@misc{orgprints2496, title = {Grenz\"ubergreifende Untersuchung der M\"oglichkeiten zur Angebotssteigerung von \"okologisch erzeugtem Obst und Gem\"use aus dem s\"udlichen Oberrheingebiet}, author = {Heike Budig and Yves Perron and Dr. Toralf Richter}, year = {2002}, keywords = {Angebotssteigerung Obst Gem?se Vermarktung Elsass Baden Schweiz Markt}, url = {http://orgprints.org/2496/}, abstract = {Ziel der vorliegenden Studie ist die Analyse von M?glichkeiten der Angebotssteigerung von ?kologisch produziertem Obst und Gem?se aus der Oberrhein-/Hochrheinregion (Regio Trirhena). Sie wurde grenz?berschreitend in den drei Teilregionen S?dbaden, Elsass und Nordwestschweiz durchgef?hrt. Die Ergebnisse basieren haupts?chlich auf pers?nlich gef?hrten standardisierten Interviews mit Biobetrieben und Grossh?ndlern sowie auf grenz?berschreitenden Workshops mit Beratern und Handelsvertretern. Die Nachfrage nach Bioprodukten, insbesondere Obst und Gem?se steigt. Gro?ab-nehmer, wie Superm?rkte und konventionelle Obst- und Gem?segro?h?ndler steigen neu in den Biomarkt ein. Die Agrarpolitik der drei L?nder intensiviert zunehmend in die F?rderung des ?kologischen Landbaus. Die allgemeinen Rahmenbedingungen f?r eine Ausweitung des biologischen Landbaus sind somit gut. Die Studie soll die Frage be-antworten, welche Absatzchancen sich f?r Biobetriebe oder konventionelle Betriebe der Regio Trirhena in Hinblick auf eine Vermarktung ausserhalb der Direktvermarktung an Grossh?ndler und Supermarktketten bieten und welche Voraussetzungen hierf?r notwendig sind. In einem ersten Schritt werden mit einer Betriebsbefragung von Biobetrieben mit Obst- und Gem?sefl?chen der regionale Biomarkt analysiert und die Biobetriebe zu ihrem Angebots- und Vermarktungspotential befragt. Als Ergebnis l??t sich festhalten, dass die Mehrheit der bestehenden Biobetriebe aus pers?nlichen (Zufriedenheit mit gegen-w?rtiger Situation), strukturellen (geringes Fl?chenangebot, Arbeitskraftproblem) und marktpolitischen Gr?nden (zu niedrige Preise frei Grosshandel oder Verarbeiter) nicht an einer Belieferung von Gro?abnehmern des konventionellen Handels interessiert sind. Ihr Schwerpunkt liegt im weiteren Ausbau der Direktvermarktung. W?hrend in den Regionen S?dbaden und Elsass eine deutliche Unterdeckung der Nachfrage besteht, kann in der Nordwestschweiz eine momentane harmonische Marktentwicklung verzeichnet werden. Grosse neue Partien, die kurzfristig auf den Markt treten, w?rden das Marktgleichgewicht in der Nordwestschweiz st?ren, weshalb auf eine gezielte Untersuchung konventioneller Betriebe in dieser Region verzichtet wurde. In den beiden anderen Regionen wurden dagegen auch der Frage nachgegan-gen, welche Hinderungsgr?nde es f?r konventionelle Obst- und Gem?sebaubetriebe f?r eine Umstellung auf den ?kologischen Landbau gibt. Trotz positiven Marktumfelds ist gegenw?rtig das Interesse konventioneller Obst- und Gem?sebaubetriebe in der Regio Trirhena an einer Umstellung gering. Die in der Studie ermittelten Ursachen liegen insbesondere in einer geringen Markttransparenz, dem Fehlen betriebswirt-schaftlicher und produktionstechnischer Umstellungsdaten, hinzu kommt fehlendes Know-how und ein Mangel an Arbeitskr?ften. Dar?ber hinaus decken die F?rderbetr?ge des ?kologischen Landbaus ?ber Direktzah-lungen in den drei Regionen zwar weitgehend die Mehraufwendungen und Minderer-tr?ge f?r den Obst- und Gem?sebau, sie bieten aber oft keinen zus?tzlichen Anreiz f?r einen auch in der konventionellen Bewirtschaftung rentabel wirtschaftenden Betrieb mit z.B. Maisanbau (Elsass, Baden). Sie sind weiterhin nicht in der Lage das Marktrisiko sowie das Risiko m?glicher Totalausf?le von Ernten zu decken. Im Elsass existiert zudem das Problem, dass nach einer f?nfj?hrigen F?rderung