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Effizienz mechanischer Unkrautregulationsmaßnahmen im Freilandgemüsebau

Laber, Hermann (1999) Effizienz mechanischer Unkrautregulationsmaßnahmen im Freilandgemüsebau. [Efficiency of mechanical weed control methods in field vegetable farming.] Thesis, Universität Hannover / Germany, Fachbereich Gartenbau. .

[img] PDF
1279Kb

Online at: http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e002/30688853X.pdf

Summary

Im Rahmen einer über zwei Vegetationsperioden laufenden Untersuchung wurde die Effizienz mechanischer Unkrautregulationsmaßnahmen als Funktion des Bekämpfungserfolges und der Nebenwirkung in Möhren (Daucus carota L. ssp. sativus (Hoffm.) Schübl. et G. Martens), Säzwiebeln (Allium cepa L. var. cepa) und Blumenkohl
(Brassica oleracea L. convar. botrytis (L.) Alef. var. botrytis) untersucht.
Es erfolgte eine Quantifizierung des Bekämpfungserfolges in Abhängigkeit von technischen, ökologischen bzw. pflanzenbaulichen Rahmenbedingungen und eine Erfassung der durch die Maßnahmen auftretenden Nebenwirkungen in Hinblick auf Bestandesentwicklung und Ertrag der Kulturen. Neben Erhebungen auf mehreren ökologisch bewirtschafteten Praxisschlägen, die eine Variation verschiedener Einflußgrößen versprachen, wurden Versuche durchgeführt, bei denen die Ausprägung bestimmter Faktoren systematisch variiert wurde.
Mit der Hacktiefe, der Bodenfeuchte und der klimatischen Wasserbilanz des Hacktages konnten wesentliche Einflußfaktoren auf den Bekämpfungserfolg beim Hacken quantitativ bestimmt werden. Modellrechnungen verdeutlichten, daß die Bedeutung dieser Faktoren für den Bekämpfungserfolg auf die für die Unkräuter nach einem Hackgang weiterhin verfügbare Wassermenge im bearbeiteten Bodenhorizont zurückzuführen ist. Mit zunehmender Unkrautgröße nahm darüber hinaus der Bekämpfungserfolg im allgemeinen ab. In einem Modellversuch mit Phacelia (P. tanacetifolia Benth.) deutete sich allerdings auch an, daß, zumindest im direkten Arbeitsbereich von Gänsefußscharen, dieser Wirkungsabfall nicht zwangsläufig auftreten muß.
Schar- und Rollhacke erwiesen sich unter trockenen Witterungsbedingungen als gleichermaßen wirksame Hackgeräte. Bei simulierten Niederschlägen zeigte die Rollhacke durch ihre verschüttende Wirkungskomponente Vorteile bei der Bekämpfung von Unkrautkeimlingen. Dagegen erfaßte die Scharhacke größere Unkräuter sicherer als die Rollhacke. Die in der Literatur beschriebene Verbesserung des Hackerfolges durch einen nachlaufenden Striegel konnte bestätigt werden.
Dem hochgesteckten Ziel, den Bekämpfungserfolg in der Reihe zu verbessern, konnte bei Möhren und Säzwiebeln mit ihrer sehr langsamen Jugendentwicklung nur ein kleiner Schritt näher gekommen werden. Es zeigte sich, daß hier mit der Striegel- und der Häufeltechnik Verbesserungen bei der Unkrautregulation erzielt werden können. Da bei diesen Kulturen aber bereits wenige überlebende Unkräuter pro m² massive Ertragsverluste zur Folge haben können, führt eine derartige Verbesserung des Bekämpfungserfolges im allgemeinen nur zu einer Verminderung, nicht aber zur Vermeidung des Handarbeitsaufwandes bei rein thermisch/mechanischer Unkrautregulation.d
Mit Mindererträgen von zum Teil über 20% gegenüber unkrautfreien Beständen waren bei betriebsüblicher Unkrautregulation überraschend hohe Ertragseinbußen auf den ökologisch bewirtschafteten Praxisschlägen zu verzeichnen. Diese sind auf ein zu spätes und auch nicht immer ausreichendes Jäten zurückzuführen. Größere Kulturpflanzenschäden traten, auch bei den Striegel- und Häufelvarianten, im allgemeinen nicht auf. Bei durchschnittlich 3% Pflanzenverlusten waren geringfügige Ertragsverluste durch die Bearbeitungen zu verzeichnen. Die positiven Nebeneffekte einer mechanischen Unkrautregulation in Folge der Bodenlockerung führten nur in zwei Versuchen zu absicherbaren Mehrerträgen. Herauszustellen ist, daß dieses nur bei einem Anhäufeln von Möhren auftrat, einem Verfahren, bei dem eher eine geringe Schädigung der Kultur erwartet wurde.

