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Ende 2005 schlugen Untersuchungen im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Deutschland grosse Wellen. Jede Zehnte von rund 650 untersuchten Obst- oder Gemüseproben überschritt nach Aussagen von Greenpeace die „Akute Referenzdosis“ (ARfD). Dieser Befund war umso besorgniserregender, als eine Überschreitung der ARfD ein „konkretes Indiz für eine mögliche akute Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit darstellt“, so das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR). &#13;
Die Mehrzahl der ARfD-Überschreitungen waren nicht, wie man gerne annehmen möchte, die Folge von Höchstwertüberschreitungen; vielmehr wurden sie bei Produkten festgestellt, deren Pestizidbelastung unter den gesetzlich erlaubten Höchstmengen blieb. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die betreffenden Höchstwerte einer Bewertung des gesundheitlichen Risikos nicht standhalten, und demzufolge der Schutz der Konsumenten durch die geltenden Höchstwerte nicht gewährleistet ist!&#13;
So führt die in Deutschland (und in Österreich) für den Pestizidwirkstoff Procymidon in Trauben erlaubte Höchstmenge von 5 mg/kg zu einer 935 %igen Überschreitung der ARfD für ein 12 kg schweres Kind  (Verzehrsdaten und Berechnungsgrundlage des BFR). Procymidon ist jedoch kein Einzelfall; Lambda-Cyhalothrin, Deltamethrin, Pyrazophos oder Methomyl stehen beispielhaft für weitere Pestizide, bei denen die gesetzlichen Höchstwerte nicht vor einer Überschreitung der ARfD schützen. Den EU-Behörden ist das Problem bekannt. ARfD-Überschreitungen werden in den jährlichen EU-Monitoringberichten aufgezeigt. 2004 fand die Behörde auch deutliche Worte, indem sie von einer Gefährdung der Gesundheit für empfindliche Personengruppen sprach.&#13;
Darüber hinaus weist  die Risikobewertung - zu deren zentralen Säulen die ARfD und der ADI zählen – ernste und systematische Schwachstellen auf. Sie setzt etwa voraus, dass es eine akzeptable Aufnahmemenge gibt, einen so genannten „Schwellenwert“, unter welchem keine Wirkung auftritt. Für zahlreiche krebserregende Stoffe ist diese Annahme nicht zulässig. Auch reagieren Tier und Mensch mitunter sehr unterschiedlich auf Giftstoffe, weshalb die Übertragbarkeit von Erkenntnissen aus Tierversuchen auf den Menschen im Einzelfall immer zu hinterfragen ist. Diese prinzipiellen Schwächen und Defizite der Risikobewertung sind vor allem dann besorgniserregend, wenn grundlegend neue Technologien mithilfe dieses Instrumentes auf ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit beurteilt werden sollen, wie dies etwa bei der Gentechnik der Fall ist. &#13;
</mods:abstract><mods:classification authority="lcc"> Food security, food quality and human health</mods:classification><mods:originInfo><mods:dateIssued encoding="iso8061">2006</mods:dateIssued></mods:originInfo><mods:genre>Not peer-reviewed</mods:genre></mets:xmlData></mets:mdWrap></mets:dmdSec><mets:amdSec ID="TMD_oai:orgprints.org:9036"><mets:rightsMD ID="rights_oai:orgprints.org:9036_mods"><mets:mdWrap MDTYPE="mods"><mets:xmlData><mods:useAndReproduction>
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