%0 Conference Paper %A Daniel, Claudia %A Linder, Christian %A Wyss, Eric %D 2006 %E Boos, Marcus %F orgprints:7183 %I Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. (FÖKO), Traubenplatz 5, D-74189 Weinsberg %K Entomologie Obstbau, Birnenpockenmilbe, Herbstapplikation, Schwefel, Birne, sulphur, Eriophyes pyri, Phytoptus pyri, Acari, Eriophydae %P 47-54 %T Herbstapplikationen mit Schwefel – eine neue Möglichkeit zur Bekämpfung der Birnenpockenmilbe Eriophyes pyri %U http://orgprints.org/7183/ %X Trotz ihrer geringen Körpergrösse von nur 0.16 - 0.20mm kann die Birnenpockenmilbe, Eriophyes pyri (Pagenstecher) (Acari: Eriophyidae) starke Schäden an Blättern und Jungfrüchten von Birnen verursachen. Die befruchteten Weibchen überwintern in Kolonien unter den Knospenschuppen und besiedeln schon im zeitigen Frühjahr die sich entfaltenden Blätter (Jeppson et al. 1975). Durch die Einwanderung der Milben ins Blattmesophyll wird die Bildung von Blattpocken ausgelöst (Baillod & Höhn 1991). Geschützt im Inneren der Pocken findet die Eiablage und Juvenilentwicklung statt. Die jungen Adulten der nächsten Generation verlassen die Pocken, um neue Blätter zu besiedeln. Pro Jahr können 2-4 Generationen beobachtet werden (Alford 1992, Bovey et al. 1979, Friedrich & Rode 1996). Bei starkem Befallsdruck werden auch Blütenkelche und Jungfrüchte angegriffen, was zu Deformationen, Berostungen und vorzeitigem Fruchtfall führt (Easterbrook 1996). Im Spätsommer beginnen die Weibchen mit der Rückwanderung zu den Winterverstecken. Durch ihre versteckte Lebensweise im Inneren der Blattpocken sind die Milben sehr gut vor dem Einfluss von Pflanzenschutzmitteln geschützt. Bisher wurden Bekämpfungsmaßnahmen nur im zeitigen Frühjahr durchgeführt, wenn die Milben ihre Winterverstecke verlassen und die jungen Blätter besiedeln (Stadium 51- 53 BBCH, Meier et al. 1994). Zur Wirksamkeit dieser Austriebsspritzungen gibt es mehrere Untersuchungen: Laffi & Ermini (1989) erreichten mit Mineralölapplikationen beim Knospenschwellen Wirkungsgrade von 34% bis 93%. Easterbrook (1996) erwähnt einen Wirkungsgrad von 72-78% bei Schwefelspritzungen im zeitigen Frühjahr, stellt jedoch fest, dass die Wirkung stark von den Temperaturbedingungen abhängig ist. Klett (1965) und Auger et al. (2003) zeigen, dass für eine akarizide Wirkung von Schwefel ein Temperaturminimum von 17°C nötig ist. Weiterhin konnten Auger et al. (2003) nachweisen, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit die akarizide Wirkung von Schwefel unterstützt. Im Schweizer Öko-Anbau werden Mineral- oder Rapsölspritzungen bei Knospenaufbruch angewendet, um den Befallsdruck zu senken. Eine ausreichende Kontrolle der Birnenpockenmilbe wird damit jedoch oft nicht erreicht. Schwefel kommt nicht zum Einsatz, da die Temperaturen zu diesem Zeitpunkt oftmals noch sehr niedrig sind. Im Frühjahr 2003 wurde ein Kleinparzellenversuch angelegt,um die Wirkung der herkömmlichen Mineralölspritzungen zu evaluieren. Ausgehend von der Überlegung, dass die Milben ihre schützenden Pocken im Herbst wieder verlassen müssen, um zu den Winterverstecken zu gelangen, wurde im Herbst 2003 ein weiterer Kleinparzellenversuch mit Schwefel, Mineralöl und Kaolin angelegt. Die Behandlungen wurden direkt nach der Ernte durchgeführt, um noch von den milden Temperaturen im September zu profitieren. Zur Verifizierung der Ergebnisse wurde im Herbst 2004 ein Grossparzellenversuch durchgeführt.