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Ökologischer Landbau in der beruflichen Bildung - Status Quo, Bedarfe und Ideen

Beringer, Jutta (2019) Ökologischer Landbau in der beruflichen Bildung - Status Quo, Bedarfe und Ideen. [Ecological farming in vocational training - Status quo, needs and ideas.] In: Mühlrath, Daniel; Albrecht, Joana; Finckh, Maria R.; Hamm, Ulrich; Heß, Jürgen; Knierim, Ute and Möller, Detlev (Eds.) Workshop im Rahmen der 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Kassel, 7. März 2019.

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Summary

Der ökologische Landbau wächst (BÖLW 2018) und damit auch der Bedarf nach beruflicher Bildung im ökologischen Landbau. In Deutschland gibt es viele spezialisierte Berufs- und Fachschulen, jedoch erreichen diese nicht die jungen Menschen, welche in ihrer Ausbildung noch nicht wissen, wie ihr Betrieb zukünftig ausgerichtet sein wird. Damit steigt der Bedarf nach flächendeckenden Angeboten, um den ökologischen Landbau zu vermitteln. Mit dem Wachstum des Ökolandbaus steigt auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe. Z.B. zählt das schleswig-holsteinische Kultusministerium zwei bis zehn Prozent angehende Öko-Landwirte in jeder Ausbildungsklasse (NDR 2018).
Die Ausweitung eines Angebots ist notwendig, weil neben den marktwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen auch die politischen Rahmenbedingungen einen Ausbau des Ökolandbaus unterstützen. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung 20% Ökolandbau bis 2030 formuliert. Mehr als 15% der Landwirte in Deutschland können sich eine Umstellung auf ökologischen Landbau vorstellen (top agrar online 2018). Gleichzeitig gibt es eine intensive gesellschaftliche Diskussion um landwirtschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit, Biodiversität, Klimawandel, Tierwohl und Gentechnik, der sich auch die betriebliche Praxis stellen muss.
Im Berufsschulbereich sind im Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Landwirt/in verbindlich 80 Stunden „alternative Landwirtschaft“ mit je 40 Stunden für das zweite und dritte Lehrjahr vorgesehen. Der Rahmenlehrplan wird in einigen Bundesländern direkt umgesetzt, andere Bundesländer entwickeln auf Basis dieses Rahmenlehrplans, der Empfehlungscharakter aufweist, eigene Lehrpläne.
Im Rahmenlehrplan für den Beruf Gärtner/in findet sich lediglich an einer Stelle die explizite Nennung des ökologischen Landbaus im ersten Lehrjahr. Ähnliches gilt für den Rahmen-lehrplan für den Beruf Winzer/in, auch hier wird der ökologische Landbau ebenfalls im ersten Ausbildungsjahr genannt. In beiden Rahmenlehrplänen gibt es keine Stundenvorgabe.
An vielen Berufs- und Fachschulen fristet das Thema Ökolandbau noch ein Nischendasein. Viele Schulen haben das Thema vernachlässigt. In den letzten Jahren aber steigt das Interesse.
Eine bundesweite Arbeitstagung in 2014 mit dem Titel „Den Ökologischen Landbau in die landwirtschaftliche Berufsbildung integrieren“ machte deutlich, dass es einerseits erhebliche Wissenslücken darüber gibt, wie der ökologische Landbau in den verschiedenen Bundes-ländern im Berufs- und Fachschulunterricht verankert ist. Andererseits gibt es aber den Wunsch in den Bundesländern, die Integration des Ökolandbaus in die berufliche Bildung voranzutreiben und dabei durch eine länderübergreifende Vernetzung voneinander zu profitieren.