keinerlei Direktzahlungen mehr an den Biobetrieb f?r die ?kologische Bewirtschaftung fliessen. Eine stark erh?htes Angebot an Bioobst und Biogem?se k?nnte in den Regionen S?d-baden und Elsass nur von Gro?abnehmern abgesetzt werden. Eine Verbesserung der Markttransparenz bzgl. aktuellen und potentiellen Abnehmern kann die Umstellungsbe-reitschaft erh?hen. Der zweite Teil des Berichts konzentriert sich auf die Analyse der Biomarktstrukturen im Marktsegment ?Gro?abnehmer?. Ergebnis ist, dass der regional agierende Natur-kostgro?handel gut etabliert und auch sehr offen ist f?r neue Anbieter. Potentielle, im konventionellen Sektor agierende Gro?abnehmer, wie die badischen Erzeugerorganisationen, die el?ssischen Kooperativen, die Obst- und Gem?segro?-h?ndler und der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel verhalten sich trotz des sich dynamisch entwickelnden Biomarkts sehr z?gerlich mit dem Aufbau eines eigenen Biosegments. Offensichtlich scheinen die Risiken, ?hnlich wie bei den konventionellen Landwirten, gr?sser als die Chancen. Die Marktanalyse zeigte, dass auf dem regionalen Biomarkt partiell und tempor?r Marktungleichgewichte existieren, wobei Angebotsdefizite ?berwiegen. Gesucht wer-den besonders Beerenobst, Spargel, Steinobst und partiell Salate und Kr?uter aus biologischem Landbau und damit Produktgruppen, die im Biolandbau insgesamt noch wenig entwickelt sind. Es ist somit k?nftig gemeinsam mit Beratern zu pr?fen, ob diese Kulturen f?r umstellungsinteressierte gr??ere Betriebe eine Perspektive bieten k?nn-ten. Die Untersuchung grenz?berschreitender Handelsaktivit?ten zeigte, dass bisher noch wenig Handel zwischen den Grenzen betrieben wird. Der verst?rkte Austausch zwi-schen den Regionen wird vom Handel aber gew?nscht. Die Preisniveaus der drei Re-gionen zu Saisonzeiten sind vergleichbar. Die Problematik tempor?rer Angebots?ber-sch?sse k?nnte somit abgeschw?cht werden. Im Gegensatz zu den Grossh?ndlern sehen nur wenige Landwirte im grenz?berschrei-tenden Handel Absatzm?glichkeiten. Abschlie?end kann mit Hilfe der SWOT-Analyse dargestellt werden, dass der Biomarkt in der Regio Trirhena derzeitig ein eher spekulatives Gesch?ftsfeld f?r umstellungsin-teressierte Landwirte und potentielle Gro?abnehmer ist. Die Schw?chen der Biobetrie-be und konventionellen Betriebe, in Hinblick auf die Ausweitung der Produktion und den Einstieg in neue Gesch?ftsfelder ?berwiegen gegenw?rtig ihre St?rken. Der Bio-markt in der Regio Trirhena ist eine relativ junge Branche mit Wachstumsm?glichkei-ten. Einem z?gigen Wachstum stehen nicht nur die Umstellungshemmnisse und Auswei-tungshemmnisse der landwirtschaftlichen Betriebe entgegen. Dar?ber hinaus er-schwert der niedrige Vernetzungsgrad zwischen Landwirten, Handel, Beratung und Politik in dieser jungen Branche in Baden und im Elsass eine schnellere Marktentwick-lung. Die Schweiz kann hier Vorbild sein. Somit ist eine deutliche Angebotssteigerung langfristig nur durch erhebliche Koordina-tions- und Informationsanstrengungen m?glich. Die projektbegleitenden grenz?ber-schreitenden Treffen und insbesondere der ?KO-Tag zum Abschlu? des Projekts in Kehl (Mittelbaden), der gemeinsamer Treffpunkt f?r Akteure aus der Bioszene und der konventionellen Szene war, hat gezeigt, dass f?r die Oberrheinregion ein hohes Be-d?rfnis nach dieser Form des Informationsaustausches und der Kontaktvermittlung besteht. Somit erachtet das Projektteam die Einrichtung von Arbeitskreisen zu Fachthemen, die Etablierung eines halbj?hrlichen grenz?berschreitenden Informationsrundbriefes (Mit-teilungen ?ber regionale Forschungsergebnisse, Veranstaltungen und Foren f?r ge-meinsame Aktionen) und einen j?hrlichen ?KO-Tag als besonders f?rdernd f?r die Entwicklung des Biomarktes in der Regio Trirhena. } }