@misc{orgprints6405, title = {Futterwahlversuche mit Ratten und mikrobiologische Untersuchungen als integrative Testmethoden zur Ermittlung der Qualit\"at landwirtschaftlicher Produkte}, keywords = {Qualit?t, Lebensmittelqualit?t, Futterwahlversuche}, url = {http://orgprints.org/6405/}, abstract = {Um den Einfluss der Anbaumethode zu akzentuieren wurden Produkte derselben Sorte aus demselben Anbaugebiet und mit identer Lagerung verglichen. Zur Untersuchung kamen Winterweizen (Capo), ?pfel (Idared), Karotten (Tarvil) und Rote R?ben (Formanova, 1999). Einige Ergebnisse der chemischen Analysen zeigten signifikante Unterschiede, die aber nicht regelm??ig zu Gunsten der einen oder anderen Anbauweise ausfielen. So war der Nitratgehalt, der oft als Differenzierungsmerkmal herangezogen wird, nur in den konventionell angebauten Roten R?ben deutlich h?her. Die Zuckeruntersuchungen ergaben teilweise signifikante Ergebnisse zu Gunsten der biologisch angebauten Karotten (1999) und ?pfel (beider Erntejahre). Der Gehalt an ?pfels?ure war immer signifikant h?her in den Bio-?pfeln. Die Trockensubstanz-gehalte erwiesen sich als konstantes Merkmal, sie waren in allen F?llen, also in beiden Erntejahren vor und nach der Lagerung in den biolo-gisch erzeugten Testprodukten h?her. Im Winterweizen beider Ernten und in den ?pfeln der Ernte 1998 konnten signifikant h?here Aschegehalte in den biologischen Varianten gefunden werden; bei den Karotten wurden hingegen 1999 signifikant h?here Werte in der konventionell angebauten Variante festgestellt. Der St?rkegehalt war nur 1999 signifikant h?her beim Bio-Weizen. In beiden Erntejahren wurden im biologisch angebauten Weizen niedrigere Gehalte an Kleber und Rohprotein, daf?r aber h?here Gehalte an essentiellen Aminos?uren gemessen. Im Futterwahlversuch wurde der biologisch angebaute Weizen in beiden Untersuchungsjahren h?chst signifikant bevorzugt. Ebenso mit h?chst signifikantem Ergebnis pr?ferierten die Ratten in drei Versuchen (Ernte 1998 frisch, Ernte 1999 frisch und gelagert) die biologisch angebauten Karotten, im Versuch mit den gelagerten Karotten der Ernte 1998 unterschieden die Versuchstiere nicht mehr zwischen den beiden Anbauvarianten. Die biologisch angebauten Roten R?ben wurden sowohl frisch als auch gelagert h?chst signifikant favorisiert. In den Futterwahlversuchen mit ?pfeln, besonders mit frischen Fr?chten, demonstrierten die Laborratten aber eine deutliche Vorliebe f?r die kon-ventionell angebaute Variante. Diese Ergebnisse k?nnten auf den h?heren S?uregehalt der biologischen Variante zur?ckzuf?hren sein. F?r diese Annahme sprach auch der Versuch mit den gelagerten ?pfeln Ernte 1999 (n.s.) und ein weiterer Versuch mit gelagerten ?pfeln der Ernte 1998 nach 6 Monaten, bei welchem eine geringf?gig h?here Akzeptanz der biologischen ?pfel (54 % zu 46 %) gezeigt werden konnte. W?hrend der Lagerung nimmt der S?uregehalt ab. Die Aussagekraft von Futterwahlversuchen bez?glich der Anbauweise wurde hier von der Wahl des weniger sauren Produktes, das f?r die Ratten bek?mmlicher war, ?berlagert. Diese Erfahrung verdeutlicht den sinnvollen Anwen-dungsbereich dieser Methode, der auf f?r Ratten bek?mmliche Produkte eingeschr?nkt werden muss. Mit Hilfe von Verkostungstests konnte gepr?ft werden, ob die Testprodukte unterscheidbar waren (Dreieckspr?fung), und ob in geschmack-licher Hinsicht eine Bevorzugung bestand (Beliebtheitstest). Es konnte gezeigt werden, dass die Anbauweise im Zusammenhang mit dem Anbaujahr einen Einfluss auf den Geschmack hat und dass dieser auch von ungeschulten Konsumenten erschmeckt