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Dauerhafte Ausweitung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Analyse der Ausstiege von Betrieben und Entwicklung eines Konzepts zur nachhaltigen Vermeidung

Kuhnert, Heike; Behrens, Gesine; Hamm, Ulrich; Müller, Henriette; Sanders, Jürn; Nieberg, Hiltrud and Strohm, Renate (2013) Dauerhafte Ausweitung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Analyse der Ausstiege von Betrieben und Entwicklung eines Konzepts zur nachhaltigen Vermeidung. [Extension of organic farming in Germany: Determination of reasons for re-conversion of organic farms to conventional agriculture and development of a sustainable approach to prevent it.] Thünen-Institut, Institut für Betriebswirtschaft, D-Braunschweig, Land uns Markt, D-Hamburg und Universität Kassel, Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing, D-Witzenhausen .

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PDF - German/Deutsch (Gesamtschlussbericht)
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Summary

Der ökologische Landbau verzeichnet in Deutschland seit Ende der 1980er-Jahre eine kontinuierliche Ausweitung. Ein Blick hinter die Wachstumsbilanz verrät jedoch, dass es neben zahlreichen Neueinsteigern auch viele Betriebe gibt, die den Ökolandbau wieder aufgeben. Da für die politisch erwünschte Ausdehnung des ökologischen Landbaus nicht nur weitere Neueinsteiger, sondern auch möglichst wenige Aussteiger erforderlich sind, war es Ziel dieser Arbeit zu untersuchen, welche Betriebe und Motive sich hinter den Ausstiegen verbergen und wie speziell Rückumstellungen verhindert werden können. Dazu wurden die Agrarstrukturdaten ausgewertet, bundesweit über 700 Aussteiger aus dem Ökolandbau schriftlich nach ihren Motiven befragt und zusätzlich 29 persönliche Interviews mit Rückumstellern geführt.
Im Zeitraum 2003 bis 2010 stiegen im Durchschnitt 606 Betriebe pro Jahr aus dem Ökolandbau aus. Ein Drittel davon gab den Betrieb auf. Für die Betriebsaufgabe waren in der Regel nicht die ökologische Bewirtschaftung, sondern die fehlende ökonomische Basis und die fehlende Hofnachfolge maßgeblich. Mit der Aufgabe der Betriebe gingen häufig Flächen für den Ökolandbau verloren: 60 % der bisherigen Ökoflächen gingen an konventionell wirtschaftende Landwirte über.
Zwei Drittel der Aussteiger kehrten zu einer konventionellen Wirtschaftsweise zurück. Dies entspricht einem durchschnittlichen Anteil von 3,3 % der Ökobetriebe pro Jahr. Relativ hohe Rückumstellungsraten gab es bei den Nebenerwerbsbetrieben, kleinen Betrieben und älteren Betriebsleitern. Überdurchschnittlich stark betroffen waren Schaf- und Ziegenbetriebe sowie Rindermastbetriebe, während Betriebe mit Schwerpunkt Feldgemüse- und Kartoffelanbau eher selten auf eine konventionelle Wirtschaftsweise rückumstellten. In der Regel gab es keinen allein entscheidenden Rückumstellungsgrund. Vielmehr war es meist ein Bündel von persönlichen, betrieblichen sowie externen Faktoren, das die Betriebsleiter zur Rückumstellung bewog. Dabei spielten ökonomische Motive sowie Probleme mit den Ökorichtlinien und -kontrollen häufig eine wichtige Rolle.
Die Vielfalt der betrieblichen Rückumstellungs-Konstellationen bedingt, dass es keine zentrale und für alle Betriebe passende Stellschraube zur Vermeidung von Rückumstellungen gibt. Vorgeschlagen wird vielmehr ein Bündel an verschiedenen Maßnahmen, das zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für alle ökologisch wirtschaftenden Betriebe beiträgt, damit eine Rückumstellung erst gar nicht zu einem betrieblichen Thema wird.

Summary translation

Organic farming has shown continuous expansion in Germany since the end of the 1980s. But a look behind the growth shows, that in addition to numerous farmers converting to organic farming, there are also many farms which stop farming organically. Since for the politically desirable expansion of organic farming, not only further conversions are needed, but also as few exits as possible, the aim of this work was to examine which farms and motives are hidden in the exits and how especially reversions to conventional farming can be prevented. For this purpose farm structure data was evaluated and more than 700 farmers who stopped organic farming were asked in writing about their motives. Furthermore, 29 personal interviews with reverters were conducted.
In the time period from 2003 to 2010 an average of 606 farms exited from organic farming per year. Of these one-third ceased farming altogether. Reasons for the farm closures were usually not the organic farming management, but an insufficient economic performance and a lack of a successor for the farm were more often the reason for the farm closures that organic farming. Often organic farming areas were lost with the closure of the farms: 60 % of the organic areas to date were subsequently managed by conventional farmers.
Two-thirds of those exiting farms returned to conventional farming. This is an average share of 3.3% of the organic farms each year. Relatively high reversion rates were found for part time farms, small farms and older farmers. Above average reversions were found for sheep and goat farms as well as beef fattening farms, while farms with an emphasis on field vegetables and potatoes were less likely to revert. As a rule there was no sole decisive reason for a reversion. Much more often it was a set of personal, farm-specific and external factors which the farmer considered before reversion. Here economic motives often played an important role, as did problems with the organic regulations and controls.
The diversity of the farm reversion constellation means that there is no central and all farms encompassing measure to prevent reversions. Therefore, a set of different measures is suggested that would contribute to improved framework conditions for all organic farms so that a reversion does not emerge as a topic.

EPrint Type:Report
Keywords:BÖLN, BOELN, BÖL, BOEL, FKZ 08OE117, FKZ 08OE234, Rückumstellung, Ausstieg, Ökolandbau, Hofnachfolge, Nebenerwerb
Subjects:"Organics" in general
Farming Systems
Food systems > Markets and trade
Values, standards and certification
Food systems > Policy environments and social economy
Research affiliation: Germany > Federal Organic Farming Scheme - BOELN > Economics > Risk management
Germany > Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries - VTI > Institute of Farm Economics - BW
Germany > University of Kassel > Department of Agricultural- and Food Marketing
Related Links:http://www.bundesprogramm-oekolandbau.de, http://www.bundesprogramm.de/fkz=08OE117, http://orgprints.org/cgi/search/advanced?addtitle%2Ftitle=&keywords=08OE117&projects=BOEL&_order=bypublication&_action_search=Suchen, http://orgprints.org/cgi/saved_search?savedsearchid=1275
Deposited By: Sanders, Jürn
ID Code:22697
Deposited On:15 May 2013 12:49
Last Modified:28 May 2013 09:27
Document Language:German/Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.
Projektleitung (FKZ 08OE117) und Gesamtkoordination des Verbundvorhabens: Dr. Hiltrud Nieberg, Thünen-Institut, Institut für Betriebswirtschaft
Projektleitung (FKZ 08OE234): Prof. Dr. Ulrich Hamm, Universität Kassel (FB11), Fachgebiet Agrar- und Lebebsmittelmarketing
Bei dem hier eingestellten Schlussbericht handelt es sich um einen gemeinsamen Schlussbericht, an dem die Teilprojekte FKZ 08OE117 und FKZ 08OE234 beteiligt waren.

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