@misc{orgprints12922, editor = {Eckart Grundmann}, title = {Faserpflanzen aus \"okologischem Anbau: Anbau - Verarbeitung - Markt}, publisher = {Verlag Lebendige Erde, Darmstadt}, year = {2007}, series = {Schriftenreihe IBDF}, keywords = {Naturfasern, Naturfaserverbundwerkstoffe, Global Organic Textile Standard, ?kologischer Faserleinanbau, ?kologischer Flachsanbau, ?kologischer Fasernesselanbau, ?kologischer Hanfanbau, Faseraufschluss, Vermarktung Pflanzenfasern, Naturtextilien}, url = {http://orgprints.org/12922/}, abstract = {Heimische Faserpflanzen wie Flachs, Hanf und Nessel bieten bisher ungenutzte Potentiale f?r den ?kologischen Anbau. Dies war das Credo der Fachtagung ?Faserpflanzen aus ?kologischem Anbau? in Kassel. Schwerpunkt der vom Forschungsring f?r Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V. (Darmstadt) ausgerichteten und vom Hessischen Umweltministerium gef?rderten Veranstaltung war die Analyse der notwendigen Voraussetzungen f?r eine Steigerung bei Erzeugung und Nachfrage der heimischen Faserpflanzen Flachs, Hanf und Nessel. Wilhelm Dietzel, Hessischer Minister f?r Umwelt, L?ndlichen Raum und Verbraucherschutz, betonte in seinem Gru?wort die gro?en Anstrengungen des Landes Hessen im Bereich Nachwachsende Rohstoffe. So soll der Anteil an Bioenergie bis 2015 auf 15 Prozent steigen. Als positives Beispiel f?r die stoffliche Nutzung nannte Dietzel das Bio-Leinen-Projekt, an dem neben acht Bio-Landwirten auch das Institut f?r Biologisch-Dynamische Forschung und die Firma Hess Natur-Textilien beteiligt sind. In dem vom Land Hessen gef?rderten Projekt wurde von Anfang eine geschlossene Prozesskette vom Landwirt ?ber die Verarbeitung bis zum Handel verwirklicht. Dies sei beispielhaft f?r zuk?nftige Modelle. Den Stand der Nutzung von Faserhanf in Deutschland und Europa stellte Michael Carus vom nova-Institut in H?rth vor. Hier liegen die Schwerpunkte in Verbundwerkstoffen f?r die Automobilindustrie und bei D?mmstoffen. Hanf muss sich dabei gegen eine starke Konkurrenz ausl?ndischer Fasern wie Kokos und Sisal, aber auch gegen Nebenprodukte der Flachsverarbeitung durchsetzen. Ein weiteres Problem f?r die erfolgreiche Etablierung von Faserhanf als landwirtschaftliche Kultur ist das Ungleichgewicht in der F?rderung gegen?ber Energiepflanzen. Hier m?sse die Politik handeln, um in Zukunft allen nachwachsenden Rohstoffen vergleichbare Voraussetzungen zu bieten. Katharina Schaus (Institute for Marketecology) stellte den neu eingef?hrten ?Global Organic Textile Standard? vor, der f?r zertifizierte Textilien einen gestuften Mindestanteil ?kologisch angebauter Fasern von 75 bis 95 Prozent vorschreibt. Damit sei in Zukunft ein hohes Qualit?tsniveau gew?hrleistet, das dem Verbraucher die Sicherheit einer ?kologischen Erzeugung bietet. Die beteiligten Organisationen erwarten dar?ber hinaus eine vereinfachte Zertifizierung sowie eine klare Kennzeichnung f?r die Kunden. Egon Heger berichtete vom mehr als zehnj?hrigen ?kologischen Flachsanbau in Schleswig-Holstein. W?hrend die Anforderungen des Anbaus weitgehend gemeistert werden konnten, zeigte sich, dass eine Vermarktung, die sich an h?chsten Qualit?tsanspr?chen orientiert, sehr problematisch ist. So l?sst sich die hohe Qualit?t der Textilien teilweise nicht in h?here Preise umsetzen. Zur besseren Auslastung der