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Untersuchungen zu langfristigen Auswirkungen der muttergebundenen Aufzucht von weiblichen Kälbern in der ökologischen Milchviehhaltung

Kälber, Tasja and Barth, Kerstin (2017) Untersuchungen zu langfristigen Auswirkungen der muttergebundenen Aufzucht von weiblichen Kälbern in der ökologischen Milchviehhaltung. [Long-term effects of dam rearing on female calves in organic dairy farming.] Thünen-Institut für Ökologischen Landbau, D-Westerau .

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PDF - German/Deutsch (Schlussbericht)
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Summary

Üblicherweise werden heute Kuh und Kalb frühzeitig nach der Geburt getrennt und das Kalb künstlich aufgezogen. Die mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht ermöglicht den Kälbern das Saugen sowie den Kontakt zu mindestens einem adulten Sozialpartner. Das Projekt untersuchte die Effekte der Aufzucht auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie das Verhalten der Färsen und Kühe, die muttergebunden aufgezogen wurden. Dafür wurden Experimente und eine Felderhebung durchgeführt. Es zeigte sich, dass muttergebunden aufgezogene erstlaktierende Kühe unter den Bedingungen einer kurzzeitigen sozialen Isolation ihre Umgebung aktiver erkundeten als das bei künstlich aufgezogenen Tieren der Fall war. Hinsichtlich des Verhaltens bei der Eingliederung in eine bestehende Milchkuhherde wurden keine Unterschiede der Aufzuchtform sichtbar, allerdings stellte die Eingliederung einen erheblichen Stress für alle Tiere dar, der nachhaltig Auswirkungen auf das Aktivitätsmuster hatte. Langfristig zeigten sich unter den Bedingungen der Versuchsstation keine Auswirkungen der Aufzucht auf die Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit, was auf die gleichwertige Ernährung der beiden Versuchsgruppen im Kälberalter zurückzuführen ist. Die Feldstudie mit 20 Betrieben, davon elf mit muttergebundener Aufzucht, erbrachte auch keine Hinweise auf bessere Leistungen mutter- bzw. ammengebunden aufgezogener Tiere in den Laktationen, was mit der eingeschränkten Milchversorgung zu erklären ist: Der Großteil der untersuchten Praxisbetriebe lässt mehr als ein Kalb bei den Kühen saugen, so dass die im Experiment beobachteten Milchaufnahmen bis zu 16 Litern je Tier und Tag sicher nicht erreicht werden. Um die Beziehung der Tiere zum Menschen zu prüfen, wurden Ausweichdistanztests durchgeführt. Dabei zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Aufzuchtformen, so dass die Aufzucht an der Kuh nicht zwangsläufig eine größere Distanz zum Menschen mit sich bringt. Die muttergebundene Kälberaufzucht führt nicht per se zu höheren Leistungen als Milchkuh, allerdings hat sie nachhaltige Effekte auf das Tierverhalten.

Summary translation

Today, cow and calf are separated within few hours after birth, and the calf is raised artificially. Dam or foster cow rearing systems allow the calves to suck and to have contact to at least one adult social partner. The project aimed for the analyses of rearing effects on health and performance in heifers and cows, which were raised by dam or foster cows. For this purpose, experiments and a field study were conducted. Under a short-term social isolation dam reared first lactating cows showed more activity and explored their environment more intensely than artificial reared ones. No differences were found concerning the behaviour of the animals during their introduction into an established cow herd. However, the introduction caused immense stress in all animals and affected the activity pattern for many days. On the experimental farm no long-term effects on animal health and performance could be revealed. This might be explained by the comparable amount of milk which all calves were fed within their first months of life. The field study with 20 farms – eleven of them raised their calves by dam or foster cows – did not indicate any better performance of cows raised in that system. One explanation might be the limited milk intake by the calves: The main part of farms raises more calves on one cow which leads to more competition between the calves and consequently to lower amounts of milk per calf. Animal-human-relationship was investigated using an avoidance test and revealed no effect of the rearing system. Thus, dam rearing does not necessarily cause a higher distance of animals to unfamiliar humans. The project showed that dam rearing does not lead per se to a higher performance of dairy cows, but results in a long-term effect on the behaviour of the so raised animals.

EPrint Type:Report
Keywords:BÖLN, BOELN, BÖL, BOEL, FKZ 11OE072, Tierverhalten, Rinder, Kälberaufzucht,
Subjects: Animal husbandry > Production systems > Dairy cattle
Animal husbandry > Health and welfare
Research affiliation: Germany > Federal Organic Farming Scheme - BOELN > Animals > Tierhaltung
Germany > Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries - VTI > Institute of Organic Farming - OEL
Related Links:http://www.bundesprogramm.de, http://orgprints.ord/perl/search/advanced?addtile%2Ftitle=&keywords=11OE072&projects=BOELN&_order=bypublication&_action_search=Suchen
Deposited By: Barth, Dr. Kerstin
ID Code:33094
Deposited On:07 May 2018 08:15
Last Modified:22 May 2018 08:36
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.
Projektleitung: Dr. Kerstin Barth, Thünen-Institut für Ökologischen Landbau

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