werden kann. Die Beliebtheitstests zeigten in beiden Jahren eine Pr?ferenz der biologisch angebauten ?pfel. Diese Ergebnisse entsprechen der h?heren Fruchtfleischfestigkeit und dem f?r den Geschmack g?nstigeren Zucker/?pfels?ure-Verh?ltnis bei den biologischen ?pfeln. Auch von den Roten R?ben wurde die biologisch angebaute Variante signifikant favorisiert. Bei den Karottentests hingegen waren die Ergebnisse der beiden Erntejahre entgegengesetzt, 1998 wurde die konventionell angebaute Variante bevorzugt, 1999 war eine Tendenz zu Gunsten der biologisch angebauten Variante zu beobachten. Die Messung der Atmungsaktivit?t zeigte deutliche Differenzierungen zwischen den Anbauvarianten. Bei den Karotten und den Roten R?ben war eine geringere CO2-Abgabe bei den biologisch angebauten Varianten feststellbar. Die Atmungsaktivit?t der ?pfel nach der Ernte war bei den biologisch angebauten ?pfeln h?her, nach der Lagerung war es umgekehrt. M?glicherweise ist dies auf das von den Gem?seproben unterschiedliche Lagerverhalten der ?pfel zur?ckzuf?hren. Mit der h?heren Atmungsintensit?t war ein meist signifikant h?herer Trockensubstanzverlust im Selbstzersetzungstest der Proben verbunden. Als Vorhersage f?r die Haltbarkeit der Karotten und R?ben schien die Messung der Atmungsaktivit?t gut geeignet. Es konnten positive Zusam-menh?nge zwischen niedrigerer Atmungsaktivit?t, geringerem Trockensubstanzabbau, h?herem Trockensubstanzgehalt, mehr Gesamtzucker, niedrigerer elektrischer Leitf?higkeit und besserer Lagerf?higkeit aufgezeigt werden. F?r eine gute Haltbarkeit sprachen bei den biologisch produzierten ?pfeln die durchwegs signifikant h?heren Penetrometer-messergebnisse und Trockensubstanzgehalte. Eine wichtige Rolle spielt diesbez?glich auch der Calciumgehalt, der im ersten Untersuchungsjahr in der biologischen Variante h?her war, im zweiten dagegen nahezu gleich. Nach der Lagerung konnte 1998 nur in den konventionellen ?pfeln Markbr?une beobachtet werden. Im zweiten Jahr trat bei keiner Variante Markbr?une auf. W?hrend der Selbstzersetzung kann eine divergierende Besiedelung mit Mikroorganismen beobachtet werden. Erstmals wurde im Rahmen einer Diplomarbeit (Monika Schwaiger) bei den Produkten der Ernte 1999 der Versuch unternommen, die h?ufigsten Abbaupilze zu bestim-men und ihr Auftreten zu bonitieren. Der P-Wert ist ein physiologischer Index, in welchem der aktuelle elektrische Energiestatus (Redoxpotential) sowie die Elektrolyt- und Was-serstoffionenkonzentration (elektrische Leitf?higkeit, pH-Wert) integriert sind. Aus elektroenergetischer Sicht sind niedrigere P-Werte Indikatoren besserer Qualit?t. Sowohl die Karotten als auch die Roten R?ben aus biologischem Anbau hatten nach der Ernte niedrigere P-Werte, nach der Lagerung wurde kein Unterschied mehr festgestellt. Die P-Werte der ?pfel hingegen waren zu allen Zeitpunkten niedriger in der konventionellen Variante. Es konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen niedrigeren P-Werten, Bevorzugung im Futterwahlversuch und meist reicherer Verpilzung im Selbstzersetzungstest beobachtet werden. Eine abschlie?ende Zusammenschau der Ergebnisse der verschiedenen Methoden zeigte, dass keine alleine ausgereicht h?tte, die Vergleichsprodukte in jedem Fall gesichert zu differenzieren. Es ergaben sich aber ?bereinstimmende Ergebnisse. Die G?ltigkeitsgrenzen jeder Methode sollten definiert werden, um die Aussagekraft der Ergebnisse beurteilen zu k?nnen. Die Erfassung von zwei Vegetationsperioden ist allerdings zu wenig, um Ergebnisdiskrepanzen aufzukl?ren und ?bereinstimmungen abzusichern.} }