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Bewertung der hessischen Agrarumweltprogramme zur Grünlandextensivierung (Eine empirische Untersuchung im Werra-Meißner-Kreis)

Uhl, Christoph (2001) Bewertung der hessischen Agrarumweltprogramme zur Grünlandextensivierung (Eine empirische Untersuchung im Werra-Meißner-Kreis). [Evaluation of Agrienvironment Programms in Germany / Hessen, HELP and HEKUL.] Thesis, Uni Kassel, Fachbereich 11, Ökologische Agrarwissenschaften, Fachgebiet Agrarpolitik. . [Unpublished]

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475Kb

Summary

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der einzelbetrieblichen ökonomischen Bewertung von Agrarumweltprogrammen zur Grünlandextensivierung in Hessen. Die Arbeit verfolgt das Ziel, die für die Taxation der einzelbetrieblichen Auswirkungen von HEKUL und HELP erforderlichen naturwissenschaftlichen und ökonomischen Informationen herauszuarbeiten und durch die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zu ergänzen. In Hinblick auf die Prämiengestaltung gilt es, mittels des gewonnenen Datenmaterials eine Berechnungsgrundlage zu erstellen, welche realistische Aussagen bezüglich der durch die Programmteilnahme entstehenden Einkommensauswirkungen zulässt.
Durch Agrarumweltprogramme verfolgt der Staat das Ziel, Landwirte zu umweltfreundlicheren Produktionsverfahren zu bewegen. Als Nebenprodukt sollen auch die landwirtschaftlichen Märkte entlastet werden, was sich wiederum positiv auf die Einkommenssituation der Landwirte auswirken soll.
Zu diesem Zweck werden in Hessen mit dem HEKUL Programm Extensivierungsmaßnahmen auf großer Fläche gefördert, während das HELP Einzelflächen in den Mittelpunkt stellt und in erster Linie Naturschutzmaßnahmen fördert.
Einkommensverluste in der extensiven Grünlandwirtschaft sind in erster Linie von den spezifischen Auflagebestimmungen, von den betriebsorganisatorischen Anpassungsmöglichkeiten und von den natürlichen Standortgegebenheiten abhängig. Eine reduzierte mineralische N-Düngung wirkt sich dabei nur geringfügig auf den Ertrag und nicht auf die Qualität aus.
Es zeigt sich, dass unter den HEKUL-Maßnahmen die "Extensive Grünlandnutzung" überwiegt. Desweiteren kann festgestellt werden, dass beide HEKUL-Varianten (Extensive Grünlandnutzung und ökologischer Landbau) bevorzugt in Gebieten mit ungünstigen standörtlichen Voraussetzungen in Anspruch genommen werden.
Die Inanspruchnahme der HELP-Maßnahmen zur naturschutzgerechten Grünlandbewirtschaftung ist durch eine stetige Zunahme der Vertragsflächen gekennzeichnet.
Um die Motivation einer Teilnahme an HEKUL und / oder HELP festzustellen, werden 28 Landwirte im Werra-Meißner-Kreis befragt. Die Ergebnisse werden zum Vergleich mit hessischen Daten verglichen.
Es nehmen überwiegend Haupterwerbsbetriebe mit einer überdurchschnittlichen LF an den Programmen zur Grünlandextensivierug teil. Die Produktionsschwerpunkte sind in den einzelnen Programmvarianten sehr unterschiedlich. Bei dem HEKUL-Teilprogramm "Extensive Grünlandnutzung" liegt der Schwerpunkt auf der Milchproduktion. In den ökologischen Betrieben wird fast ausschließlich die Mutterkuhhaltung betrieben. Es zeigt sich auch, dass die HELP-Flächenpflege häufig mit den HEKUL-Programmen kombiniert wird, und die anfallende Biomasse in den meisten Fällen innerbetrieblich verwertet werden kann.
Eine Beständigkeit der extensiven Wirtschaftsweise ist nur in den ökologischen Betrieben und auf den HELP-Flächen gegeben. Die Attraktivität des HEKUL-Teilprogramms "Extensive Grünlandnutzung" hat sich aufgrund der veränderten Auflagen in Verbindung mit einer geringeren Vergütung verschlechtert, was sich negativ auf die Dauerhaftigkeit dieser Maßnahmen auswirkt. Desweiteren wird die seit Jahren in Hessen und insbesondere in Grenzertragsregionenen zu beobachtende Produktionsaufgabe landwirtschaftlicher Betriebe durch die Programme nicht verhindert. Nur in einem Drittel der Betriebe bei denen der Betriebsleiter älter als 50 Jahre war, wird der Betrieb mit Sicherheit von einem Nachfolger weiterbewirtschaftet.
Aufbauend auf der Literaturauswertung zur extensiven Grünlandbewirtschaftung sowie aus den Ergebnissen der empirischen Untersuchung werden Modellrechnungen durchgeführt. Es zeigt sich, dass die Einkommensauswirkungen wesentlich vom Intensivierungsgrad vor der Programmteilnahme und von den standörtlichen Vorrausetzungen abhängig sind. Desweiteren sind die Kostenveränderungen stark durch die Art des in Ansatz gebrachten kalkulatorischen Kostenaufwands abhängig, wobei ein Ertragsausgleich durch zusätzliche Flächenzupacht weit günstiger abschneidet als eine Ausdehnung des Feldfutterbaus, welcher Marktfruchtfläche verdrängt.
Abschließend wird eine Bewertung der hessischen Agrarumweltprogramme zur extensiven Grünlandnutzung durchgeführt. Es wird festgestellt, dass die verfolgten Ziele, insbesondere in Hinblick auf die Entlastung der landwirtschaftlichen Märkte sowie zur Eindämmung des fortschreitenden Strukturwandels, nur unzureichend erfüllt werden. Um die Programme auch für Betriebe in landwirtschaftlichen Gunstlagen attraktiver zu gestalten, wäre es sinnvoll, das Prämiensystem erneut zu reformieren. Eine Differenzierung der Prämien nach Wirtschaftsgebieten würde dem Ansatz der Angleichung der Prämien an die Bodenqualität Rechnung tragen, was auch den Anreiz zur Programmteilnahme in Regionen mit günstigen Standortvorraussetzungen erhöhen würde.


EPrint Type:Thesis
Thesis Type:Diplomarbeit
Keywords:Extensivierung, Agrarumweltmaßnahmen, Agrarumweltprogramme, extensive Grünlandnutzung
Subjects: Farming Systems > Farm economics
Food systems > Policy environments and social economy
Research affiliation: Germany > University of Kassel > Department of Land Use and Regional Agricultural Policy
Deposited By: Uhl, Dipl.-Ing.(agr.) Christoph
ID Code:857
Deposited On:27 Nov 2003
Last Modified:12 Apr 2010 07:27
Document Language:German - Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Die Diplomarbeit ist einzusehen in der Unibibliothek Kassel, Bereichsbibliothek 9,Nordbahnhofstraße 1a, 37213 Witzenhausen

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