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Ökologischer Landbau: Beitrag oder Bedrohung für die Welternährung? Analyse der Argumentationsstruktur

Bäthge, Juliane (2015) Ökologischer Landbau: Beitrag oder Bedrohung für die Welternährung? Analyse der Argumentationsstruktur. [Organic farming: Contribution or thread for the global food supply? Discourse analysis.] Masters thesis, Universität Rostock, Universität Göttingen . . [Submitted]

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Summary

Bei der Frage, wie zukünftig das allgemeine Menschenrecht auf Nahrung und zugleich der Erhalt der natürlichen Ressourcen erreicht werden können, gibt es teilweise gegensätzliche Positionen im öffentlichen Diskurs, was der gewünschten Lösung nicht zuträglich ist. Diese Arbeit analysiert den öffentlichen Diskurs über den Beitrag des Ökolandbaus für die Welternährung als Teil der genannten Frage.
Der Diskurs wird nicht durch eine reine Inhaltsanalyse, sondern mithilfe einer Rahmenanalyse untersucht. Das heißt, die Fragestellung der vorliegenden Arbeit lautet kurz gefasst: „Wer sagt was warum?“. Die Vorgehensweise bei der Analyse ist dabei angelehnt an die „Grounded Theory Methodologie“ (GTM). Selbige erlaubt eine sehr offene und kreative Analyse der Daten und damit die reflektierte Entdeckung von möglichen Interpretationshypothesen, anstatt der Bestätigung vorgefertigter Theorien.
Die Eingrenzung des „Wer“, also die Auswahl der zu analysierenden Akteure im Diskurs ist der erste Schritt in der Analyse, erfolgte jedoch entsprechend der GTM kontinuierlich im Laufe der Entwicklung von Hypothesen und nach in der Literatur zu findenden Kriterien. Zur Feinanalyse dienen 19 Akteure aus dem deutschen Diskurs mit Dokumenten ab 2008 Sie vertreten die Kontexte: Ökolandbauforschung, Biotechnologieforschung, Umwelt-, Menschenrechts- und bäuerliche Interessenvertretung und Wirtschaftsinteressen (-vertretung) als „fordernde“ Akteure sowie Regierung als „ausführender“ Akteur. Der fast vernachlässigbar kleine Anteil des Kontextes „Bauernvertretung“ wird ausführlich diskutiert.
Die Frage nach dem „Was“ wird, getrennt den identifizierten Positionen „pro Agrarökologie“ und „pro konventionelle Landwirtschaft“ in übersichtlichen Kategorientabellen dargestellt. Dabei wird klar, dass die reine Analyse des „Was“ zwar eine Voraussetzung für die Interpretation des Diskurses ist, jedoch das „Warum“ nicht erklären kann. Bei der Beschreibung der Argumentationslinien („Was“) zeigen sich bei der Nutzung des Begriffes „Nachhaltigkeit“, sowie bei den verschiedenen Vorstellungen von den landwirtschaftlichen Methoden, logisch kaum zu erklärende Gegensätze. Bei einer ebenfalls durchgeführten Analyse der Belege für die Argumente zeigen sich teilweise unterschiedliche Bezüge (z.B. räumliche), die ohne solche genaue Betrachtung unklar bleiben und möglicherweise den Akteuren im Diskurs selbst nicht bewusst sind oder für ihre Ziele genutzt werden.
Diese Ziele entsprechen dem gesuchten „Warum“, auch genannt „Rahmen“ der Akteure. Hier wird zum einen die Hypothese aufgestellt, dass der Bezug zu „Nachhaltigkeit“ einen roten Faden im Diskurs darstellt, wobei sich dieser Bezug über einen Gradienten zwischen zwei gegensätzlichen Rahmen als Konzepten der „starken und schwachen“ Nachhaltigkeit aufspannt. Zum anderen wird im Ergebnis der Analyse angenommen, dass allein die verschiedenen Kontexte der „fordernden“ Akteure, als weiterer Rahmen, ganz verschiedene Ziele für die Welternährung bedeuten (1. Verwirklichung des Rechst auf Nahrung, 2. Gewinne erzielen in der Ernährungsbranche). Beide Rahmen legen nahe, dass keine Verständigung auf ein gemeinsames Ziel möglich sein kann.
Für den Kontext „Regierung“ wird gezeigt, dass das „Was“ hauptsächlich den Argumentationslinien der Position „pro konventionelle Landwirtschaft“ entspricht, die von dem Kontext „Wirtschaftsinteressenvertretung“ bezogen wird. Das „Warum“ wird demgegenüber als Kontext „Konsens finden“ angenommen, was angesichts der als nicht vereinbar festgestellten Zielen der „fordernden“ Akteure eine sehr schwierige Aufgabe oder ein sogenanntes „wicked problem“ darstellt. Zur Auflösung dieses Problems wird vorgeschlagen, dass bei politischen Entscheidungen bzgl. des Zieles „Menschenrecht auf Nahrung verwirklichen und natürliche Ressourcen dauerhaft schützen“ im Falle einer Kompromissfindung die Kontexte der „fordernden“ Akteure beachtet werden sollten.


EPrint Type:Thesis
Keywords:Diskurs, Analyse, Welternährung, Agrarökologie, Nachhaltigkeit, Bundesregierung
Subjects:"Organics" in general
Food systems > Policy environments and social economy
Research affiliation: Germany > University of Göttingen
Germany > University of Rostock
Deposited By: Bäthge, Juliane
ID Code:30829
Deposited On:24 Nov 2016 10:34
Last Modified:09 May 2017 10:12
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed

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