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  "keywords": "Paradigmen, Methodik, Tierernährung, Konventionalisierung",
  "abstract": "Wissenschaft steht immer zwischen einer ideellen Seite und einem praktischen Bezug. Sich dessen bewusst zu sein, ist eine zentrale Anforderung an den Wissenschaftler, der den „Wahrheitsgehalt“ und die Auswirkungen seiner eigenen Arbeit einschätzen will. Dieser Aufsatz vertritt folgende These: Die „konventionelle Landwirtschaft“ in ihrer heutigen Form wurde stark von der Agrarwissenschaft (von der die Tierernährung eine klassische Vertreterin ist) geprägt. Die klassische Agrarwissenschaft wiederum hat jahrzehntelang auf der Grundlage eines Paradigmas (und dieses ist der ideelle Bezug) gearbeitet, welches nicht nur wissenschaftlich bestimmt war. Somit hat die Agrarwissenschaft die Prämissen eines ideellen Hintergrundes in die Landwirtschaft hinein realisiert und letztere ist zu einem gewissen Grade ein Abbild dieses ideellen Hintergrundes geworden, was auch negative Folgen hatte. Der biologische Landbau1 hat auch einen expliziten ideellen Hintergrund, aus dem heraus er entwickelt wurde. Wissenschaftlich hat dieser Hintergrund aber noch keinen real wirksamen Einfluss bekommen. Damit gerät der Biolandbau heute, wo er durch sein starkes Wachstum eine immer breitere Basis ehemals konventionell wirtschaftender Bauern bekommt und wo er auch zunehmend den gleichen Marktkräften und einer noch stärkeren Regulierung unterworfen ist, als die übrige Landwirtschaft, in eine gewisse „Konventionalisierung“ (Schumacher, 2005) und damit vor allem wissenschaftlich unter das konventionelle Paradigma. In der konventionellen Forschung dagegen hat sich dieses Paradigma schon mehr oder weniger stark gelockert und modifiziert und wäre heute diskutierbar. Ein Diskurs um die paradigmatischen und methodischen Voraussetzungen der konventionellen und der biologischen Agrarwissenschaft könnte die Chance bieten, verhärtete Fronten aufzubrechen, aber auch Scheingefechte zu beenden und zu einer geistig offenen gemeinsamen Forschungskultur zu finden. Der offene Diskurs findet jedoch noch kaum statt. Der Input für eine solche Diskussion müsste aber auch stark von der Seite des Biolandbaus kommen. Wenn dieser vor allem konventionellen Forschungsparadigmen folgt, verpasst er eine Chance.",
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