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Legehennen bevorzugen langsame Mauser

Zeltner, Esther (2003) Legehennen bevorzugen langsame Mauser. SOEL-Berater-Rundbrief (1/03), pp. 31-32.

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63Kb

Online at: http://www.soel.de/publikationen/BR/br.html

Summary

Legehennen werden zunehmend nur noch ein Jahr gehalten. Was sich wirtschaftlich lohnt, ist technisch und ethisch nicht unproblematisch. Bei längerer Nutzungsdauer erfolgt nach einem Legejahr die Mauser, wo sich das Tier regeneriert. Diese heikle Phase, die auch gezielt ausgelöst werden kann, hat das FiBL genauer unter die Lupe genommen.
Legehennen werden heute normalerweise mit zirka 20 Alterswochen vom Aufzuchtstall in den Legehennenstall umgestallt. Diese Umstellung bedeutet für die Hühner Stress. Im Legehennenstall bleiben die Hühner ein Jahr lang. Anschliessend werden sie geschlachtet. Mit 68 Alterswochen ist somit das Leben der meisten Hennen zu Ende.
Die kurze Nutzungsdauer ist aus technischen und ethischen Überlegungen nicht unproblematisch. Beim Jahresumtrieb müssen jedes Jahr neue Hühner an den Stall gewöhnt werden. Was für den Betriebsleiter immer mit dem Risiko verbunden ist, dass eine Herde in ihrer Anpassungsfähigkeit überfordert ist. Die Folge davon kann Federpicken oder sogar Kannibalismus sein.
Zudem werden in der Brüterei die männlichen Küken (zirka 50 Prozent) als Eintagesküken getötet, da sie nicht für die Mast geeignet sind. Eine Verlängerung der Legedauer würde bedeuten, dass weniger männliche Küken getötet werden müssen und die gut im Stall eingelebten Hennen länger genutzt werden können und somit ebenfalls weniger Tiermaterial benötigt wird.
In einem ersten Versuch wurde ein Mauserprogramm gesucht, das möglichst wenig Einschränkungen und somit möglichst wenig Stress verursachen, aber trotzdem effektiv sein soll. Dazu wurden drei verschiedene Mauserprogramme getestet, nachfolgend schnelle Mauser, langsamere Mauser und Legepause genannt.
Alle drei Mauserprogramme haben funktioniert, das heisst, die Legeleistung ist gesunken und hat sich nach der Mauser verbessert.
Am stärksten hat sie sich bei der schnellen Mauser verbessert. Allerdings war bei diesem Programm und bei der Legepause die Mortalitätsrate sehr hoch.
Bei der Legepause ist die Legeleistung stufig abgesunken und wieder angestiegen und die Erholphase mit Legeleistung null war sehr kurz. Dies deutet daraufhin, dass die Mauser bei diesem Programm nicht einheitlich ausgelöst wurde.
Die Bruchfestigkeit der Eier und die Qualität des Eiklars konnte mit dem Programm mit Zugang zum Aussenklimabereich am stärksten verbessert werden. Diese Gruppe hatte nach der Mauser auch das beste Gefieder.
Beim Verhalten konnten keine grossen Unterschiede festgestellt werden. Anhand der bereits wieder auftretenden Gefiederschäden bei der schnellen Mauser und der Legepause scheinen aber die Hennen nach der langsamen Mauser weniger aggressiv und daher vermutlich auch weniger gestresst zu sein.
Das Projekt wird auf der Basis der langsamen Mauser mit Zugang zum Aussenklimabereich weitergeführt. Auf einigen Biobetrieben werden Mauserumtriebe durchgeführt, um die Umsetzung in grossen Herden und die Wirtschaftlichkeit zu untersuchen.


EPrint Type:Journal paper
Keywords:Legehennen, Mauser, Hühnerhaltung, Freilandhaltung
Subjects: Animal husbandry > Production systems > Poultry
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Animal Husbandry and Breeding
Related Links:http://www.fibl.ch/forschung/tierhaltung/legehennen-mauser.php
Deposited By: Zeltner, Esther
ID Code:804
Deposited On:14 Jun 2003
Last Modified:12 Apr 2010 07:27
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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