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Ökolandbau-Hemmnisse für die Umstellung

Stolze, Matthias (2002) Ökolandbau-Hemmnisse für die Umstellung. [Barriers to the conversion to organic agriculture.] B&B Agrar: die Zeitschrift für Bildung und Beratung (6), pp. 198-201.

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Summary

Die vorgestellten Überlegungen zur Situation des ökologischen Landbaus in Deutschland anhand des Erklärungsmodells von Michelsen et al. (2001) zeigen insgesamt, dass Deutschland in den Bereichen 1 bis 3 (Etablierung eines unabhängigen Öko-Sektors, Politische Initiativen hinsichtlich Richtlinien und Kontrollen, Staatliche Transferzahlungen für den ökologischen Landbau) gute Voraussetzung für die Ausdehnung des ökologischen Landbaus aufweist. Die nähere Auseinandersetzung zeigt aber auch deutlich, dass in allen drei Bereichen Defizite herrschen, die der Entwicklung des Öko-Landbaus entgegen stehen.
Aus Verbrauchersicht ist insbesondere das Fehlen eines einheitlichen und im Lebensmittelmarkt weit verbreiteten Kennzeichens für Öko-Produkte sowie die unzureichende Information der Verbraucher über Öko-Produkte dafür verantwortlich, dass Marktpotentiale nicht ausgeschöpft werden können (Michelsen et al. 1999). Mit dem Bundesprogramm für ökologischen Landbau und mit der Einführung eines staatlichen Zeichens für Öko-Produkte wurden nun Schritte zur Behebung dieser Defizite unternommen. Ebenfalls im Einflussbereich des Staates liegt die Ausgestaltung der staatlichen Transferzahlungen für den ökologischen Landbau. Dabbert et al. (2002) weisen zurecht darauf hin, dass Flächenprämien ein wirksames aber auch sensibles Politikinstrument zur Förderung des ökologischen Landbaus sind. Wichtiger als die absolute Höhe von Flächenprämien für Öko-Betriebe ist die relative Attraktivität der Öko-Landbauprämie gegenüber alternativen Maßnahmen im Rahmen der Agrarumweltprogramme (Nieberg und Strohm-Lömpcke 2001) und das Vertrauen des Landwirtes in die Politik (Dabbert et al. 2002).
Außerhalb des Einflussbereiches des Staates steht das Problem einer nicht einheitlichen politischen Interessensvertretung in Deutschland. Aus ökonomischer Sicht ist eine Vielfalt von Anbauverbänden, die miteinander in Wettbewerb um Marktanteile und um Landwirte stehen begrüßenswert. Aber eine Konkurrenz am Markt steht nicht im Wiederspruch zur Etablierung einer gemeinsamen Interessensvertretung der Wettbewerber gegenüber der Politik. Stellvertretend sei dazu das Beispiel der Automobilindustrie genannt, wo sich die konkurrierenden Automobilfirmen in einem gemeinsamen Verband der deutschen Automobilindustrie zur Interessensvertretung zusammenschlossen.


EPrint Type:Journal paper
Keywords:Wirkungsanalyse Agrarpolitik, Sozioökonomie, Markt, Handel, Umstellung, Förderung,
Subjects: Food systems > Markets and trade
Food systems > Policy environments and social economy
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Socio-Economics
Related Links:http://www.fibl.net/forschung/sozio-oekonomie/index.php
Deposited By: Stolze, Dr. Matthias
ID Code:2671
Deposited On:21 May 2004
Last Modified:12 Apr 2010 07:29
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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