepts zur Evaluation von Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg am Beispiel der Bio-Musterregion Heidenheim plus. [Developing an Evaluation Framework for Organic Model Regions in Baden-Württemberg - A Case Study of the Heidenheim Plus Organic Model Region.] Masters thesis, Universität Hohenheim, Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre, Fachgebiet für Landwirtschaftliche Betriebslehre, D-Stuttgart-Hohenheim . . [Completed]

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PDF - Accepted Version - German/Deutsch
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Summary

Ziel der Arbeit war die Entwicklung eines Evaluationskonzepts für Biomusterregionen (BMR) in Baden-Württemberg (BW). Das Bundesland fördert BMR mit dem Ziel, den Ökolandbau sowie regionale Wertschöpfungsketten (WK) zu stärken. Innerhalb der BMR werden vielfältige Maßnahmen initiiert und umgesetzt, deren Koordination und Durchführung in der Verantwortung eines Regionalmanagements (RM) liegen. Diese Maßnahmen verfolgen spezifische Teilziele in den vom MLR vorgeschriebenen Handlungsfeldern Landwirtschaft/Erzeugung, Verarbeitung sowie Vermarktung. Ergänzend werden weitere Zielbereiche – etwa Biodiversität oder Gewässerschutz – berücksichtigt.
Die Entwicklung des Evaluationskonzepts erfolgte in Kooperation mit der BMR Heidenheim plus. Als Grundlage diente eine Analyse relevanter BMR-Dokumente, ergänzt durch eine Literaturrecherche. Darauf aufbauend wurden sowohl offene als auch leitfadengestützte Gespräche und Interviews geführt, darunter sechs Verwaltungsvertreter, fünf Mitarbeitende aus vier Forschungsinstituten und 12 aktive Akteure der BMR Heidenheim plus.
Aus den qualitativen Datenerhebungen geht hervor, dass seitens der beteiligten Interessenträger ein vielfältiger Evaluationsbedarf besteht. Dieser umfasst sowohl die retrospektive Analyse bereits umgesetzter Maßnahmen als auch die begründete Entscheidungsfindung im Hinblick auf die Planung und Umsetzung zukünftiger Aktivitäten.
Im Rahmen einer Evaluation ist vor allem sicherzustellen, dass deren Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht, um die Akzeptanz nicht zu gefährden.
Übereinstimmend mit den Ergebnissen der Literatur (vgl. GEIßENDÖRFER 2005; OCHSENFARTH ET AL. 2024) und anknüpfend an die Arbeiten von ZANASI ET AL. (2020) und STIELE ET AL. (2025) bestätigen auch die Ergebnisse dieser Arbeit die Komplexität einer Evaluation des förderpolitischen Instruments. Unterschiedliche Ausgangsbedingungen, variierende Teilziele, interne und externe Einflussfaktoren sowie konzeptionelle Unterschiede zwischen Förderprogrammen einzelner Bundesländer schränken die Möglichkeit einer einheitlichen Evaluation ein.
Auf Grundlage der Evaluationsbedarfe der Interessenträger sowie des Evaluationsziels, die Ergebnisse einer BMR zu erfassen und Impulse für deren Weiterentwicklung zu geben, wurden die Evaluationskriterien Relevanz, Effektivität und Nachhaltigkeit definiert – wobei Nachhaltigkeit als das Fortbestehen einer Maßnahme oder ihrer Ergebnisse ohne fortlaufende Unterstützung durch das RM verstanden wird.
Zur Bewertung dieser Kriterien – unter Berücksichtigung sowohl qualitativer als auch quantitativer Zielsetzungen der BMR, der vielfältigen Interessen der Beteiligten und des spezifischen regionalen Kontexts – ist der Einsatz eines Methoden-Mix unerlässlich. Demzufolge gliedert sich das Evaluationskonzept wie folgt:
• Eine Kontextanalyse berücksichtigt möglichst umfassend die regionalen Unter-schiede und bildet die Grundlage für die Interpretation der Evaluationsergebnisse.
• Ein Monitoring-Plan erfasst systematisch alle Tätigkeiten einer BMR. Dokumentiert werden u. a. sämtliche Maßnahmen der einzelnen Handlungsfelder, deren Umsetzungsstand, übergeordnete und spezifische (Teil)Ziele sowie definierte Indikatoren zur Messung der Maßnahmenwirkung. So werden erste Rückschlüsse auf die Effektivität der umgesetzten Maßnahmen anhand ihrer Outputs ermöglicht.
• Leitfadengestützte Interviews mit beteiligten, aktiven Akteuren dienen der Erfassung mittelfristiger Ergebnisse (Outcome) sowie der Bewertung von Relevanz und Nachhaltigkeit einzelner Maßnahmen.
• Teilstandardisierte Umfragen unter erreichten Zielgruppen dienen ebenso der Erfassung mittelfristiger Ergebnisse und der Bewertung von Relevanz und Nachhaltigkeit der Maßnahmen.
