TY - GEN ID - orgprints2673 UR - http://orgprints.org/2673/ A1 - Hertzberg, Hubertus A1 - Walkenhorst, Michael A1 - Klocke, Peter Y1 - 2003/// N2 - Stimuliert durch ein stetig wachsendes Konsumenteninteresse und finanzielle Anreize des Bundes, hat die biologische Landwirtschaft in der Schweiz in den zurückliegenden Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Innerhalb der biologisch bewirtschafteten Fläche nimmt das direkt oder indirekt von Wiederkäuern genutzte Grünland den grössten Teil ein. Massgeblich bedingt durch die bedeutende Zunahme der biologischen Milchviehhaltung ist die Kontaktfläche zwischen der tierärztlichen Praxis und dem Biolandbau bereits stark gewachsen. Der Bio-Status eines Betriebes berührt die tierärztliche Praxis vor allen in den Bereichen Komplementärtherapie/Arzneimittelverabreichung und bei den sogenannten zootechnischen Massnahmen (Enthornen, Kupieren etc.). Eine wichtige Anforderung an die biologisch bewirtschafteten Betriebe besteht in der Auflage, für Behandlungen von Tieren bevorzugt komplementärmedizinische Präparate oder Verfahren einzusetzen, sofern erfahrungsgemäss eine therapeutische Wirkung auf die betreffende Tierart und die zu behandelnde Krankheit erwartet werden kann. Das Spektrum der auf Biobetrieben in Verantwortung des Tierarztes prinzipiell einsetzbaren registrierten Arzneimittel ist jedoch nicht eingeschränkt, wenn die Erkrankung auf dem komplementären Weg erfahrungsgemäss nicht kuriert werden kann. Die rein präventive Anwendung allopathischer Tierarzneimittel ist jedoch nicht zulässig. Weitere Besonderheiten in Zusammenhang mit dem Arzneimitteleinsatz auf Biobetrieben betreffen die einzuhaltenden Absetzfristen, die Dokumentation und die für eine Biovermarktung tolerierte Behandlungshäufigkeit. In Konfliktfällen ist der Gesundheit eines Tieres grundsätzlich Vorrang gegenüber seinem Bio-Status einzuräumen. Bei der Vorbereitung der in der Praxis tätigen Tierärzte auf die neue Situation sind derzeit noch deutliche Defizite zu verzeichnen, obwohl bei der Betreuung von Biobetrieben ein besonderer Aufgaben- und Verantwortungsbereich übernommen wird. Die Ausweitung des Tätigkeitsfeldes und die damit verbundene Erweiterung des komplementärmedizinischen Therapiespektrums kann für engagierte Praktiker zukünftig eine Herausforderung und Chance zugleich darstellen. KW - Tiergesundheit KW - Veterinärparasitologie KW - Biologische Tierhaltung KW - Bestandesbetreuung KW - Arzneimittelrecht KW - Prophylaxe KW - organic farming KW - herd health management KW - drug legislation KW - prophylaxis TI - Tiergesundheit im biologischen Landbau. Neue Richtlinien und Perspektiven für die Nutztierpraxis SP - 519 AV - restricted EP - 525 ER -