%A Hubertus Hertzberg %A Michael Larsen %A Veronika Maurer %J Berl. M?nch. Tier?rzlt. Wschr. %T Biologische Helminthenkontrolle bei Weidetieren mit nematophagen Pilzen %X Die Kontrolle gastrointestinaler Nematoden bei Weidetieren basiert seit f?nf Jahrzehnten nahezu ausschlie?lich auf dem Einsatz von Anthelminthika. Die derzeit vor allem bei den Schaf- und Ziegennematoden weltweit zunehmende Resistenzproblematik erfordert die Entwicklung neuer, innovativer Kontrollstrategien, wobei die biologische Bek?mpfung auf der Basis nematophager Pilze den derzeit erfolgversprechensten Ansatz darstellt. Erste Versuche zur Anwendung dieser Pilze bei Pflanzen und Tieren erfolgten bereits in den 30er Jahren, doch erst in den 90er Jahren f?hrten Experimente zur Pr?fung der Passagef?higkeit einzelner Spezies durch den Magen-Darm-Trakt von Rindern zur Isolation von Duddingtonia flagrans, womit ein ma?geblicher Fortschritt erzielt wurde. Dieser Pilz bildet adh?sive, dreidimensionale Fangnetze sowie ?u?erst resistente Chlamydosporen. Diese Sporen stellen Dauerformen dar, die in der Lage sind, die Magen-Darm-Passage bei Weidetieren zu ?berleben, im Kot auszukeimen und mit ihren Fangorganen Parasitenlarven und freilebende Nematoden einzufangen. Das hervorragende Potenzial von D. flagrans zur biologischen Nematodenkontrolle wurde bisher in zahlreichen Versuchen mit Rindern, Schafen, Pferden und Schweinen best?tigt. Eine eingeschr?nkte Kontrollaktivit?t besteht gegen?ber Dictyocaulus und Nematodirus, w?hrend die Parasitengruppen, deren ?bertragung auf der Basis infekti?ser Eier basiert (z. B. Ascaris, Trichuris), durch D. flagrans nicht kontrollierbar sind. Bisher durchgef?hrte Studien ergaben keine Anhaltspunkte f?r negative Auswirkungen des Duddingtonia-Einsatzes auf das ?kosystem Weide, doch sind diese Resultate noch durch l?ngerfristige Studien zu erg?nzen. Forschungsbedarf besteht weiterhin noch hinsichtlich einer verbesserten Sporenapplikation auf der Basis von Langzeitboli oder Lecksteinen. Fortschritte in diesem Bereich stellen eine Voraussetzung dar f?r die Einbeziehung der biologischen Bek?mpfung in ein integriertes Bek?mpfungskonzept, in dem neben den chemotherapeutischen und weidehygienischen Ma?nahmen auch zuk?nftige Entwicklungen, wie die Zucht genetisch resistenter Tiere, bioaktive Futterpflanzen und Vakzinen Anwendung finden werden. %N 115 %K Parasiten, Strongyliden, Biologische Kontrolle, Rind, Schaf, Pferd, Veterin?rparasitologie, Endoparasitenkontrolle, Duddingtonia, Parasites, strongyles, biological control, cattle, sheep, horse %P 278-285 %D 2002 %I Blackwell Verlag, Berlin %L orgprints2733