Das Projekt „Status-quo-Analyse und Erarbeitung von Handlungsoptionen zur stärkeren Integration des ökologischen Landbaus in der beruflichen Bildung im Berufsbild Landwirt/in, Gärtner/in und Winzer/in“ (KÖN 2016) legt offen, wie der ökologische Landbau in den ver-schiedenen Bundesländern bislang in der beruflichen Bildung integriert wird. Über Internetrecherche und leitfadengestützten Telefoninterviews mit Experten der beruflichen Bildung in den Bundesländern (qualitative Erhebungsmethode) wird der Status-Quo festgestellt. Zwi-schenergebnisse dieser Status-quo-Analyse werden zu Beginn des Workshops vorgestellt. In einem zweiten Schritt erarbeiten die Verantwortlichen für die berufliche Bildung in Dialogforen, wie in dem jeweiligen Bundesland mehr Ökolandbau in der beruflichen Bildung umgesetzt werden kann. Ein Bedarf, der immer wieder genannt wird, ist eine bessere Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte.
Mit den Teilnehmern des Workshops sollen folgende Fragen diskutiert werden:
• Wie kann die Entscheidungsfähigkeit der Auszubildenden für bzw. gegen
eine ökologische oder konventionelle Wirtschaftsweise gestärkt werden?
• Welche innovativen Ansätze braucht es, um das Thema Ökolandbau an
die Berufs- und Fachschulen sowie an Hochschulen und Universitäten zu
tragen?
• Wie können Berufs-, Fach- und Hochschullehrer für das Thema
Ökolandbau begeistert werden?
• Wie werden die zukünftigen Berufs-,Fach- und Hochschullehrer an den
Universitäten im ökologischen Landbau ausgebildet? Bzw. welche Aus-,
Fort- und Weiterbildungen brauchen sie?
• Welche Rolle spielen wissenschaftliche Einrichtungen dabei?
• Wie können Auszubildende, Fachschüler und Studierende der
Agrarwirtschaft bzw. der Agrar- und Gartenbauwissenschaften für das
Thema Ökolandbau begeistert werden?
• Was / Wie können die Teilnehmer/innen des Workshops dazu beitragen,
ökologischen Landbau in der beruflichen Bildung zu fördern?
Methoden:
- Vortrag zu den Zwischenergebnissen des Forschungsprojekts
- Gruppenarbeit
- Diskussion
Leitung:
Carolin Grieshop und Bettina Stiffel, Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH
Quellenverzeichnis:
BÖLW (2018), Ökologisch bewirtschaftete Fläche und Zahl der Bio-Betriebe in Deutschland,
https://www.boelw.de/themen/zahlendatenfakten/zdf-2018/oekologisch-bewirtschaftete-flaeche-und-zahl-der-bio-betriebe-in-deutschland/, zuletzt abgerufen am 01.09.2018
top agrar online (2018), 15 Prozent der Landwirte an Umstellung interessiert , https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-15-Prozent-der-Landwirte-an-Oeko-Umstellung-interessiert-9045244.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2018
Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (2016), Status-quo-Analyse und Erarbeitung von Handlungsoptionen zur stärkeren Integration des ökologischen Landbaus in der berufli-chen Bildung im Berufsbild Landwirt/in, Gärtner/in und Winzer/in, https://orgprints.org/30634/, zuletzt abgerufen am 01.09.2018
NDR (2018), Bio boomt, wer will Bio-Landwirt werden?, https://www.ndr.de/nachrichten/Bio-boomt-Wer-will-Oeko-Landwirt-werden,landwirtschaft602.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

