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Einfluss von mineralischen Mitteln auf die Vinifizierung

Daniel, Claudia; Schärer, Hans-Jakob and Cahenzli, Fabian (2016) Einfluss von mineralischen Mitteln auf die Vinifizierung. Bericht FiBL. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) .

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PDF - German/Deutsch
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Summary

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) wurde 2008 aus Südostasien nach Europa einge-schleppt und verursacht seitdem z.T. massive Ertragsausfälle. Sie befällt alle Weichobstarten, wie z.B. Beeren, Kirschen, Zwetschgen und Trauben. Auch viele wilde Pflanzen, wie z.B. Ho-lunder und Schneeball dienen als Wirtspflanzen. Der Hauptschaden entsteht durch den Larven-frass an den Früchten. Da der Generationszyklus sehr kurz ist und daher mehrere Generationen parallel auftreten, kommt es zu einem starken Befallsdruck im Spätsommer und Herbst. Da Trauben länger hängen als z.B. Beeren und die Lese erst im Herbst stattfindet, ist in Reben mit einem besonders hohen Befallsdruck zu rechnen.
Aufgrund der Witterungsbedingungen wurden im Jahr 2014 erstmals starke Schäden an Trau-ben festgestellt. Per Ausnahmebewilligung hat das BLW für das Jahr 2014 den Einsatz von Kaolin (Produkt Surround, Firma Stähler) bewilligt, jedoch mit dem Hinweis: „Die Auswirkungen einer Behandlung auf die Gärung der Maische aus behandelten Trauben wurde nicht unter-sucht.“ Viele Produzenten setzten im Jahr 2014 auch Kalkprodukte ein. In Vinifizierungsversu-chen 2014 an Reben im FiBL Weinberg in Frick wurden verschiedene Produkte mit hohen Auf-wandmengen (180 kg/ha), Ganztraubenpressung und ohne Vorklärung angewendet. Klinospray (Klinoptilolith, Firma Unipoint) und Surround waren in der Vinifizierung unauffällig, während das verwendete Kalkprodukt (CaCO3) einen negativen Einfluss auf die Weinqualität hatte. Des Wei-teren erschwerten starke Rückstände aller Mittel auf den Früchten das Auslesen von Essigbee-ren. Bei der Degustation erzielte das mit Klinospray behandelte Verfahren aber eine bessere Bewertung als die unbehandelte Kontrolle.
Auch im Jahre 2015 hat das BWL eine Ausnahmebewilligung für den Einsatz von Kaolin in Re-ben erlassen. Basierend auf der bewilligten Aufwandmenge für Kaolin, sowie den angepassten Anwendungsempfehlungen für Löschkalk, wurde im Jahr 2015 erneut ein Vinifizierungsversuch mit einer deutlich geringeren Aufwandmenge der mineralischen Mittel Surround, Klinospray, Nekapur (Calciumhydroxid, Kalkfabrik Netstal) und dem Versuchsprodukt N-2015 auf Reben angelegt. Das Ziel dieses Versuches ist es, den Einfluss dieser Substanzen auf die Vinifizierung festzustellen.
Im Versuch wurden praxisübliche Mengen von Surround (Kaolin), Klinospray (Klinoptilolith) und Nekapur (Löschkalk) appliziert. Trotz des geringen Niederschlags zwischen Behandlung und Ernte und trotz des Verzichts einer Vorklärung im Keller wurden kaum Unterschiede bei der Weinbereitung und Weinqualität beobachtet. Die Resultate für Surround und Klinospray ent-sprechen dem Versuch vom Vorjahr, wo in einem Worst-Case-Szenario mehr als siebenfach höhere Mengen appliziert wurden. Löschkalk wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in Vinifizie-rungsversuchen geprüft und verhielt sich in der praxisüblichen Aufwandmenge im Keller unauf-fällig. Ein Einsatz der Produkte Surround (Kaolin), Klinospray (Klinoptilolith) oder Nekapur (Löschkalk) in den praxisüblichen Aufwandmengen stellt für die Vinifizierung kein Problem dar.


EPrint Type:Report
Keywords:drosophila suzukii
Subjects: Crop husbandry > Crop health, quality, protection
Crop husbandry > Production systems > Fruit and berries > Viticulture
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Plant Protection and Biodiversity
Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Entomolgy
Deposited By: Daniel, Dr. Claudia
ID Code:30490
Deposited On:23 Aug 2016 07:27
Last Modified:17 Aug 2017 12:56
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed

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