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Ökologische Landwirtschaft als Modell für eine nachhaltige Landnutzung

Rahmann, Gerold and Oppermann, Rainer (2005) Ökologische Landwirtschaft als Modell für eine nachhaltige Landnutzung. [Organic Farming as Model for sustainable land use.] Ökologie & Landbau, 3 (135), pp. 28-30.

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Summary

Trotz großer Bemühungen in den letzten Jahrzehnten geht die FAO (2004) davon aus, dass 800 Millionen Menschen Hunger leiden. Ist zu befürchten, dass der Hunger zunimmt, wenn die Erdbevölkerung weiter ansteigt?
Die für die Nahrungsmittelproduktion verfügbare Fläche liegt gegenwärtig bei rund 0,7 Hektar pro Person und sie würde bei weiter zunehmender Bevölkerung und gleich bleibender agrarisch genutzter Fläche im Jahr 2030 nur noch 0,5 Hektar pro Person betragen. Bereits heute wird dieser Wert in Europa erreicht und in Asien sogar unterschritten und dennoch sind beide Regionen Selbstversorger beziehungsweise exportieren Lebensmittel (wohingegen in Afrika und vielen Gebieten Südamerikas relativ viel Fläche pro Kopf zur Verfügung steht und Nahrungsmittelknappheit herrscht). Die unterschiedliche Flächenproduktivität hat nicht nur natürliche, sondern auch menschengemachte Ursachen.
Gegenwärtig werden drei Entwicklungspfade verfolgt, um ausreichend Nahrungsmittel für die wachsende Erdbevölkerung bereitzustellen:
1. die weitere Zunahme der Intensivierung der Produktion und der Erschließung neuer Anbauflächen in Naturgebieten;
2. der Einsatz neuer Produktionsmethoden, zum Beispiel Systeme bodenloser agroindustrieller Lebensmittelproduktion oder die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen;
3. die Weiterentwicklung der traditionellen Landwirtschaft hin zu leistungsfähigen und ökologisch nachhaltigen, lokal angepassten Systemen. Dabei ist der Öko-Landbau gemäß den
IFOAM-Richtlinien eine der am weitesten entwickelten und akzeptierten Varianten.
Wie Zahlen der FAO-Datenbanken (www.fao.org) zeigen, konnte seit 1961 die weltweite Lebensmittelproduktion mit der wachsenden Weltbevölkerung Schritt halten – die Pro-Kopf-
Versorgung mit hochwertigen tierischen Proteinen hat sogar zugenommen (siehe Abbildung 1).
Von der verfügbaren Menge an Nahrungsmitteln ausgehend, müsste kein Mensch an Hunger oder Mangelernährung leiden. Hunger tritt dort auf, wo das Einkommen für den Erwerb von
Lebensmitteln nicht ausreicht, die Infrastruktur und rechtliche Sicherheit ungenügend entwickelt sind sowie in Gebieten, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden oder unter vom Menschen verursachten Krisen leiden. Die Behauptung, dass ohne gesteigerten Einsatz von Agro-Chemikalien und restriktionslose Anwendung der Agro-Gentechnik der Hunger nicht zu besiegen sei, ist falsch.


EPrint Type:Journal paper
Subjects: Food systems > Policy environments and social economy
"Organics" in general
Research affiliation: Germany > Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries - VTI > Institute of Organic Farming - OEL
Deposited By: Rahmann, Prof. Dr. Gerold
ID Code:8734
Deposited On:25 Jun 2006
Last Modified:12 Apr 2010 07:33
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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