creators_name: Böhm, Herwart editors_name: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Braunschweig type: reportchapter datestamp: 2003-06-05 lastmod: 2009-08-20 14:19:13 metadata_visibility: show title: Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im ökologischen Kartoffelanbau ispublished: pub subjects: 8planthealth subjects: rootcrops full_text_status: restricted keywords: Kartoffel, Phytophthora infestans, Kraut- und Knollenfäule, Pflanzenschutz, Phytopathologie, Kupfer abstract: Zu den Krankheiten mit der größten Bedeutung im ökologischen Kartoffelanbau gehört die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans). Durch diese Krankheit kann es je nach Witterungsbedingungen und damit je nach Befallsbedingungen zu deutlichen Ertragsausfällen kommen, die für ökologisch wirtschaftende Kartoffelanbauer einen enormen ökonomischen Verlust darstellen. Andererseits kann die Lagerstabilität und Qualitätsausbildung vermindert sein bzw. die Nachfrage nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Der Einsatz kupferhaltiger Mittel zur Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) wird durch die EU-Verordnung 2092/91 geregelt und wurde in diesem Jahr überarbeitet (EU-VO 473/2002). Nach der Neuregelung sind nunmehr im Kartoffelanbau bis Ende 2004 8 kg Cu ha-1 a-1 erlaubt, danach noch 6 kg Cu ha-1 a-1. Dabei muss die Notwendigkeit des Einsatzes durch die Kontrollstellen anerkannt werden. Die nationalen Anbauverbände des ökologischen Landbaus haben spezifische Regelungen, die in Deutschland je nach Anbauverband eine Beschränkung auf 3 kg Cu ha-1 a-1 oder einen vollständigen Verzicht kupferhaltiger Mittel festschreiben. Zugelassen sind in Deutschland im ökologischen Kartoffelanbau derzeit ausschließlich Mittel auf Basis von Kupferoxychlorid mit einer Befristung bis zum 31.12.2004 (BBA 2002). Vorrangiges Ziel im ökologischen Landbau ist mittelfristig eine Reduzierung des Einsatzes kupferhaltiger Präparate, wobei langfristig möglichst auf Kupfer als Pflanzenschutzmittel verzichtet werden soll. Für eine Gesamtstrategie zur Regulierung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) kommen somit einerseits den vorbeugenden Maßnahmen besondere Bedeutung zu, andererseits jedoch vor allem der Erforschung neuer Wirkstoffe im Sinne des biologischen Pflanzenschutzes, z.B. auf Basis von Pflanzen- und Algenextrakten oder antagonistisch wirkenden Mikroorganismen. Der im ökologischen Landbau limitierte Einsatz von Kupfer erfordert eine abgestimmte Gesamtstrategie zur Regulierung von Phytophtora infestans. Dabei muss vor allem dem Instrumentarium der vorbeugenden Maßnahmen, insbesondere dem Vorkeimen größte Bedeutung beigemessen werden. Die durch Vorkeimen zu realisierenden Mehrerträge liegen auf vergleichbarem Niveau wie die durch den Einsatz kupferhaltiger Präparate. Die Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln unter Freilandbedingungen kann bislang als nicht zufriedenstellend angesehen werden. In diesem Bereich besteht erheblicher Forschungsbedarf, vor allem im Hinblick auf die Wirkungsmechanismen einerseits und die Möglichkeiten einer Formulierung der Extrakte andererseits. Bei den kupferhaltigen Präparaten zeigen sich Entwicklungspotenziale hinsichtlich der Reduzierung der Kupfermenge bei gleichbleibendem Wirkungsgrad. Kupferhaltige Mittel sollten nur zum Einsatz kommen, wenn alle vorbeugenden Maßnahmen ausgeschöpft wurden. date: 2003 date_type: published series: Berichte aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft publication: Pflanzenschutz im ökologischen Landbau - Probleme und Lösungsansätze - 7. Fachgespräch am 6. Juni 2002 in Berlin-Dahlem, Alternativen zur Anwendung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel - Forschungsstand und neue Lösungsansätze pagerange: 48-55 institution: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) department: Institut für integrierten Pflanzenschutz refereed: never referencetext: AGÖL (2000): Rahmenrichtlinien für den Ökologischen Landbau, ArbeitsGemeinschaft Ökologischer Landbau e.V., 15. Auflage. BBA (2002): www.bba.de. BLAESER, P. (1999): Isolierung und Charakterisierung von Pflanzeninhaltsstoffen mit fungizider Wirkung, Diss. Institut für Pflanzenkrankheiten der Rheinisch Friedrich- Wilhelms- Universität Bonn. BMVEL (2002), Agrarbericht 2001, Daten zu ökologischen Landbau, aus dem Internet am 31.04.02. http://www.verbraucherministerium.de/landwirtschaft/ab.2002/ab02/blac.htm1.3. BÖHM, H. (1999): N-Versorgung, Ertragsbildung und N-Aufnahme von Kartoffeln im Ökologischen Landbau bei variierter Stallmistdüngung und Pflanzgutvorbereitung. 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