Verarbeitungsanlagen musste auch konventioneller Flachs eingesetzt werden. Eckart Grundmann vom Institut f?r Biologisch-Dynamische Forschung in Darmstadt berichtete von den Erfahrungen der ersten Anbaujahre im hessischen Bio-Leinen-Projekt. Durch verbesserte Saattechnik und Ernteverfahren konnte der Ertrag im zweiten Jahr um ?ber 40 % gesteigert werden. Dabei wurden gute bis sehr gute Faserqualit?ten erzeugt. Die durch die Firma Hess Natur daraus hergestellten Hemden sind seit Fr?hjahr 2007 im Handel. F?r die Zukunft ist eine Ausweitung des Anbaus auf ?ber 40 Hektar geplant. Grundmann pr?sentierte fr?here Versuche an verschiedenen Forschungseinrichtungen zum Anbau von Fasernesseln im ?kologischen Anbau. Danach lassen sich durch den mehrj?hrigen Anbau sehr gute Faserqualit?ten erzielen, die f?r den ?kologischen Landbau besonders auch ?konomisch sehr interessant seien. Allerdings m?ssten noch Anbauverfahren f?r die Praxis entwickelt werden. ?ber ein deutsch-niederl?ndisches Projekt zum ?kologischen Anbau von Faserhanf referierte Marcel Toonen von der Universit?t Wageningen. Neben anbautechnischen Fragen ging es besonders darum zu pr?fen, welche Faserqualit?ten hergestellt werden k?nnen. Dabei wird zum Faseraufschluss das Steam-Explosion-Verfahren angewendet, welches bei sehr geringem Energieeinsatz sehr gute Fasern hervorbringt. Mehrere gro?e Textilunternehmen zeigten bereits Interesse, so dass die Errichtung einer industriellen Faserverarbeitungsanlage geplant sei und der Anbau auf 3.000 Hektar ausgedehnt werden solle. Kai Nebel vom Institut f?r angewandte Forschung der Fachhochschule Reutlingen zeigte die M?glichkeiten des Faseraufschlusses f?r heimisch angebaute Faserpflanzen auf. Dabei unterstrich er besonders die Anforderungen an Faserqualit?ten, die sich vom herk?mmlichen Angebot absetzen. Nur hochwertige Produkte, die sich von anderen absetzen, liessen sich in Zukunft erfolgreich vermarkten. Voraussetzung f?r die Optimierung der Qualit?tssicherung sei dabei die enge Zusammenarbeit von allen Prozessbeteiligten. Rolf Heimann stellte Projekte der Firma Hess Natur-Textilien GmbH aus Butzbach vor, die besonders die Bedeutung der engen Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel unterstrichen. Seit einigen Jahren werde zum Beispiel die Wolle des Rh?nschafes, die sonst eher Teppichqualit?t hat, durch spezielle Verarbeitungsverfahren in Bekleidungstextilien eingesetzt und sehr erfolgreich vermarktet. J?ngstes Beispiel ist das hessische Bio-Leinen-Projekt, welches zum Ziel hat, das gesamte Leinen-Angebot von Hess Natur mit heimischem Bio-Leinen aus ?kologischem Anbau zu bedienen. Heimann sieht darin ein gro?es Potential f?r die Zukunft sowohl im Bereich Qualit?tssicherung als auch in der Vermarktung. In der Diskussion wurde die besondere Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligter an der Prozesskette betont. Nur so k?nnten Nachfrage und Angebot aufeinander abgestimmt und Qualit?tsfragen fr?hzeitig gekl?rt werden. Durch neue Technologien in der Verarbeitung k?nnten hochwertige Produkte angeboten werden, die auf eine entsprechende Nachfrage treffen. Im Bereich des Anbaus wurde auf das Ungleichgewicht der F?rderung von Nachwachsenden Rohstoffen im energetischen und im stofflichen Bereich hingewiesen und ein Umdenken in der Politik gefordert.} }