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Gruppenzusammensetzung in der biologischen Ebermast - Einfluss auf Verhalten und Verletzungen

Holinger, Mirjam; Früh, Barbara and Hillmann, Edna (2013) Gruppenzusammensetzung in der biologischen Ebermast - Einfluss auf Verhalten und Verletzungen. [Group composition in organic boar fattening – Influence on be-haviour and injuries.] In: Aktuelle Arbeiten zur artgemässen Tierhaltung 2013, 503, KTBL-Schrift, pp. 143-152.

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Summary

Die Ebermast gilt als zukunftsfähige Alternative zur Kastration von männlichen Ferkeln. Eber zeigen jedoch mehr agonistisches und Aufreiteverhalten als Kastraten, was zu mehr Hautverletzungen und Lahmheiten führen kann. Bisherige Versuche wurden in der Regel unter konventionellen Haltungsbedingungen durchgeführt. Im biologischen Landbau werden die Tiere in Bezug auf Einstreu, Platzangebot und Auslauf unter großzügigeren Bedingungen gehalten. Dies wirkt sich auf das Sozialverhalten von Schweinen aus. In der vorliegenden Arbeit wurde unter BioSuisse Haltungsbedingungen die Frage untersucht, wie sich reine Ebergruppen (EE) von gemischten Gruppen mit Ebern und weiblichen Tieren (ES) sowie von gemischten Gruppen mit Kastraten und weiblichen Tieren (KS) hinsichtlich Verletzungen, Lahmheiten sowie Agonistik und Aufreiteverhalten unterscheiden. Diese drei Gruppenzusammensetzungen wurden in 6 Durchgängen wiederholt, pro Bucht wurden 20 Tiere eingestallt. Am Tag 4, 51 und 110 nach Einstallen in die Mast wurden die Tiere auf Verletzungen untersucht sowie Videobeobachtungen von je 10 Fokustieren durchgeführt. Am Tag 51 und 110 gab es in den EE-Gruppen etwas mehr Verletzungen als in den KS-Gruppen. Sowohl agonistische Interaktionen als auch Aufreiteverhalten wurden von Ebern (in der EE- und ES-Gruppe) deutlich häufiger gezeigt als von Kastraten. Die Gruppenzusammensetzung der Gruppen mit Ebern spielte hierbei jedoch keine Rolle. Die Verletzungshäufigkeit sowie agonistisches und Aufreiteverhalten nahmen in allen Gruppen gegen Ende der Mast ab. Die Prävalenz von Lahmheiten war für alle Gruppen tief.
Die Untersuchung zeigt, dass unter Biobedingungen reine Ebergruppen und gemischte Gruppen mit Ebern und weiblichen Tieren hinsichtlich Tierwohls gleichwertig sind. Eber zeigten aber auch unter diesen großzügigeren Bedingungen mehr agonistisches und sexuell motiviertes Verhalten, was zu mehr oberflächlichen Hautverletzungen geführt hat. Das größere Platzangebot und die Strukturierung der Buchten bieten den Ebern mehr Ausweichmöglichkeiten wodurch es möglicherweise nicht zu schwerwiegenderen Verletzungen oder häufigen Lahmheiten kam. Bisher gibt es für die Ebermast weder im Biolandbau noch für die konventionelle Tierhaltung spezielle Haltungsvorschriften. Unsere Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass eine großzügigere Haltungsumgebung den Ebern erlauben würde, ihr natürliches Verhalten ohne gravierende Schäden zu zeigen.

Summary translation

Fattening of entire male pigs prevails as an alternative to castration of male piglets. Entire males show more agonistic and mounting behavior than castrates, which can be a cause for skin lesions and lameness. Previous studies have mainly been carried out in conventional housing systems. However, organic housing conditions differ in terms of litter, space allowance and outdoor run. This has an impact on the social behaviour of pigs. Here the question was investigated, how under organic housing conditions (according to BioSuisse) single-sex groups with entire males (EE) differ from mixed-sex groups with entire males and females (ES) and from mixed-sex groups with castrates and females (KS) with regard to lesions, lameness, agonistic behavior and mounting. Those 3 group compositions were repeated in 6 rounds, group size was 20 animals. On day 4, 51, and 110 after regrouping and start of the fattening period, animals were assessed for lesions and 10 focal animals per pen were observed via video recording. On day 51 and 110 there were slightly more skin lesions in the EE-groups compared to the KS-groups. Entire males (in the EE- and ES-groups) showed clearly more agonistic and mounting behavior than castrates. EE and ES didn’t differ, neither in terms of lesions nor in behavior. Lesions as well as agonistic and mounting behavior decreased in all groups towards the end of the fattening period. Prevalence of lameness was low in all groups.
This study indicates that under organic housing conditions single-sex groups with entire males and mixed groups with entire males and females are equivalent in regard to animal welfare. Yet, entire males showed also under those more spacious conditions more agonistic and sexually motivated behaviour, which has caused a high-er number of superficial skin lesions. Higher space allowances offer escape opportuni-ties which might be the reason why not more serious lesions and lame animals oc-curred. So far there are neither in organic nor in conventional animal husbandry specific regulations for fattening of entire male pigs. Our findings, however, indicate that more generous housing conditions would allow entire males to show their natural behaviour without serious injuries.

EPrint Type:Conference paper, poster, etc.
Type of presentation:Paper
Keywords:Ebermast Sozialverhalten
Subjects: Animal husbandry > Health and welfare
Animal husbandry > Production systems > Pigs
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Animal Husbandry and Breeding
Switzerland > ETHZ - Agrarwissenschaften
Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Advisory Service
ISBN:978-3-941583-87-0
Deposited By: Holinger, Dr. sc ETH Mirjam
ID Code:24878
Deposited On:18 Mar 2014 09:59
Last Modified:18 Mar 2014 09:59
Document Language:German/Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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