@misc{orgprints6397, title = {Stickstoff-Auswaschungsverluste und Nachfruchteffekte von Futterleguminosen (Schnitt- und Gr\"unbrache-Nutzung) auf Getreide-Nachfr\"uchte im \"Okologischen Landbau unter pannonischen Standortbedingungen in Ost\"osterreich }, keywords = {Ackerbau; Pflanzenbau, Bodenuntersuchungen, Stickstoffkreislauf, Futterleguminosen, Nutzung, Nitratauswaschung,}, url = {http://orgprints.org/6397/}, abstract = {Im niederschlagsarmen Ackerbaugebiet Ost?sterreichs dominiert auch im ?kologischen Landbau die viehlose Bewirtschaftungsform. Aufgrund des Verbotes von mineralischen D?ngemitteln sowie der Zufuhrbeschr?nkung organischer D?ngemittel muss der Stickstoffbedarf ?ber den Einsatz von Futter- und K?rnerleguminosen in der Fruchtfolge gedeckt werden. Die Nutzung von Futterleguminosen erfolgt ?berwiegend als Gr?nbrache (Mulchnutzung), wobei Luzerne als Reinsaat oder als Luzerne-Gr?ser-Gemenge angebaut wird. ?ber die Auswirkungen verschiedener Nutzungssysteme, Pflanzenarten und Artengemenge auf Bodenprozesse und die Nachfr?chte ist bisher wenig bekannt. Unter den spezifischen pannonischen Klimabedingungen (Niederschl?ge von 500 - 550 mm im Jahr und D?rreperioden von 3 - 6 Wochen) wurden folgende Themen untersucht: Auswirkungen von verschiedenen Nutzungssystemen (Schnitt und Mulch), sowie Luzerne-Reinsaat und Luzerne-Gr?ser-Gemenge auf die Stickstoff- und Wasserdynamik im Boden sowie auf Ertrag und Qualit?t von Getreide-Nachfr?chten. Ziel dieser Untersuchung war daher die Entwicklung von an den Standort angepassten Nutzungssystemen und Artengemengen von Futterleguminosen zur Optimierung von Ertrag und Qualit?t von Getreide-Nachfr?chten bei gleichzeitiger Minimierung des Nitrat-Auswaschungsrisikos. Die Untersuchung wurde auf den seit 1997 nach den Richtlinien des ?kologischen Landbaus bewirtschafteten Fl?chen des Institutes in Raasdorf bei Wien durchgef?hrt. Als Vorfrucht wurde Luzerne als Reinsaat und in Form eines Luzerne-Gr?ser-Gemenges (80% zu 20% Fl?chenanteil in der Aussaatmischung) jeweils in zwei Nutzungssystemen (Mulch und Schnitt) angebaut. Als Referenz-Vorfr?chte dienten ein Gr?ser-Gemenge und Winterroggen. Nach Umbruch der verschiedenen Varianten wurde Winterweizen und im darauf folgenden Jahr Winterroggen angebaut. Untersucht wurden der Bodenwasserhaushalt, die Mineralstickstoffgehalte (Nmin) im Boden sowie der Ertrag und Proteingehalt der Getreide-Nachfr?chte. Zus?tzlich waren in 120 cm Bodentiefe Saugkerzen installiert, mittels derer Bodenwasserproben zur Untersuchung auf Nitrat gewonnen wurden. Die Sickerungsrate wurde mittels Bodenwasserbilanz ermittelt. Der gleiche Versuch wurde in zwei aufeinander folgenden Jahren angelegt und durchgef?hrt. Bei Mulchnutzung von Futterleguminosen war, im Vergleich zu Schnittnutzung, der N-Eintrag durch die Luzerne-Vorfr?chte wesentlich h?her. Unter den ?berwiegend trockenen Witterungsbedingungen f?hrte Mulchnutzung im Vergleich zu Schnittnutzung jedoch zu keinen h?heren Nmin-Gehalten im Boden. Die N-Aufnahme durch die Nachfrucht war daher nicht oder nur geringf?gig erh?ht und es konnten in der Folge keine h?heren Ertr?ge und Rohproteingehalte bei der ersten und zweiten Hauptfrucht erzielt werden. Der Vergleich von Leguminosen-Gr?ser-Gemengen mit reinen Leguminosen-Best?nden ergab, dass die Artenzusammensetzung bis auf einen Fall