%A Hans-Jakob Sch?rer %A Thomas Amsler %A Jacques Fuchs %A Franco Weibel %T Sensorische Untersuchung von Apfelsaft aus Behandlungsversuchen mit Biofa Cocana RF %X Einleitung Das Pflanzenschutzmittel Biofa Cocana RF ist im schweizerischen Bio-Kernobstanbau das einzige zugelassene Mittel zur Bek?mpfung der Regenfleckenkrankheit. Da es sich bei diesem Produkt um eine Kali-Seifenl?sung handelt, besteht die M?glichkeit, dass es nach dessen Einsatz zu einer geschmacklichen Beeintr?chtigung des Endproduktes Apfelsaft, bzw. S?ssmost kommen k?nnte. Eine Untersuchung an der Hochschule W?denswil mit Apfels?ften, denen Cocana zugesetzt wurde, kam zum Schluss, dass es einen Zusammenhang zwischen Kaliseife und Fremdgeschmack geben k?nnte. Um abzukl?ren, ob unter Praxisbedingungen eine geschmackliche Unterscheidung zwischen Saft aus mit Biofa Cocana RF behandelten Fr?chten und solchem ohne Einsatz des Mittels er-kannt werden kann, wurden ?pfel aus verschiedenen Einsatzvarianten des Produktes gesam-melt und jeweils separat gemostet. So konnten Proben aus der gleichen Produktion, einmal mit und einmal ohne Einsatz von Biofa Cocana RF, gewonnen werden. Mit f?nf solcher Probenpaaren und einem spezifisch f?r den Unterscheidungstest hergestellten Probenpaar (?pfel in 1%-Cocana-L?sung getaucht, abgetropft, dann gemostet, resp. Aepfel gemostet ohne vorheriges tauchen in Cocana-L?sung) wurde ein einstufiger Dreieckstest durchgef?hrt, um heraus zu finden, ob ein sensorischer Unterschied festgestellt werden kann. Der Dreieckstest gilt als sehr sensibler Test zur Pr?fung ob zwei Muster sensorisch unterscheidbar sind. Resultate und Schlussfolgerungen Keines der sechs Probenpaare konnte von den 28 Pr?fpersonen mit statistisch gesichertem Unterschied richtig erkannt, d.h. zutreffend unterschieden werden. Die Maximalzahl zutreffender Unterscheidungen war 14 von 28 Antworten, resp. 13 von 27. Um eine statistisch gesicherte Aussage zur Unterscheidbarkeit der jeweils zusammengeh?renden Probenpaare zu machen, m?ssten bei 28 Pr?fpersonen mindestens 15 die Proben richtig erkennen, bei 27 mindestens 14 (Irrtumswahrscheinlichkeit ? = 0,05). Bei allen sechs Proben besteht also kein ausreichender Grund zur Annahme, dass ein senso-risch erkennbarer Unterschied besteht zwischen Apfelsaft aus ?pfeln, die mit Biofa Cocana RF behandelt wurden und Apfelsaft, der aus nicht behandelten ?pfeln hergestellt wurde. Bei den insgesamt 76 richtigen Antworten aus allen sechs Proben bevorzugten 39 Saft aus ?p-feln mit Behandlung, 36 bevorzugten den Saft, der aus ?pfeln ohne Behandlung hergestellt wurde, einer konnte sich nicht f?r eine Bevorzugung entscheiden. Es ist keine klare Tendenz der Bevorzugung f?r S?fte mit bzw. ohne Cocana ersichtlich. Innerhalb der richtigen Antworten bevorzugt die gleiche Pr?fperson einmal Saft aus unbehandelten, einmal aus behandelten ?pfeln. Die f?nf Apfelsaft-Proben, die aus der Ernte der Feldversuche hergestellt waren, stammen von ?pfeln die gem?ss Pflanzenschutzempfehlungen mit Biofa Cocana RF behandelt wurden und zwar unter Ber?cksichtigung von Anwenderschutz, in richtiger Konzentration und korrekt ausgebracht, um einen optimalen Schutz zu erreichen. Die Saison 2003 war sehr trocken. Die Abwaschung von Pflanzenschutzmitteln bei Regenf?llen war dadurch sicher geringer als in anderen Jahren. Das heisst, dass bei den hier gepr?ften Proben eher mehr R?ckst?nde, die zu geschmacklichen Ver?nderungen f?hren k?nnten, auf den Fr?chten vorhanden sein k?nnen. Trotzdem konnte aber kein Unterschied zwischen Saft aus behandelten F?rchten und solchem aus unbehandelten Fr?chten festgestellt werden. Praxisgem?sser Einsatz von Biofa Cocana RF f?hrt demzufolge nicht zu einer geschmacklich erkennbaren Ver?nderung von Apfelsaft. %D 2004 %K Mittelpr?fung, Regenfleckenkrankheit, Apfelsaft, sensorische Qualit?t, Pflanzenschutzmittel, Bioobstbau %I Forschungsinstitut f?r biologischen Landbau FiBL, CH-5070 Frick %L orgprints2170