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Legehennen im Biolandbau länger nutzen

Zeltner, Esther and Hirt, Helen (2005) Legehennen im Biolandbau länger nutzen. [Longer use of laying hens in organic farming.] DGS-Magazin (Woche 9), pp. 46-47.

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Summary

Legehennen werden heute normalerweise im Jahresumtrieb gehalten. Die Umstellung vom Aufzuchtstall in den Legehennenstall bedeutet für die Hühner eine Belastung, die umso grösser ist, je mehr sich das Aufzuchtsystem vom Legehennensystem unterscheidet. Mit 68 Alterswochen ist das Leben der meisten Hennen zu Ende. Die kurze Nutzungsdauer ist aus technischen und ethischen Überlegungen nicht unproblematisch. Die jährliche Eingewöhnungsphase der Hühner an den Stall ist für den Legehennenhalter immer mit dem Risiko verbunden, dass eine Herde in ihrer Anpassungsfähigkeit überfordert ist. Die Folge davon kann Federpicken oder sogar Kannibalismus sein.
Mit einer verlängerten Legedauer können die gut im Stall eingelebten Hennen länger genutzt werden und die Zahl der männlichen Küken, die in der Brüterei getötet werden, wird vermindert. So werden insgesamt weniger Tiere benötigt. Die Verlängerung der Nutzungsdauer kann mit einer Legepause (Mauser) erreicht werden. Bei der Mauser wird einerseits das Gefieder erneuert und der Legeapparat kann sich regenerieren. Nach der Mauser ist das Gefieder wieder voller und die Legeleistung und Eiqualität verbessert sich. Eine natürliche Mauser findet nach 12 bis 15 Legemonaten statt. Da vor allem in grossen Herden nicht alle Hühner gleichzeitig in die Mauser fallen, kann dies zu Problemen führen. Die sich in der Mauser befindenden Hennen sind geschwächt und können von den noch nicht mausernden Hennen wegen des fehlenden Gefieders als Attraktion betrachtet und bepickt werden. So wird die Herde "zerrissen" und in ihrer sozialen Struktur gestört. Daher ist in grossen Herden die künstliche Auslösung der Mauser erforderlich. Stressfaktoren wie Lichtreduktion und Futterrestriktion bringen die Hennen gleichzeitig in Mauser. Bei der heute üblichen Zwangsmauser wird das Licht auf 5-6 Stunden reduziert und während etwa 12 Tagen erhalten die Hennen als Futter nur Kleie und Kalk, was den Magen beschäftigt ohne Nährstoffe zuzuführen. In dieser Mauserphase verlieren die Hennen Federn und stellen die Legetätigkeit ein. Die Lichtdauer wird anschliessend allmählich verlängert. Nach der Phase mit Kleiefütterung erhalten sie wieder Legehennenmehl zur freien Verfügung und neue Federn wachsen nach. Die Legeleistung beginnt wieder zu steigen und liegt nach zirka vier bis sechs Wochen auf 50 Prozent der Normalleistung. Suche nach bio-kompatibler Mauser In der Schweiz ist im Biolandbau die künstliche Auslösung der Mauser nicht erlaubt, weil die Einschränkungen für die Hühner eine Belastung darstellen. Da aber die Vorteile des Mauserumtriebes (längere Nutzung der Hennen, weniger männliche Küken töten) dem Gedanken einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen entspricht, sollte eine “biokompatible” Mauser gesucht werden, bei der die Belastung möglichst gering gehalten werden kann. Daher wurde vom FiBL mit Unterstützung der hosberg ag und des Migros-Genossenschafts-Bundes ein Projekt zu diesem Thema durchgeführt.
Aus den bisherigen Resultaten lässt sich keine starke Belastung der Hennen durch die künstlich ausgelöste Legepause erkennen. Nun soll in der Schweiz die Diskussion in Gang gesetzt werden, ob und unter welchen Bedingungen eine künstliche Auslösung der Mauser im Biolandbau zugelassen werden kann.


EPrint Type:Journal paper
Keywords:Legehennen, Biogeflügelhaltung,Mauser
Subjects: Animal husbandry > Production systems > Poultry
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Animal Husbandry and Breeding
Related Links:http://www.fibl.org/forschung/tierhaltung/biogefluegelhaltung/index.php, http://www.ulmer.de/6HIZ2DHEqAX++.HTML?UID=EFF72C4D18B727D92033C1E5AAF74D44981BDED28FE1D1
Deposited By: Zeltner, Esther
ID Code:6448
Deposited On:10 Feb 2006
Last Modified:12 Apr 2010 07:32
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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