home    about    browse    search    latest    help 
Login | Create Account

Sind die hohen Preise für Öko-Lebensmittel wirklich das zentrale Problem für den Absatz?

Hamm, Ulrich; Aschemann, Jessica and Riefer, Angelika (2007) Sind die hohen Preise für Öko-Lebensmittel wirklich das zentrale Problem für den Absatz? [Are the high prices for organic food really the main problem regarding sales?] Berichte über Landwirtschaft, 85 (2), pp. 252-270.

[img] PDF - Published Version
Limited to [Depositor and staff only]

150Kb

Online at: http://www.bmelv.de/cln_181/cae/servlet/contentblob/1068842/publicationFile/65323/2007_Heft2_Band85.pdf

Summary

Die (hohen) Preise für Öko-Lebensmittel werden von Verbrauchern in nahezu allen Befragungen als bedeutendster Grund angegeben nicht mehr Öko-Lebensmittel zu kaufen. Bei näherer Betrachtung dieses auf den ersten Blick sehr einleuchtenden Arguments ergeben sich allerdings zahlreiche Fragen. Zum einen weisen einige, allerdings schon ältere Untersuchungen darauf hin, dass die tatsächlichen Preiskenntnisse von Verbrauchern bei Öko-Lebensmitteln relativ gering sind. Auf der anderen Seite finden sich in jüngster Zeit auch Hinweise, dass Öko-Lebensmittel teilweise nur geringfügig teurer seien als viele konventionelle Lebensmittel. Fallen also objektive Preisstellungen und subjektive Preiswahrnehmungen der Verbraucher in Bezug auf Öko-Lebensmittel auseinander und besteht darin ein zentrales Problem für die weitere Marktentwicklung?
In diesem Beitrag werden zunächst die Ergebnisse einer umfassenden bundesweiten Preiserhebung bei 11 häufig gekauften ökologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln analysiert. Dabei zeigt sich, dass der Preisabstand zwischen dem jeweils niedrigsten und dem jeweils höchsten realisierten Preis im konventionellen Bereich sehr viel größer ist als im Öko-Bereich. Auch wurden im allgemeinen Lebensmittelhandel eine Reihe von konventionellen Markenprodukten identifiziert, die zu durchschnittlich höheren Preisen als ihr ökologisch erzeugtes Pendant verkauft wurden. Immerhin rund ein Viertel der Preise aller konventionellen Produkte war durchschnittlich in etwa genauso hoch wie die durchschnittlichen Preise für die Öko-Produkte.
Des Weiteren wird in diesem Beitrag ein kurzer Überblick über den Stand der verhaltenswissenschaftlich orientierten Preisforschung zu Lebensmitteln im Allgemeinen und Öko-Lebensmitteln im Besonderen gegeben. Dabei wird deutlich, welche erheblichen Lücken die Forschung in diesem Bereich aufweist und wie viele zentrale Fragestellungen in Bezug auf das preisbezogene Kaufverhalten von Verbrauchern bei Öko-Lebensmitteln auf eine Antwort warten. Abschließend werden Schlussfolgerungen aus den bislang vorliegenden Erkenntnissen für Marktakteure und staatliche Entscheidungsträger diskutiert. Dabei wird die Position vertreten, dass eine kommunikativ herausgehobene Rechtfertigung hoher Preise für Öko-Lebensmittel, wie sie bislang von einigen Anbietergruppen und teilweise auch von der Politik verfolgt wird, als weniger Erfolg versprechend angesehen wird als die Nutzung von preispolitischen und kommunikativen Maßnahmen, die geeignet sind Verbraucher von der absoluten Preishöhe für Öko-Lebensmittel abzulenken bzw. deren Preis-Leistungsverhältnis in der Wahrnehmung von Verbrauchern zu verbessern.

Summary translation

According to nearly all consumer surveys consumer’s main reason for not buying organic food is the (high) price. At first sight this seems a very plausible argument but looking into it further gives rise to many questions. Some, albeit older surveys, show that consumer’s real price knowledge on organic food is relatively small. On the other hand, recently suggestions have been made that organic food is to some extent only slightly more expensive than many conventional food products. Do therefore objective price settings differ from consumers’ subjective price perceptions regarding organic food? Is this a vital problem for further market development?
In this paper the results of a comprehensive national price survey on 11 frequently purchased organic and conventionally produced food products have been analysed. It can be seen here that the price span between the lowest and the highest price for conventional food is very much larger than for organic food. A series of conventionally produced brands in the general food trade was also identified which were sold at higher prices on average than their organically produced counterpart. After all approx. 25 % of the prices of all conventional products were on average about just as high as the average prices for the organic products.
Furthermore, this contribution gives a short overview on current price research on food in general and organic food especially, orientated on behavioural science. It can be seen that there are considerable gaps in research and that there are many vital questions to be answered. Finally, conclusions to the current findings for market actors and policy makers are discussed. It is argued that a justification of high prices for organic food through communication, as it has been followed up by some market actors and partly by politics, can be regarded as less promising than the use of price and communication measures which are suitable to divert the consumer from the absolute price for organic food or improve its price performance ratio in the consumer’s perception.

EPrint Type:Journal paper
Keywords:Öko-Lebensmittel, Preisstellung, Kommunikation Preis-Leistung
Subjects: Food systems > Markets and trade
Values, standards and certification > Consumer issues
Research affiliation: Germany > University of Kassel > Department of Agricultural- and Food Marketing
ISSN:0005-9080
Deposited By: Janssen, Meike
ID Code:17157
Deposited On:24 Jun 2010 08:00
Last Modified:27 May 2013 11:44
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Peer-reviewed and accepted

Repository Staff Only: item control page