Müller, Adrian; Augustiny, Eva; Amacker, Rahel; Walter, Achim; Keller, Beat and Bosshard, Andreas (2025) Wege zu einer markanten Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei weniger Umweltbelastung. Agrarforschung Schweiz, 2025, 16, pp. 212-224.
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Summary
Der Netto-Selbstversorgungsgrad (SVG) der Schweiz liegt aktuell bei knapp 50 %. Die vorliegende Studie berechnet kurz- und mittelfristig mögliche Optimierungspotenziale im Schweizer Ernährungssystem. Je nach Umfang der Massnahmen ist ein Netto-SVG von knapp 70 bis über 100 % möglich. Die grössten Hebel liegen in der Reduktion der Nutzung von Ackerland für die Futter- statt direkte Nahrungsmittelproduktion, im v.a. bei der Rinderfütterung oft sehr ineffizienten Kraftfuttereinsatz, und beim Food Waste. Die untersuchten Massnahmen leisten zugleich einen signifikanten Beitrag zur Reduktion der Umweltauswirkungen wie Treibhausgas- und Ammoniakemissionen. Insgesamt würde eine Reduktion der Tier- und eine Erhöhung der Pflanzenproduktion resultieren. Die sich daraus ergebende Produktion wäre deutlich besser im Einklang mit den offiziellen Ernährungsempfehlungen und der Klimastrategie des Bundes als die heutige Situation. Viele der Massnahmen wären relativ einfach und ohne grössere Investitionen oder finanzielle Einbussen für die Betriebe umsetzbar. Für andere Massnahmen müsste die Politik die derzeit sehr einseitige Unterstützung der Tierproduktion zugunsten einer stärkeren Förderung der Pflanzenproduktion anpassen. Mit solchen Massnahmen, die zugleich auch andere, teils seit vielen Jahren bestehenden Defizite in der Land- und Ernährungswirtschaft beheben würden, ergibt sich die Chance, einen Wandel hin zu einem deutlich versorgungssichereren, effizienteren und nachhaltigeren Ernährungssystem einzuleiten.
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