keine Auswirkungen auf den Nmin-Gehalt des Bodens, sowie auf die N-Aufnahme, die Ertr?ge und die Rohproteingehalte der Nachfr?chte hatte. Im Jahr 2001/02 (Versuchsanlage 2) waren jedoch bei besserer Wasserversorgung die N-Aufnahme und die Proteingehalte von Winterweizen bei Mulchnutzung, nicht aber bei Schnittnutzung, nach Luzerne-Gr?ser-Gemenge geringer als nach Luzerne-Reinsaat. Obwohl bei Mulchnutzung, im Vergleich zu Schnittnutzung, der N-Eintrag durch die Luzerne-Vorfr?chte wesentlich h?her war, waren die N-Ertr?ge der ersten und zweiten Getreidenachfrucht nicht oder nur geringf?gig erh?ht. Die N-Nutzungseffizienz war bei Mulchnutzung folglich geringer als bei Schnittnutzung. Die Nmin-Gehalte der Varianten nach Umbruch haben sich nicht unterschieden. Dementsprechend war bei der ausgepr?gten Trockenheit auch das Nitratauswaschungsrisiko in allen Varianten ?hnlich gering. Aus den Untersuchungen k?nnen Empfehlungen f?r die Praxis f?r den Anbau von Luzerne-(Gr?ser-)Best?nden abgeleitet werden. Unter trockenen Witterungsbedingungen kann Mulchnutzung trotz der geringen N-Nutzungseffizienz neben Schnittnutzung empfohlen werden, weil die N-Verluste bei Trockenheit gering sind und der Mulchstickstoff ?berwiegend im Boden verbleibt. Dort tr?gt er zum Aufbau organischer Bodensubstanz bei und kann zum Aufbau eines Vorrats an mineralisierbarem organischen N im Boden beitragen. Bei entsprechender Witterung wird ein Teil des gespeicherten Stickstoffs zu einem sp?teren Zeitpunkt in der Fruchtfolge wirksam. Allerdings sollten die Luzernebest?nde zeitig, d.h. im Juli, umgebrochen werden, um den Bodenwasservorrat zu schonen und so die Wasserversorgung der Nachfrucht zu verbessern. Bei feuchter Witterung im Sommer k?nnen Zwischenfr?chte das Nitratauswaschungsrisiko senken. Weiters ist eine Schnittnutzung der Luzerne-Best?nde in Verbindung mit einer Nutzung des Schnittguts als D?nger zu den Nachfr?chten zu ?berpr?fen, um die Nutzungseffizienz des Luzernestickstoffs kurzfristig zu erh?hen. Das Schnittgut kann direkt nach dem Kompostieren mit Stroh oder nach Durchlaufen eines Biogasprozesses gezielt in Getreidenachfr?chte oder andere Kulturen ausgebracht werden. Die diesbez?gliche Verfahrenstechnik und deren Wirtschaftlichkeit sind jedoch noch zu ?berpr?fen. Unter feuchten Witterungsbedingungen im Anbaujahr der Luzernebest?nde ist die Bodenwassersituation weniger angespannt. Die N-Mineralisierung aus den Leguminosenresiduen und aus der organischen Bodensubstanz sowie die Gefahr von N-Verlusten durch Entgasung und Auswaschung sind erh?ht. Der Umbruch der Luzernebest?nde sollte deshalb m?glichst sp?t erfolgen (Mitte September bei Nachfrucht Winterweizen). Der bei h?herem Niederschlag h?here Biomasseertrag erh?ht das N-Verlustsrisiko. Schnittnutzung ist daher der Mulchnutzung vorzuziehen, um N-Verluste zu vermeiden. Ebenso wie in trockenen Jahren kann die N-Nutzungseffizienz durch eine Nutzung des Schnittguts als D?nger auf anderen Fl?chen erh?ht werden. Vor allem unter feuchten Bedingungen sind Leguminosen-Gr?ser-Gemenge vorteilhaft, weil zu erwarten ist, dass der Stickstoff aus den Residuen langsamer freigesetzt wird als bei reinen Leguminosenbest?nden. Dies reduziert das Risiko von N-Verlusten. Die Synchronisierung der N-Verf?gbarkeit mit dem N-Bedarf nach der ersten Nachfrucht kann damit verbessert sein.} }