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Kupferminimierungs- und Vermeidungsstrategien für den ökologischen Kartoffelbau (Teilprojekt A: Maßnahmen zur Reduktion des Primärbefalls)

Nechwatal, Jan and Zellner, Michael (2015) Kupferminimierungs- und Vermeidungsstrategien für den ökologischen Kartoffelbau (Teilprojekt A: Maßnahmen zur Reduktion des Primärbefalls). [Strategies to reduce and avoid copper in organic potato production - measures to reduce primary infections.] Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz, D-Freising .

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Summary

Die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans) kann im ökologischen Kartoffelanbau bislang nur durch die Anwendung von Kupfer-Präparaten effektiv bekämpft werden. Die Anreicherung im Boden und negative Auswirkungen auf andere Organismen machen eine Reduktion des Kupfereinsatzes erforderlich. Ausgangspunkt einer Phytophthora-Epidemie sind oft infizierte Pflanzknollen, von denen aus sich primäre Infektionsstellen bilden. Vom infizierten Kraut abgespülte Sporen infizieren die neuen Knollen und somit das Pflanzgut für die nächste Saison. Im Rahmen des Projektes sollten Wege zur Reduktion des Primärbefalls im ökologischen Kartoffelbau gefunden werden. In zahlreichen Laborversuchen wurden über 20 Präparate auf ihre Eignung als Kupferalternativen zur Blattbehandlung getestet. Hier konnten bei einigen Mitteln Wirkungsgrade ähnlich wie bei Kupferhydroxid erreicht werden, was an Einzelblättern sowie an ganzen, künstlich infizierten Pflanzen in Topfversuchen bestätigt wurde. Die wirksamsten Präparate (Chitosan, Knöterich, Süßholz, Schachtelhalm, und Zitrus, sowie ein Blattdünger mit niedrigem Kupfergehalt) wurden in Feldversuchen getestet. Süßholz, Chitosan, Schachtelhalm und der Kupferdünger zeigten in den Versuchen eine Wirkung gegen Blattbefall. Die Kombination von reduzierten Kupfermengen mit Alternativmitteln brachte in Abhängigkeit vom Befallsverlauf z.T. einen der Standard-Kupfermenge fast ebenbürtigen Bekämpfungserfolg. Auch Knollenbeizungen vor der Lagerung bzw. vor der Pflanzung können Schutz vor Phytophthora-Infektionen bieten. In Laborversuchen mit künstlich infizierten Knollen brachten viele Alternativmittel eine Erhöhung der Überlebensrate der Pflanzen, bzw. eine Verringerung der Fäule an gelagerten Knollen. Phosphonat, Chitosan und ein Hefe-Präparat zeigten die beste Wirkung. In Feldversuchen konnte eine Wirkung auf den Primärbefall noch nicht eindeutig nachgewiesen werden, jedoch zeigten 2012 die gebeizten Parzellen geringere Krautfäule-Befallsraten und 2014 deutlich verbesserte Auflaufraten. Zusammen mit weiteren ackerbaulichen und technischen Maßnahmen wie mechanischer oder thermischer Krautreduktion könnten Blattbehandlungen und Beizungen mit bestimmten alternativen Mittel im Austausch für oder in Ergänzung zu Kupfer Teil einer Krautfäule-Behandlungsstrategie für den ökologischen Kartoffelbau werden und so der angestrebten weiteren Reduktion der Kupfereinsatzmengen dienen.


Summary translation

In organic potato production late blight of potato (Phytophthora infestans) can only be effectively controlled through the use of copper fungicides. Its accumulation in the soil and potential negative effects on non-target organisms make a reduction of copper usage necessary. The starting point of Phytophthora epidemics often are infected planting tubers from which form primary infection sites develop. Spores washed onto the soil from infected plants infect the new tubers and thus the planting material for the next season. Within the course of this project ways to reduce the primary infestation rates in organic potato production were to be found. In laboratory tests, over 20 preparations were tested for their suitability as alternatives to copper as a foliar treatment. For some substances efficiencies similar to that of the copper fungicide could be observed, in both abscised leaf as well as in potted plant assays. The most effective preparations (chitosan, knotweed, liquorice, horsetail, and citrus, as well as a foliar fertilizer with low copper content) were also tested in field trials. Liquorice, chitosan, horsetail and the copper fertilizer showed some activity against leaf infection in these tests. The combination of reduced amounts of copper with an alternative product in some cases reached efficiencies almost equal to that of copper alone, depending on start and progress of the epidemic. Seed tuber dressings before storage or before planting also can provide protection against Phytophthora infections. In laboratory experiments with artificially infected tubers many alternative seed dressings brought an increase in the survival rate of the plants, or a reduction of brown rot on the stored tubers. Phosphonate, chitosan and a yeast preparation showed the best effect. In field trials an effect on the primary infection could not be clearly demonstrated, however, in 2012 plots with treated tubers showed lower late blight infection rates, and in 2014 lower rates of failing tubers. Together with other agronomic and technical measures such as mechanical or thermal leaf reduction, foliar and seed treatments with certain alternative preparations in exchange for or in addition to copper could be part of a late blight management strategy for organic potato production.

EPrint Type:Report
Keywords:BÖLN, BOELN, BÖL, BOEL, FKZ 09OE045, FKZ 09OE114, ökologischer Kartoffelanbau, Kraut- und Knollenfäule, Phytophthora infestans, Kupfer
Subjects: Crop husbandry > Crop health, quality, protection
Crop husbandry > Production systems > Root crops
Research affiliation: Germany > Federal States > Bavaria > State research centre agriculture
Germany > Federal Organic Farming Scheme - BOELN > Plants > Pflanzenschutz
Related Links:http://www.bundesprogramm-oekolandbau.de, https://orgprints.org/cgi/search/advanced?addtitle%2Ftitle=&keywords=09OE045&projects=BOEL&_order=bypublication&_action_search=Suchen, https://orgprints.org/cgi/saved_search?savedsearchid=1345
Deposited By: Zellner, Dr. Michael
ID Code:29305
Deposited On:10 Sep 2015 08:15
Last Modified:06 Sep 2016 11:20
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Zellner, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz
Bei dem hier eingestellten Schlussbericht handelt es sich um einen Schlussbericht des Teilprojektes "Maßnahmen zur Reduktion des Primärbefalls" im Rahmen des Verbundvorhabens "Kupferminimierungs- und Vermeidungsstrategien für den ökologischen Kartoffelbau". Der Schlussbericht zum Teilprojekt B vom Verbundpartner (FKZ 09OE114) kann im Volltext unter http://orgprinst.org/30496/ heruntergeladen werden.
Im Rahmen des hier beschriebenen Projekts wurde ein Merkblatt erstellt, welches im Volltext unter http://www.orgprints.org/29305/ heruntergeladen werden kann.

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