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Diätzusammensetzung und Veränderungen im Lebensstil: Interaktionen mit der biologischen Produktion

Kaiblinger, Karin and Zehetgruber, Rosemarie (2006) Diätzusammensetzung und Veränderungen im Lebensstil: Interaktionen mit der biologischen Produktion. [Diet composition and lifestyle changes: interactions with organic production.] Paper at: 6. Europäische Sommerakademie für Biolandwirtschaft, Lednice na Moravé, CZ, 29.06. - 01.07.2006. [Unpublished]

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2207Kb

Summary

Bei der qualitativen Beurteilung von biologisch erzeugten Lebensmitteln sind sowohl die Produktionsweise als auch die Beschaffenheit der Produkte selbst relevant. Es ist heute weitgehend unbestritten, dass die biologische Lebensmittelproduktion ökologischer, ressourcenschonender, ethischer ist. Es mehren sich aber auch die Hinweise darauf, dass Bio-Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft mit sorgfältiger Weiterverarbeitung ernährungsphysiologisch und sensorisch bessere Qualitäten aufweisen und
damit sehr wertvoll für die menschliche Ernährung sind.
• Eine gesundheitsfördernde Ernährung braucht sowohl eine bedarfsgerechte Zusammenstellung als auch beste Rohstoffqualität.
Der Zusammenhang zwischen einer ungünstigen diätetischen Zusammenstellung der Kost und Erkrankungen ist bewiesen. Auch eine Ernährung mit biologischen Lebensmitteln kann ungünstig zusammengestellt und damit „ungesund“ sein. Und umgekehrt: die Ernährungsempfehlungen lassen die Rohstoffqualitäten (biologische oder konventionelle Produktion, Pestizidcocktail, Nährstoffverluste durch Transporte, Lagerung oder Verarbeitung) bis dato gänzlich außer Acht.
• Nachhaltig ist gesünder
Die Haupternährungsprobleme unserer mitteleuropäischen Kost liegen in der Überversorgung mit Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Eiweiß – zusammengefasst: zu vielen tierischen Lebensmitteln (Wurst, Fleisch, fettreiche Milchprodukte…) - und einer relativen und tu. auch absoluten Unterversorgung mit hochmolekularen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und einigen Mikronährstoffen: Folsäure, Vitamin D, Panthothensäure, Magnesium, Calcium, Jod, Eisen (bei Frauen) – zusammengefasst: zu wenig Obst, Gemüse, Getreide, Fisch. Bei einer – ernährungsphysiologisch empfehlenswerten - Reduktion des Anteils tierischer Lebensmittel von 39% auf die in Mittelmeerländern üblichen 24% wäre eine biologische Produktion, jedenfalls in Deutschland, flächendeckend möglich (Seemüller, 2000).
• Essen wirkt – auf verschiedene Weise
Auch kognitive Konzepte beeinflussen die Wirkung bestimmter Ernährungformen. Es gibt bisher nur erste Ansätze zur Erforschung der gesundheitlichen Wirkung von „Bio-Ernährung“ auf den Menschen. Dabei bisher unbeachtet sind die Wirkungen der Bilder und Vorstellungen, die Menschen zu „Bio-Ernährung“ haben.
• Bio umsetzen – Verhältnisse ändern
Die Instrumente der Ernährungsempfehlungen der letzten 50 Jahre haben weitgehend versagt. Die Zusammensetzung der Ernährung ist weit von den Empfehlungen entfernt, obwohl das Wissen um eine „gesunde Ernährung“ in der Bevölkerung steigt.
In weit höherem Maße als diese bestimmen externe Faktoren, wie soziale Gruppe, Arbeits- und Freizeitwelt und das konkret verfügbare Speisen-Angebot (in der Kantine, beim Schulbuffet, beim Bäcker, im Gasthaus etc.) das Essverhalten der Menschen. Projekte wie „Food Literacy“, „Bio in der Großküche“ oder „Das gute Schulbuffet“ zeigen uns, dass über die konkrete Angebotsveränderung auch das Ernährungsverhalten der Menschen verändert werden kann.
Conclusio:
• In Ernährungsempfehlungen sollten sowohl Erkenntnisse über die günstige diätetische Zusammensetzung wie über die Rohstoffqualitäten miteinbezogen werden.
• Ernährungsempfehlungen sollten auch Erkenntnisse über die ökologische und ökonomische Umsetzbarkeit enthalten und umgekehrt sollte die Planung von Produktion und Vermarktung Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft berücksichtigen.
• Nächste Forschungsvorhaben müssen darauf abzielen, die Wirkung einer diätetisch optimierten Ernährung mit biologischen Lebensmitteln auf Menschen zu erforschen. Und zwar hinsichtlich der stofflich-biochemischen als auch der gustatorischen, psychologischen und kulturellen Einflüsse.
• Ernährungs-Verhältnisse ändern, also konkrete Angebotsveränderung dort, wo Menschen verpflegt werden.

