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Arbeit und Einkommen in der Solidarischen Landwirtschaft

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Erben, Gabriel and van Elsen, Thomas (2019) Arbeit und Einkommen in der Solidarischen Landwirtschaft. [Work and income in community supported agriculture.] In: Mühlrath, Daniel; Albrecht, Joana; Finckh, Maria R.; Hamm, Ulrich; Heß, Jürgen; Knierim, Ute and Möller, Detlev (Eds.) Innovatives Denken für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft. Beiträge zur 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Kassel, 5. bis 8. März 2019, Verlag Dr. Köster, Berlin.

[img] PDF - German/Deutsch
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Summary

Eine Solidarische Landwirtschaft (Solawi) ist ein Modell der verbindlichen Zusammenarbeit zwischen ErzeugerInnen und VerbraucherInnen, die sich als eine Gemeinschaft aus aktiven und nicht-aktiven Landwirten verstehen, Verantwortung für die Produktion übernehmen und das Risiko sowie die Ernte teilen. Trotz des großen Potentials für eine bedürfnisorientierte Gestaltung von Arbeitsplätzen und Einkommen geben neuere Untersuchungen Hinweise auf niedrige Einkommen und Arbeitsbedingungen, die nicht den Bedürfnissen der ErzeugerInnen entsprechen. Ein Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über derzeitige Situation der deutschsprachigen Solawi-Betriebe hinsichtlich Einkommensniveau, Arbeitszeiten und Arbeitszufriedenheit der ErzeugerInnen zu bekommen. Dies wurde mit standardisierten Online-Fragebogen untersucht. Parallel wurden qualitative Interviews mit ausgewählten ErzeugerInnen geführt, um Einblicke in ihre Erfahrungen und Zukunftsperpektiven für die Arbeits-Gestaltung in Solawis zu gewinnen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einkommen der BewirtschafterInnen zwar über dem Mindestlohn liegen, aber z.T. deutlich unter denen von BetriebsleiterInnen und ArbeitnehmerInnen in normalen landwirtschaftlichen Betrieben. Die befragten MitarbeiterInnen bewerten ihre Einkommen je nach Arbeitsverhältnis als ausreichend bis nicht ausreichend, während sie bei der Arbeitszeit zwar Veränderungsbedarf äußern, das Verhältnis zur Freizeit jedoch als relativ ausgeglichen ansehen. Aus den Interviews wird deutlich, dass die MitarbeiterInnen die Finanzierung in Solawis als grundlegende soziale Herausforderung und Entwicklungschance begreifen, die Vertrauen, Gemeinschaft und Kommunikation voraussetzen. An einzelnen Beispielen zeigt sich, dass mangelnde Klarheit über die soziale Dimension zu durchaus prekären Situationen und sozialer Distanz führen kann. Andererseits können die BewirtschafterInnen durch selbstbewusste und klare Formulierung ihres finanziellen Bedarfs bei gleichzeitiger Dialogbereitschaft zu einer für beide Seiten durchaus zufriedenstellenden Einigung beitragen. Eine Grundvoraussetzung für den Dialog über Landwirtschaft und solidarische Finanzierung ist aus Sicht vieler InterviewpartnerInnen die gezielte Einbindung und Sensibilisierung der VerbraucherInnen durch jede Art von Bildungsarbeit. Bei einzelnen Solawis wird deutlich, dass eine verbindliche Vereinbarung den Umfang der Mitarbeit erhöhen, die Kosten deutlich senken und gleichzeitig die Begegnung fördern kann. Im Dialog und der Bildungsarbeit sehen die Befragten die größten Potentiale für den Aufbau sozialer Beziehungen zwischen VerbraucherInnen und ErzeugerInnen, die wiederum die Basis für das Verständnis und die Wertschätzung der jeweiligen Bedürfnisse darstellt. Die Verwirklichung sozialer Grundwerte in der Solidarischen Landwirtschaft
sollte vor dem Hintergrund des derzeit rasanten Wachstums der Bewegung aufmerksam beobachtet werden, um dem Ideal einer fairen Bezahlung der LandwirtInnen gerecht zur werden.

Summary translation

Community supported agriculture (CSA) is a socio-economic agricultural model where farmers and consumers collaborate based on common values and share responsibility, costs and harvest. Despite the great potential for decent working conditions in CSAs, recent studies indicate that income levels and other quality indicators are still not fitting the needs of CSA farmers. One object of this study is to get an overview of the current situation of German-speaking CSA farms concerning income levels, working hours and job satisfaction of farmers. This was realized through standardized online questionnaires. In parallel, qualitative interviews were carried out with selected farmers looking into their experiences and future perspectives on designing CSA working conditions. Results show that income levels are above minimum wages but sometimes clearly lower than those of normal farmers. Farmers rate their own incomes as ranging from sufficient to not sufficient, whereas they perceive life/work as relatively well balanced. Organizing financial aspects of the community appears to be a fundamental social challenge. Self-confidence, trust and openness to dialogue can help farmers create the (financial) conditions that fit their needs. Interviewees find that dialogue, integration and education have the highest potential for building relationships between farmers and members which are the basis for understanding and appreciating each other’s needs.

EPrint Type:Conference paper, poster, etc.
Type of presentation:Paper
Keywords:Solidarische Landwirtschaft (Solawi), Arbeitsplatzqualität, Kommunikation, Gemeinschaft, Einkommen
Subjects: Farming Systems > Farm economics
Food systems > Produce chain management
Food systems > Community development
Knowledge management > Education, extension and communication
Research affiliation: International Conferences > 2019: Scientific Conference German Speaking Countrie
Germany > University of Kassel
Germany
ISBN:978-3-89574-955-150
Deposited By: Mühlrath, Daniel
ID Code:36192
Deposited On:29 Aug 2019 07:07
Last Modified:29 Aug 2019 07:07
Document Language:German/Deutsch
Status:Published
Refereed:Peer-reviewed and accepted
Additional Publishing Information:Dieser Beitrag ist im Tagungsband der 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau 2019 in Kassel erschienen. This conference paper is published in the proceedings of the 15th scientific conference on organic agriculture 2019 in Kassel. D. Mühlrath, J. Albrecht, M. R. Finckh, U. Hamm, J. Heß, U. Knierim, D. Möller (2019) Innovatives Denken für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft. Beiträge zur 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Kassel, 5. bis 8. März 2019, Verlag Dr. Köster, Berlin.

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