Summary translation

Within the scope of investigations over two growing seasons, the efficiency of mechanical weed control measures as a function of the weed reduction and their side effects were investigate in carrots (Daucus carota L. ssp. sativus (Hoffm.) Schübl. et G. Martens), seeded onions (Allium cepa L. var. cepa) and cauliflower (Brassica oleracea L. convar. botrytis (L.) Alef. var. botrytis).
The rate of weed control was quantified as depending on technical and ecological or agronomic conditions. Sides effects of the control measures were recorded with regard to stand development and crop yield. In addition to investigations on several biologically managed production fields, which promised a variation of various parameters
of influence, field trials with a systematic variation of specific factors were conducted.
The depth of the hoeing, the soil water content and the climatic water balance proved to be the main factors of influence in the weed control by hoeing. Model calculations showed, that the importance of these factors for the weed control was due to the availability of water to the weeds in the culivated soil layer. Furthermore, the rate of weed control generally decreased with increasing weed size. However, results from a model experiment with phacelia (P. tanacetifolia Benth .) suggested that this decreasel could be avoided at least in the direct working area of a duck-foot share.
In case of dry weather conditions, the conventional share hoe and the rolling cultivator proved to be equally effective. Under simulated precipitation, the rolling cultivator showed a better control of weed seedlings due to the burying mode of action. On the other hand, the share hoe was more effective against bigger weeds than the rolling cultivator. Literature reports on the improvement of the rate of weed control of hoeing with subsequent harrowing as can be confirmed.
The high aim to improve the weed control in the rows of carrots and seeded onions with their extremely slow juvenile growth could only be approached in a small step. It was shown that harrowing or ridging up could increase the weed control. Only a few surviving weeds per m² could result in extreme yield losses of these crops. Therefore, such improvements could only reduce but not avoid the expenditure of hand weeding in variants where weeds were controlled by thermical and mechanical measures only.
With more then 20% in comparison to weedfree crops, the yield reductions were unexpectedly high on the biologically managed fields, where normal weed control was practiced. They could be attributed to conducting hand weeding too late and not sufficiently.
Generally, harrowing and ridging up did not result in higher crop damages. With an average of 3% plant losses, only insignifficant yield losses were found. The positive side effects of mechanical weed control measures such as soil loosening led to significant yield increases in two experiments only. It is to be pointed out, that increasing yields only occurred after ridging up carrots, where little crop damages where expected.

EPrint Type:Thesis
Thesis Type:Dissertation
Keywords:Bekämpfungserfolg, Unkrautkonkurrenz, Kulturpflanzenschäden, Unkraut, Beikraut, Hackgeräte, mechanische Unkrautbekämpfung, Unkrautregulierung
Subjects: Crop husbandry > Production systems > Vegetables
Crop husbandry > Weed management
Research affiliation: Germany > University of Hannover > Institute of Biological Production Systems
Deposited By: Laber, Dr. Hermann
ID Code:863
Deposited On:09 Sep 2003
Last Modified:12 Apr 2010 07:27
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

Repository Staff Only: item control page