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Wege zu mehr Bio in Europa und weltweit!

Niggli, Urs; Plagge, Jan; Reese, Steffen; Schmid, Otto; Brändli, Urs; Bärtschi, Daniel; Fertl, Thomas; Pöpsel, Gregor; Siller, Manfred; Hermanowski, Robert; Kranzler, Andreas; Zoubek, Gerhard; Vierbauch, Rudi and Hohenester, Hans (2015) Wege zu mehr Bio in Europa und weltweit! [Ein Diskussionsbeitrag zu Öko- und Biolandbau 3.0 zur Biofach 2015.] Bio Austria, Bioland, Bio Suisse, Naturland und FiBL . [draft]

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PDF - Draft Version - German/Deutsch (Diskussionsbeitrag)
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Summary

Die IFOAM hat an der Biofach 2014 die Idee einer biologischen Landwirtschaft 3.0 lanciert. Dies entstand aufgrund eines weit verbreiteten Gefühls, dass sich der Ökolandbau trotz großen Erfolgen mit den zukünftigen Herausforderungen auseinandersetzen muss. Die Diskussion hat einerseits die Beschäftigung mit der bisherigen Entwicklung des Ökolandbaus geschärft, und andererseits eine dynamische Analyse der zukünftigen Positionierung ausgelöst.
Personen der traditionellen Verbände der biologischen resp. ökologischen Landwirtschaft von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Bioland, Naturland, Bio Austria und Bio Suisse sind zusammen mit dem FiBL der Meinung, dass vier wichtige Herausforderungen gemeistert werden müssen: A) Das nur noch zögerliche Wachstum der landwirtschaftlichen Urproduktion angehen und Neueinsteiger durch mehr Innovation gewinnen. B) Die Ökobetriebe und die vor- und nachgelagerte Branche im Sinne einer dynamischen ‚Beste Praxis‘ nachhaltiger machen. C) Die Stärken des Ökolandbaus für eine nachhaltige und ressourcenschonende Ernährungssicherheit in der Welt besser nutzen. D) Mit den Verbrauchern, der Zivilgesellschaft und mit Initiativen und Aktivitäten mit ähnlicher Stoßrichtung transparent zusammenzuarbeiten.
In der Diskussion wurden vier Zukunftsszenarien herausgeschält: Das Szenario 1 ist Fortsetzung der kontinuierlichen Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft. Dieses haben wir auch Bio 2.1 genannt. Das Szenario 2 fokussiert stark auf eine anspruchsvolle Käuferschaft, welche die besondere Qualität und die Werte, welche hinter dem Ökolandbau stehen, wünschen. Dieses haben wir auch Qualitäts- und Werte-Bio genannt. Dies würde zusätzliche Anforderungen in den Richtlinien und in der Zertifizierung bringen. Mit dem Szenario 3 möchten wir die ökologische Landwirtschaft weltweit auf einen raschen Wachstumspfad bringen, damit es für die globalen Herausforderungen eine echte Alternative wird und nicht in der Nische verharrt. Wir haben dieses Szenario auch Produktive Ökologisierung genannt. Dabei steht eine umfassende Innovationsstrategie im Vordergrund, welche auch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt besser, aber kritisch nutzt. Das Szenario 4 ist eine Kombination von 2 und 3. Die Produktive Ökologisierung ist der Einstieg in den Ökolandbau und entspricht mit Vorteil den gesetzlichen Verordnungen, während darauf die Beste Praxis als Qualitäts- und Werte-Bio aufbaut. Szenario 4 wurde von den Autoren klar bevorzugt.
Die jetzt anstehende Diskussion über die Zukunft des Ökolandbaus hat sich an klaren Grundsätzen zu orientieren. Diese wurden von den Autoren wie folgt definiert:
a) Der ÖL basiert auf den vier Prinzipien der IFOAM.
b) Der ÖL soll relevanter für die Herausforderungen der Menschheit werden.
c) Der ÖL soll die Nachhaltigkeit umfassend berücksichtigen.
d) Der ÖL soll immer ein ganzheitlicher Systemansatz sein.
e) Der ÖL soll die Stoffkreisläufe geschlossen halten.
f) Der ÖL soll naturstoffbasiert sein.
g) Der ÖL soll eine ganzheitliche und umfassende Innovationskultur sein.
h) Der ÖL soll im Einklang mit den Megatrends der Gesellschaft und der Verbrauchern sein.
i) Der ÖL soll das Wohl der Nutztiere hoch gewichten, da es für die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle
spielt.
k) Der ÖL 3.0 soll nach unten kompatibel mit bestehenden Richtlinien sein.


EPrint Type:Other
Keywords:Biolandbau 3.0, Ökolandbau 3.0, Ernährungssicherheit, Innovation, Beste Praxis, best praxis, Nachhaltigkeit
Subjects:"Organics" in general
Research affiliation: Austria > Bio Austria - Research
Austria > FiBL Austria
Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Sustainability
Germany > Bioland
Germany > FiBL Germany - Research Institute of Organic Agriculture > Other projects
Germany > Naturland
Deposited By: Niggli, Prof. Dr. Urs
ID Code:29359
Deposited On:05 Oct 2015 09:09
Last Modified:05 Oct 2015 09:18
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished

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