TY - GEN ID - orgprints2733 UR - http://orgprints.org/2733/ A1 - Hertzberg, Hubertus A1 - Larsen, Michael A1 - Maurer, Veronika Y1 - 2002/// N2 - Die Kontrolle gastrointestinaler Nematoden bei Weidetieren basiert seit fünf Jahrzehnten nahezu ausschließlich auf dem Einsatz von Anthelminthika. Die derzeit vor allem bei den Schaf- und Ziegennematoden weltweit zunehmende Resistenzproblematik erfordert die Entwicklung neuer, innovativer Kontrollstrategien, wobei die biologische Bekämpfung auf der Basis nematophager Pilze den derzeit erfolgversprechensten Ansatz darstellt. Erste Versuche zur Anwendung dieser Pilze bei Pflanzen und Tieren erfolgten bereits in den 30er Jahren, doch erst in den 90er Jahren führten Experimente zur Prüfung der Passagefähigkeit einzelner Spezies durch den Magen-Darm-Trakt von Rindern zur Isolation von Duddingtonia flagrans, womit ein maßgeblicher Fortschritt erzielt wurde. Dieser Pilz bildet adhäsive, dreidimensionale Fangnetze sowie äußerst resistente Chlamydosporen. Diese Sporen stellen Dauerformen dar, die in der Lage sind, die Magen-Darm-Passage bei Weidetieren zu überleben, im Kot auszukeimen und mit ihren Fangorganen Parasitenlarven und freilebende Nematoden einzufangen. Das hervorragende Potenzial von D. flagrans zur biologischen Nematodenkontrolle wurde bisher in zahlreichen Versuchen mit Rindern, Schafen, Pferden und Schweinen bestätigt. Eine eingeschränkte Kontrollaktivität besteht gegenüber Dictyocaulus und Nematodirus, während die Parasitengruppen, deren Übertragung auf der Basis infektiöser Eier basiert (z. B. Ascaris, Trichuris), durch D. flagrans nicht kontrollierbar sind. Bisher durchgeführte Studien ergaben keine Anhaltspunkte für negative Auswirkungen des Duddingtonia-Einsatzes auf das Ökosystem Weide, doch sind diese Resultate noch durch längerfristige Studien zu ergänzen. Forschungsbedarf besteht weiterhin noch hinsichtlich einer verbesserten Sporenapplikation auf der Basis von Langzeitboli oder Lecksteinen. Fortschritte in diesem Bereich stellen eine Voraussetzung dar für die Einbeziehung der biologischen Bekämpfung in ein integriertes Bekämpfungskonzept, in dem neben den chemotherapeutischen und weidehygienischen Maßnahmen auch zukünftige Entwicklungen, wie die Zucht genetisch resistenter Tiere, bioaktive Futterpflanzen und Vakzinen Anwendung finden werden. PB - Blackwell Verlag, Berlin KW - Parasiten KW - Strongyliden KW - Biologische Kontrolle KW - Rind KW - Schaf KW - Pferd KW - Veterinärparasitologie KW - Endoparasitenkontrolle KW - Duddingtonia KW - Parasites KW - strongyles KW - biological control KW - cattle KW - sheep KW - horse TI - Biologische Helminthenkontrolle bei Weidetieren mit nematophagen Pilzen SP - 278 AV - restricted EP - 285 ER -