• Teilstandardisierte Umfragen in der Öffentlichkeit zielen darauf ab, mittelfristige Ergebnisse öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen sowie die allgemeine Wahrneh-mung der BMR und die Relevanz zukünftiger Maßnahmen zu erfassen.
Zur Reflexion und Bewertung der Ergebnisse aus Monitoring, Interviews und Umfragen wird eine jährlich abschließende Gremiensitzung mit beteiligten Akteuren empfohlen. Diese ermöglicht die Validierung der Befunde, die Anpassung von Indikatoren sowie die Ableitung fundierter Handlungsempfehlungen.
Voraussetzung einer Evaluation ist die Definition geeigneter Indikatoren zur Überprüfung der Zielerreichung. Kontextindikatoren, die regionale und konzeptionelle Unter-schiede zwischen den BMR widerspiegeln, werden im Rahmen der Kontextanalyse einheitlich und vergleichbar für alle Regionen erhoben. Grundsätzlich lässt sich auch der weitere Evaluationsprozess auf alle Regionen übertragen, bedarf jedoch einer inhaltlichen Anpassung in Abhängigkeit der jeweils regionsspezifisch ergriffenen Maß-nahmen und formulierten Teilziele. Aufgrund der bestehenden Unterschiede wird davon abgesehen, allgemeingültige Kennzahlen zur Bewertung der BMR-Aktivitäten zu definieren. Um die Angemessenheit und Aussagekraft der Indikatoren sicherzustellen, erfolgt die Festlegung der Indikatoren maßnahmenbezogen im Rahmen der Erstellung des Monitoring-Plans auf Grundlage des Bewerbungskonzepts einer BMR. Potenziell geeignete Evaluationsindikatoren sind u. a. in der Forschungsarbeit von OCHSEN-FARTH ET AL. (2024) enthalten. Innerhalb des Monitoring-Plans wird zwischen Input-, Output- und Outcome-Indikatoren unterschieden. Diese Kennzahlen werden fortlaufend erfasst und dokumentiert, um abschließend die Tätigkeiten einer BMR zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Zur Ermöglichung eines späteren Vergleichs der BMR und zur Identifikation allgemeingültiger Einflussfaktoren beinhalten sowohl die Interview-Leitfäden als auch die teilstandardisierten Umfragen BMR-übergreifende Fragestellungen, die in allen Regionen einheitlich erhoben werden können. Ein zweiter, BMR-spezifischer Bestandteil zielt darauf ab, insbesondere den Outcome regionsspezifischer Maßnahmen zu erfassen.
Letztlich erfüllt der Entwurf des Evaluationskonzepts trotz der Komplexität wesentliche Anforderungen: Erstens ermöglicht es eine angemessene Bewertung der individuellen Leistungen einer BMR. Zweitens ist es grundsätzlich auf alle BMR sowie auf parallel laufende Förderprogramme anderer BL übertragbar. Drittens wird durch die umfassende Erfassung regionaler Unterschiede die Voraussetzung geschaffen, Evaluationsergebnisse später vergleichend gegenüberzustellen und dabei kontextbezogene Faktoren adäquat zu berücksichtigen. Ebenso trägt der kombinierte Einsatz verschiedener Evaluationstätigkeiten dazu bei, die Wirkungen einer BMR künftig besser abschätzen zu können.
Zur Validierung der Anwendbarkeit und des Nutzens des Konzepts ist die Durchführung eines zeitnahen Pretests erforderlich. Bestätigen sich dabei sowohl die Akzeptanz des Konzepts als auch der praktische Mehrwert, erscheint eine Übertragung in weitere Regionen zielführend, um die strategische Weiterentwicklung der BMR dauerhaft zu unterstützen. Voraussetzung hierfür ist die Klärung der Bereitstellung notwendiger finanzieller und personeller Ressourcen. Die daraus entstehenden Kosten wären jedoch durch den zu erwartenden Nutzen einer Evaluation gerechtfertigt.


EPrint Type:Thesis
Thesis Type:Masters
Keywords:Evaluationskonzept, Evaluation, Biomusterregionen, Ökomodellregionen
Agrovoc keywords:
Language
Value
URI
English
evaluation
http://aims.fao.org/aos/agrovoc/c_2736
English
organic farming -> organic agriculture
http://aims.fao.org/aos/agrovoc/c_15911
German - Deutsch
Baden-Württemberg
http://aims.fao.org/aos/agrovoc/c_773
Subjects: Knowledge management > Research methodology and philosophy
Food systems > Produce chain management
"Organics" in general > Countries and regions > Germany
Research affiliation: Germany > University of Hohenheim > Production Theory and Resource Economics
Deposited By: Deittrick, Hanna
ID Code:57343
Deposited On:21 Apr 2026 08:15
Last Modified:21 Apr 2026 08:15
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Peer-reviewed and accepted

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