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Tiergesundheit im biologischen Landbau. Neue Richtlinien und Perspektiven für die Nutztierpraxis

Hertzberg, Hubertus; Walkenhorst, Michael und Klocke, Peter (2003) Tiergesundheit im biologischen Landbau. Neue Richtlinien und Perspektiven für die Nutztierpraxis. [Animal health in organic agriculture: New standards and perspectives for animal husbandry.] Schweiz.Arch.Tierheilk, 145 (11), pp. 519-525.

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Kurzfassung

Stimuliert durch ein stetig wachsendes Konsumenteninteresse und finanzielle Anreize des Bundes, hat die biologische Landwirtschaft in der Schweiz in den zurückliegenden Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Innerhalb der biologisch bewirtschafteten Fläche nimmt das direkt oder indirekt von Wiederkäuern genutzte Grünland den grössten Teil ein. Massgeblich bedingt durch die bedeutende Zunahme der biologischen Milchviehhaltung ist die Kontaktfläche zwischen der tierärztlichen Praxis und dem Biolandbau bereits stark gewachsen. Der Bio-Status eines Betriebes berührt die tierärztliche Praxis vor allen in den Bereichen Komplementärtherapie/Arzneimittelverabreichung und bei den sogenannten zootechnischen Massnahmen (Enthornen, Kupieren etc.). Eine wichtige Anforderung an die biologisch bewirtschafteten Betriebe besteht in der Auflage, für Behandlungen von Tieren bevorzugt komplementärmedizinische Präparate oder Verfahren einzusetzen, sofern erfahrungsgemäss eine therapeutische Wirkung auf die betreffende Tierart und die zu behandelnde Krankheit erwartet werden kann. Das Spektrum der auf Biobetrieben in Verantwortung des Tierarztes prinzipiell einsetzbaren registrierten Arzneimittel ist jedoch nicht eingeschränkt, wenn die Erkrankung auf dem komplementären Weg erfahrungsgemäss nicht kuriert werden kann. Die rein präventive Anwendung allopathischer Tierarzneimittel ist jedoch nicht zulässig. Weitere Besonderheiten in Zusammenhang mit dem Arzneimitteleinsatz auf Biobetrieben betreffen die einzuhaltenden Absetzfristen, die Dokumentation und die für eine Biovermarktung tolerierte Behandlungshäufigkeit. In Konfliktfällen ist der Gesundheit eines Tieres grundsätzlich Vorrang gegenüber seinem Bio-Status einzuräumen. Bei der Vorbereitung der in der Praxis tätigen Tierärzte auf die neue Situation sind derzeit noch deutliche Defizite zu verzeichnen, obwohl bei der Betreuung von Biobetrieben ein besonderer Aufgaben- und Verantwortungsbereich übernommen wird. Die Ausweitung des Tätigkeitsfeldes und die damit verbundene Erweiterung des komplementärmedizinischen Therapiespektrums kann für engagierte Praktiker zukünftig eine Herausforderung und Chance zugleich darstellen.

Englische Kurzfassung

In the last decade, the organic agriculture in Switzerland has been substantially increased due to the interest of consumer and financial incentives of the federation. Ruminants take directly or indirectly the largest part from grassland used within the organic managed surfaces. As the contacts between veterinary practice and organic agriculture has increased, the potential for veterinary activity in this area has developed considerably. The organic agriculture guidelines stipulate that all the preventive measures should be taken in feeding, keeping, and breeding to insure animal health safety. This requires veterinary services for herd management. The organic status of a farm affects veterinary practice also in the form of alternative therapy/drugs administration and measures like dehorning and tail-docking.
An important point in organic managed herds requests that treatment of animals should depend on alternative medical preparations or procedures taken in consideration the veterinarian’s experience and the therapeutic effect on the animal species concerned and the disease. However, there are no restrictions on the veterinarian to use registered drugs as long as no alternative therapy, according to experience and possible success, is available to treat the animals. The prophylactic administration of allopathic veterinary drugs is not permissible. Further features in organic farms regarding the use of drugs are the keeping of withholding/withdrawal time, the documentation, and the treatment frequency tolerated by organic marketing. Despite the above measures, the animal health has a priority regardless of its organic status.
Although management of organic farms represent a unique responsibility, there are still obvious deficits in the preparation of veterinary practitioners for this new situation. However, in the future the extension of veterinary activity to include the alternative medical therapy should be regarded for the practitioner as a challenge and an opportunity at the same time.

Art des Eintrags:Artikel in einer Zeitschrift
Schlagwörter:Tiergesundheit, Veterinärparasitologie, Biologische Tierhaltung, Bestandesbetreuung, Arzneimittelrecht, Prophylaxe, organic farming, herd health management, drug legislation, prophylaxis
Themengebiete:Tierhaltung > Nutztiere
Tierhaltung > Tiergesundheit / artgerechte Haltung
Land/Organisation/Projekt: Schweiz > FiBL > Veterinärparasitologie
Schweiz > FiBL > Tiergesundheit
Weiterführende Links:http://www.biosuisse.ch, http://www.fibl.org/forschung/tiergesundheit/index.php, http://www.fibl.org/forschung/veterinaerparasitologie/index.php
Eingestellt von:Hertzberg, Dr Hubertus
ID-Code:2673
Eingestellt am:21 Mai 2004
Letzte Änderung:20 Aug 2009 16:22
Dokumentensprache:Deutsch
Veröffentlichungsstatus:Veröffentlicht
Status wissenschaftlicher Begutachtung:Wissenschaftlich begutachtet und angenommen
Ergänzende Informationen:In: Schweiz.Arch.Tierheilk., Band 145, Heft 11, S. 519-525, peer Reviewed

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