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Abschätzung des hygienischen Risikos im Zusammenhang mit der Anwendung von flüssigem Gärgut in der Schweiz

Fuchs, Jacques; Baier, Urs; Berner, Alfred; Phillipp, Werner and Schleiss, Konrad (2014) Abschätzung des hygienischen Risikos im Zusammenhang mit der Anwendung von flüssigem Gärgut in der Schweiz. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), CH-Frick .

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PDF - German/Deutsch (Schlussbericht)
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Summary

Ziel dieses Projektes war es, eine Charakterisierung des seuchenhygienischen Zustandes von flüssigem Gärgut aus Schweizer Vergärungsanlagen in Relation zu den Ausgangsmaterialien und zu den angewandten Techniken der Vorbehandlung, der anaeroben Vergärung und der Nachbehandlung durchzuführen.
Drei Probenahmekampagnen wurden durchgeführt: im Winter 2012-2013, im Frühling 2013 und im Sommer 2013. Dabei wurden repräsentative thermophile und mesophile Vergärungsanlagen detailliert untersucht. Die verschiedenen Ausgangsmaterialien sowie Gärgut in verschiedenen Prozessstufen wurden auf die Leitkeime Salmonellen, Coliforme, E. coli, Enterokokken und teilweise Campylobacter untersucht.
Die Inputmaterialien mit dem grössten Erregerbesatz sind Grüngut und Panseninhalt. Eher gering belastet sind dagegen Milch- und VTNP-Produkte. Eine grosse Variation innerhalb der Produktkategorien ist jedoch zu beobachten.
Salmonellen konnten in den Inputmaterialien der Biogasanlagen nur sehr vereinzelt und in geringen Konzentrationen nachgewiesen werden. Ein erhöhtes Vorkommen in VTNPMaterialien war nicht vorhanden. Sowohl coliforme Keime, E. coli als auch Enterokokken wurden in den meisten Inputmaterialien in mittleren Konzentrationen nachgewiesen.
Campylobacter spp. konnte in keinem der Inputmaterialien nachgewiesen werden.
Salmonellen und E. coli können in den thermophilen Anlagen effizient und auf nicht mehr nachweisbare Niveaus eliminiert werden. Enterokokken werden in thermophilen Vergärungen stark reduziert aber nicht vollständig eliminiert.
Die Behandlungsprozesse in mesophilen Anlagen haben nur einen geringfügigen Einfluss auf die Mengen der untersuchten Keime. Die Quantität an E. coli wurde reduziert, es waren aber immer noch bedeutende Mengen in den Endprodukten zu finden. Es konnte keine Vermehrung der untersuchten Keime während des mesophilen Prozesses beobachtet werden.
Es ist davon abzuraten, Gärgut aus mesophilen Anlagen direkt oder nach Lagerung in Kulturen anzuwenden, welche roh verzehrt werden. Prinzipiell ist bei der Verwertung von mesophilem Gärgut im Gemüsebau grosse Vorsicht geboten. Für diese Kulturen scheint flüssiges Gärgut aus thermophilen Anlagen aus hygienischer Sicht unproblematisch zu sein, vorausgesetzt, dass die Prozessführung der Anlage der guten fachlichen Praxis entspricht. Für die anderen Kulturen kann auch mesophiles Gärgut angewendet werden, wobei die gleichen Anwendungsempfehlungen wie für Gülle einzuhalten sind.


EPrint Type:Report
Keywords:Gärgut, Seuchenhygiene, Vergärungsanlagen, Schweiz, Departement für Bodenwissenschaften, Departement für Nutzpflanzenwissenschaften, Pflanzenschutz
Subjects: Food systems > Food security, food quality and human health
Crop husbandry > Composting and manuring
Environmental aspects > Air and water emissions
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Soil Sciences
Switzerland > ZAHW
Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Plant Protection and Biodiversity
Germany > University of Hohenheim
Switzerland > Other organizations
Deposited By: Fuchs, Dr. Jacques G.
ID Code:27645
Deposited On:27 Oct 2014 13:31
Last Modified:27 Oct 2014 13:50
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Schlussbericht des Forschungsprojektes im Auftrag vom BFE, BLW, BAFU und BVET.

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