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Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im ökologischen Kartoffelanbau

Böhm, Herwart (2003) Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im ökologischen Kartoffelanbau. In: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Braunschweig (Hrsg.) Pflanzenschutz im ökologischen Landbau - Probleme und Lösungsansätze - 7. Fachgespräch am 6. Juni 2002 in Berlin-Dahlem, Alternativen zur Anwendung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel - Forschungsstand und neue Lösungsansätze, pp. 48-55.

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Kurzfassung

Zu den Krankheiten mit der größten Bedeutung im ökologischen Kartoffelanbau gehört die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans). Durch diese Krankheit kann es je nach Witterungsbedingungen und damit je nach Befallsbedingungen zu deutlichen Ertragsausfällen kommen, die für ökologisch wirtschaftende Kartoffelanbauer einen enormen ökonomischen Verlust darstellen. Andererseits kann die Lagerstabilität und Qualitätsausbildung vermindert sein bzw. die Nachfrage nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Der Einsatz kupferhaltiger Mittel zur Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) wird durch die EU-Verordnung 2092/91 geregelt und wurde in diesem Jahr überarbeitet (EU-VO 473/2002). Nach der Neuregelung sind nunmehr im Kartoffelanbau bis Ende 2004 8 kg Cu ha-1 a-1 erlaubt, danach noch 6 kg Cu ha-1 a-1. Dabei muss die Notwendigkeit des Einsatzes durch die Kontrollstellen anerkannt werden. Die nationalen Anbauverbände des ökologischen Landbaus haben spezifische Regelungen, die in Deutschland je nach Anbauverband eine Beschränkung auf 3 kg Cu ha-1 a-1 oder einen vollständigen Verzicht kupferhaltiger Mittel festschreiben. Zugelassen sind in Deutschland im ökologischen Kartoffelanbau derzeit ausschließlich Mittel auf Basis von Kupferoxychlorid mit einer Befristung bis zum 31.12.2004 (BBA 2002). Vorrangiges Ziel im ökologischen Landbau ist mittelfristig eine Reduzierung des Einsatzes kupferhaltiger Präparate, wobei langfristig möglichst auf Kupfer als Pflanzenschutzmittel verzichtet werden soll. Für eine Gesamtstrategie zur Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) kommen somit einerseits den vorbeugenden Maßnahmen besondere Bedeutung zu, andererseits jedoch vor allem der Erforschung neuer Wirkstoffe im Sinne des biologischen Pflanzenschutzes, z.B. auf Basis von Pflanzen- und Algenextrakten oder antagonistisch wirkenden Mikroorganismen. Der im ökologischen Landbau limitierte Einsatz von Kupfer erfordert eine abgestimmte Gesamtstrategie zur Regulierung von Phytophtora infestans. Dabei muss vor allem dem Instrumentarium der vorbeugenden Maßnahmen, insbesondere dem Vorkeimen größte Bedeutung beigemessen werden. Die durch Vorkeimen zu realisierenden Mehrerträge liegen auf vergleichbarem Niveau wie die durch den Einsatz kupferhaltiger Präparate.
Die Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln unter Freilandbedingungen kann bislang als nicht zufriedenstellend angesehen werden. In diesem Bereich besteht erheblicher Forschungsbedarf, vor allem im Hinblick auf die Wirkungsmechanismen einerseits und die Möglichkeiten einer Formulierung der Extrakte andererseits. Bei den kupferhaltigen Präparaten zeigen sich Entwicklungspotenziale hinsichtlich der Reduzierung der Kupfermenge bei gleichbleibendem Wirkungsgrad. Kupferhaltige Mittel sollten nur zum Einsatz kommen, wenn alle vorbeugenden Maßnahmen ausgeschöpft wurden.


Art des Eintrags:Kapitel aus Bericht
Schlagwörter:Kartoffel, Phytophthora infestans, Kraut- und Knollenfäule, Pflanzenschutz, Phytopathologie, Kupfer
Themengebiete:Pflanzenbau > Pflanzengesundheit, -qualität, -schutz
Pflanzenbau > Kulturarten > Hackfrüchte
Land/Organisation/Projekt: Deutschland > Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - VTI > Institut für Ökologischen Landbau - OEL
Weiterführende Links:http://www.bba.de/oekoland/oeko6/oeko6.htm, http://www.oel.fal.de/index.htm?page=/fachgebiete/default.htm
Eingestellt von:Böhm, Dr. Herwart
ID-Code:671
Eingestellt am:05 Jun 2003
Letzte Änderung:20 Aug 2009 16:19
Dokumentensprache:Deutsch
Veröffentlichungsstatus:Veröffentlicht
Status wissenschaftlicher Begutachtung:Nicht wissenschaftlich begutachtet
Ergänzende Informationen:ISSN 0947-8809

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