Summary translation

Ecological farming is growing (BÖLW 2018) and therefore also the need for vocational trai-ning in ecological farming. Germany has many specialized vocational schools and technical colleges, but those do not reach the young people who, at the time of their education, do not know how their farm will be farmed in the future. Consequently, the need for country-wide offers to pass on ecological farming is growing. With the increase of ecological farming the number of apprenticing farms increases as well. The Ministery of Education and Arts of Schleswig-Holstein for example counts two to ten percent prospective ecological farmers in each training class (NDR 2018).
The widening of vocational training offers is needed, because besides the market economy and social developments the political framework supports the growth of ecological farming. In its Sustainability Strategy the German government aims for 20% ecological farming until 2030. More than 15% of farmers can imagine a change to ecological farming (top agrar online 2018). At the same time there is an intensive societal discussion about agricultural topics such as sustainability, biodiversity, climate change, animal welfare and genetic engineering which existing agricultural practice has to acknowledge.
The curiculum framework for vocational schools call for a binding agreement of 80 hours „alternative farming“, 40 hours each in the second and third year of apprenticeship, respectively. In some federal states, the curriculum framework is a recommendation on which the states develop their own curriculum, in other states the framework is applied directly.
In the curriculum framework for horticulture ecological farming is only mentioned in the first year of apprenticeship. Similarly, the curriculum framework for viticulture mentions ecological farming only in the first year of apprenticeship. Both frameworks state no guideline for the number of lessons.
In many vocational schools and technical colleges, ecological farming still has a marginal existence. But in the past years, interest is growing.
A German-wide conference in 2014 with the title „Integration of ecological farming in agricultural vocational training“ showed that considerable knowledge gaps exist how ecological farming is anchored in vocational schools and technical colleges in the different federal states of Germany. The federal states expressed the wish to increase the integration of ecological farming in vocational training and wish to profit from German-wide networking.
The project „Status-quo-analysis and elaboration of action options for the intensified integra-tion of organic farming in the vocational education of farmers, gardeners and winemakers“ shows how ecological farming is integrated in the vocational training in the different federal states of Germany. The status quo is identified via internet inquiry and semi-conducted telephone interviews with vocational training experts in the federal states (qualitative research method). Interim results of this status quo analysis will be introduced at the beginning of the workshop. In a second step the people responsible for vocational training work out in work-shops how ecological farming can be intensified in their respective federal state. A need which is repeatedly mentioned is improved professional education and training of teachers.
The workshop will discuss the following questions with workshop participants:
• How can the trainee’s decision-making ability for or against ecological or
conventional farming be improved?
• Which innovative methods are needed to anchor the topic of ecological
farming in vocational schools, training colleges, education institutions and
universtities?
• How can teachers in vocational schools, educational institutions and
universities be motivated and filled with enthusiasm for ecological
farming?
• How are future teachers in vocational schools, training collegues and
universities educated in ecological farming? Which training, education
and advanced training do they need?
• Which role do research institutes have in advancing ecological farming?
• How can vocational students, students in technical colleges and students
of agriculture or agricultural and horticultural science be motivated for
ecological farming?
• How can people present in the workshop contribute to support ecological
farming in vocational training?
Methods:
- Presentation about the interim results of the research project
- Teamwork
- Discussion
Workshop leaders:
Carolin Grieshop and Bettina Stiffel, Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH
Index:
BÖLW (2018), Ökologisch bewirtschaftete Fläche und Zahl der Bio-Betriebe in Deutschland,
https://www.boelw.de/themen/zahlendatenfakten/zdf-2018/oekologisch-bewirtschaftete-flaeche-und-zahl-der-bio-betriebe-in-deutschland/, accessed 2018-09-01
top agrar online (2018), 15 Prozent der Landwirte an Umstellung interessiert , https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-15-Prozent-der-Landwirte-an-Oeko-Umstellung-interessiert-9045244.html, accessed 2018-09-01
Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (2016), Status-quo-Analyse und Erarbeitung von Handlungsoptionen zur stärkeren Integration des ökologischen Landbaus in der berufli-chen Bildung im Berufsbild Landwirt/in, Gärtner/in und Winzer/in, https://orgprints.org/30634/, accessed 2018-09-01
NDR (2018), Bio boomt, wer will Bio-Landwirt werden?, https://www.ndr.de/nachrichten/Bio-boomt-Wer-will-Oeko-Landwirt-werden,landwirtschaft602.html, accesed 2018-09-01

EPrint Type:Conference paper, poster, etc.
Type of presentation:Workshop
Keywords:Ökolandbau in der beruflichen Bildung, Status quo, Handlungsoptionen
Subjects: Knowledge management > Education, extension and communication
Research affiliation: International Conferences > 2019: Scientific Conference German Speaking Countrie
Germany > Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen - KÖN
Deposited By: Mühlrath, Daniel
ID Code:36220
Deposited On:29 Aug 2019 07:07
Last Modified:10 Feb 2020 08:34
Document Language:German/Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Dieser Workshop-Beitrag im Rahmen der 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau 2019 in Kassel entstanden. This workshop documentation is a result of the 15th scientific conference on organic agriculture 2019 in Kassel.

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