@misc{orgprints9036, title = {Pestizidr\"uckst\"ande ? wie sicher sind die gesetzlichen H\"ochstwerte? }, author = {Helmut Burtscher}, year = {2006}, keywords = {Pestizidr?ckst?nde, akute Referenzdosis, MRL, Risikoforschung}, url = {http://orgprints.org/9036/}, abstract = {Pestizidr?ckst?nde ? wie sicher sind die gesetzlichen H?chstwerte? Ende 2005 schlugen Untersuchungen im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Deutschland grosse Wellen. Jede Zehnte von rund 650 untersuchten Obst- oder Gem?seproben ?berschritt nach Aussagen von Greenpeace die ?Akute Referenzdosis? (ARfD). Dieser Befund war umso besorgniserregender, als eine ?berschreitung der ARfD ein ?konkretes Indiz f?r eine m?gliche akute Beeintr?chtigung der menschlichen Gesundheit darstellt?, so das deutsche Bundesinstitut f?r Risikobewertung (BFR). Die Mehrzahl der ARfD-?berschreitungen waren nicht, wie man gerne annehmen m?chte, die Folge von H?chstwert?berschreitungen; vielmehr wurden sie bei Produkten festgestellt, deren Pestizidbelastung unter den gesetzlich erlaubten H?chstmengen blieb. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die betreffenden H?chstwerte einer Bewertung des gesundheitlichen Risikos nicht standhalten, und demzufolge der Schutz der Konsumenten durch die geltenden H?chstwerte nicht gew?hrleistet ist! So f?hrt die in Deutschland (und in ?sterreich) f?r den Pestizidwirkstoff Procymidon in Trauben erlaubte H?chstmenge von 5 mg/kg zu einer 935 %igen ?berschreitung der ARfD f?r ein 12 kg schweres Kind (Verzehrsdaten und Berechnungsgrundlage des BFR). Procymidon ist jedoch kein Einzelfall; Lambda-Cyhalothrin, Deltamethrin, Pyrazophos oder Methomyl stehen beispielhaft f?r weitere Pestizide, bei denen die gesetzlichen H?chstwerte nicht vor einer ?berschreitung der ARfD sch?tzen. Den EU-Beh?rden ist das Problem bekannt. ARfD-?berschreitungen werden in den j?hrlichen EU-Monitoringberichten aufgezeigt. 2004 fand die Beh?rde auch deutliche Worte, indem sie von einer Gef?hrdung der Gesundheit f?r empfindliche Personengruppen sprach. Dar?ber hinaus weist die Risikobewertung - zu deren zentralen S?ulen die ARfD und der ADI z?hlen ? ernste und systematische Schwachstellen auf. Sie setzt etwa voraus, dass es eine akzeptable Aufnahmemenge gibt, einen so genannten ?Schwellenwert?, unter welchem keine Wirkung auftritt. F?r zahlreiche krebserregende Stoffe ist diese Annahme nicht zul?ssig. Auch reagieren Tier und Mensch mitunter sehr unterschiedlich auf Giftstoffe, weshalb die ?bertragbarkeit von Erkenntnissen aus Tierversuchen auf den Menschen im Einzelfall immer zu hinterfragen ist. Diese prinzipiellen Schw?chen und Defizite der Risikobewertung sind vor allem dann besorgniserregend, wenn grundlegend neue Technologien mithilfe dieses Instrumentes auf ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit beurteilt werden sollen, wie dies etwa bei der Gentechnik der Fall ist. } }