Summary translation

In the qualitative assessment of organic food, both the method of production and the properties of the product itself are equally relevant. Nowadays, it is generally accepted that organic food production is more ecological, more sustainable and also more ethical than its conventional counterpart. On the other hand, there is increasing evidence that - assuming careful and competent processing – organic foods have better sensory and nutritional qualities, and hence (can) play an important role in the human diet.
• A healthy diet depends on both: the mix and the quality of the ingredients
The dependency between an unfavorable diet composition and the incidence of certain diseases is an established fact. But, also a diet based on organic food can be unbalanced and thus unhealthy. And, vice versa: almost all official nutritional recommendations simply ignore the issue of the quality of the raw materials.
• Sustainable is healthier
One of the main problems with our central-European diet is derived from an oversupply of energy, fat, saturated fatty acids, proteins, and a relative deficiency of highmolecular carbohydrates, dietary fiber, poly-unsaturated fatty acids, and some micronutrients like folate, vitamin D, pantothenic acid, magnesium, calcium, iodine, iron (woman), in short: too little fruit, vegetables, cereals, fish. A reduction of the fraction of animal-based foodstuffs from 39% to 24% (the usual rate in mediterranean countries) would render the widespread production of organic food possible, at least in Germany (Seemüller, 2000).
• Cognitive aspects
Cognitive aspects have an impact on the effect of different diets as well. There are only a few studies yet, which focus on the effect of organic food on humans. They never include what people anticipate as effect of organic meals.
• Implementing organic food
The instruments used by the official nutritional recommendations during the last 50 years have – for the most part - failed. The composition of the “typical” actual diet is still far from what is suggested in these recommendations, although the knowledge about nutrition-health related issues seems to be increasing throughout the population. External factors such as social status, job, hobbies and recreational activities as well as the potential choice of meals (staff canteen, restaurant, bakery etc.) tend to have a much higher impact on the nutritional behavior of people than any of the afore mentioned recommendations. Projects like “food literacy”, “Bio in der Großküche” (organic food in canteen kitchens), “Das gute Schulbuffet” (organic food in schools) clearly demonstrate that a change in the choices available can indeed lead to a change in the nutritional behavior of people.
Conclusion
• Recommendations should not only consider and inform about the favorable composition of the diet, but also the quality of the ingredients.
• Recommendations should take into account the ecological and economic feasibility, while, on the other hand, production and marketing should also heed the suggestions and findings of the nutrition sciences.
• We need additional studies concerning the effects of a well-balanced, organic diet on humans, with respect not only to physical and bio-chemical, but also to psychological impacts.

EPrint Type:Conference paper, poster, etc.
Type of presentation:Paper
Keywords:gesunde Ernährung, Qualität, Diätzusammensetzung, Ernährungsempfehlungen
Subjects: Food systems > Food security, food quality and human health
Food systems > Community development
Research affiliation: International Conferences > 2006: European Summer Academy on Organic Farming
Austria > Other organizations
Related Links:http://www.gutessen.at
Deposited By: Velimirov, Dr. Alberta
ID Code:9118
Deposited On:03 Sep 2006
Last Modified:08 Nov 2010 10:17
Document Language:German - Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed

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