%A Nils Epprecht %T Gutachten zur zuk?nftigen Wahl des Verpackungsgebindes von Biobier %X Viele Konsumenten kennen Biobier nicht oder nur fl?chtig. Dies ganz im Gegensatz zur grossen und steigenden Beliebtheit sonstiger Bioprodukte. Wie kann dieser Bekanntheitsgrad erh?ht werden? Im Verkauf spielen Verpackungen eine wichtige Rolle. Sie machen den Konsumenten auf ein Produkt aufmerksam und sind mitentscheidend bei einem Kauf. Beim Verband Bio Suisse (Vereinigung der schweizerischen Biolandbau Organisationen) gelten klare Richtlinien, welche Materialien als Verpackungsgebinde erlaubt sind und welche nicht. Am Beispiel des Biobieres erl?utert die vorliegende Arbeit, ob diese Richtlinien noch aktuell sind oder angepasst werden sollten. Dabei werden nicht nur ?kologische Aspekte ber?cksichtigt sondern auch die Meinungen von Produzenten, Konsumenten und weiteren betroffen Akteuren erfasst. In der Produktion von Biobier sind bis anhin nur die Mehrweg- und Einwegglasflasche erlaubt, sowie das in der Bierindustrie unbeliebte PET-Gebinde. Metalldosen wie die sonst ?bliche und leichtere Aludose sind verboten. Handel und Markt fordern seit l?ngerem eine Zulassung, da die Dosen f?r Transport und Verkauf praktischer sind und eine breitere Kundschaft erreicht werden k?nnte. Auch die gr?sste Biobierbrauerei der Schweiz schliesst sich dieser Argumentation an. Andere Biobierbrauereien und nichtgewinnorientierte Akteure halten von Alu in der Biobierindustrie hingegen wenig bis gar nichts. Sie f?rchten einen Imageverlust f?r das qualitativ hochwertige Biobier und gewichten die Gefahren einer Einf?hrung h?her als den Nutzen. Die Konsumenten sind geteilter Meinung. Einige sehen keine Probleme und w?rden die Vorteile der Metalldose auch beim Biobier sch?tzen. Viele, vor allem Kunden welche oft Biobier trinken, haben jedoch ?kologische Bedenken und bevorzugen die Glasflasche. Doch wie sieht es ?kologisch aus? Verschiedene Studien gelangen zum Schluss, dass die Mehrwegglasflasche f?r den regionalen Vertrieb, was f?r die kleinfl?chige Schweiz sehr gut angenommen werden kann, am umweltfreundlichsten ist. Als zweites rangiert die PET Flasche, gefolgt von Metalldosen. Auffallend: Die von Bio Suisse zugelassene Einwegglasflasche ist am umweltsch?dlichsten und dies sogar bei angenommenen Alu Recyclingraten von 25% (in der Schweiz werden circa 90% rezikliert). Ihr Image bei Konsumenten und anderen Stakeholdern ist weit besser als die ?kobilanziellen Resultate es ihr bescheinigen. ?kologisch gesehen g?be es entsprechend zwei konsistente Argumentationen: Entweder werden Metalldosen in Zukunft zugelassen und den Produzenten und Konsumenten gr?sstm?gliche Wahlfreiheit gelassen. Oder die Einwegglasflasche wird ebenfalls verboten und nurmehr die auf allen Stufen ?berlegene Mehrwegglasflasche zugelassen. Wie der Handel darauf reagieren w?rde, ist unklar. Mittels Informationskampagnen k?nnte die Bev?lkerung sensibilisiert werden und Druck auf den Detailhandel aufsetzen. Mit einer Aludosenzulassung w?rde der Bekanntheitsgrad des Biobiers auf eine markt?bliche Art gesteigert. Weitere Marktfelder w?rden angesprochen und den Produzenten gr?sstm?gliche unternehmerische Freiheiten gew?hrt. Der schlechte Ruf der Aluminiumdose m?sste aber gezielt und konsequent bek?mpft werden, um keinen Imageschaden beim Knospenlabel zu erleiden. Andererseits kann eine spezielle und exklusive Verpackung wie die Mehrwegb?gelflasche eine einmalige Identifikation mit einem umweltfreundlichen Produkt schaffen und die Einzigartigkeit desselben auf dem Markt bewusst prononcieren. Die Verpackung w?rde das Produkt in den Verkaufsregalen positiv hervorheben und vermehrt die Aufmerksamkeit der Kunden auf das streng ?kologische Produkt lenken. Im Rahmen dieser Arbeit verzichtet der Autor auf eine Empfehlung, welchen Weg Bio Suisse in der Abw?gung der beiden Szenarien beschreiten soll. Dies kann nur durch Beantwortung einer Grundsatzfrage geschehen: Sollen Verpackungen von Bioprodukten h?chsten Anspr?chen bez?glich Umweltfreundlichkeit gen?gen oder sind sie in erster Linie Mittel zum Zweck, n?mlich des Verkaufs von Bioprodukten? Es zu beachten, dass die Resultate zeitlich h?chstens mittelfristig gelten k?nnen: Im Bereich der Kunststoffverpackungen wie dem PET schreitet der technische Fortschritt rasch voran und k?nnten Kunststoffgebinde ?kologisch gesehen dem Mehrwegglasgebinde vielleicht bald schon ?berlegen sein. In der jetzigen Situation macht eine solche Anwendung aufgrund anderer Kundenw?nsche und fehlenden M?glichkeiten des Recyclings jedoch keinen Sinn. %D 2007 %K Lebensmittelqualit?t, Biobier, Verpackungsgebinde, Richtlinien %I Forschungsinstitut f?r biologischen Landbau (FiBL) CH-Frick, ETH Eidgen?ssische Technische Hochschule Z?rich %L orgprints13507