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Hinreichende Wirksamkeit eines Präparates für den ökologischen Obstbau: Wie hoch muss ein Wirkungsgrad sein und ist er das Maß aller Dinge?

Kienzle, Jutta (2002) Hinreichende Wirksamkeit eines Präparates für den ökologischen Obstbau: Wie hoch muss ein Wirkungsgrad sein und ist er das Maß aller Dinge? [Sufficient efficiency of a preparation in organic fruit-growing: How high does the degree of efficiency have to be and is it the measure of everything?] In: Kühne, Stefan and Friedrich, Britta (Eds.) Hinreichende Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln im ökologischen Landbau, Saat- und Pflanzgut für den ökologischen Landbau; Berichte aus der Biologischen Bundesanstalt, Saphir Verlag, D-Ribbesbüttel, 95, pp. 11-16.

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Summary

Die verringerten Anforderungen an die hinreichende Wirksamkeit bei der Zulassung für Präparate, die im Öko-Landbau Verwendung finden, sind aus Sicht des ökologischen Obstbaus eine unabdingbare Voraussetzung für eine korrekte Durchführung des Pflanzenschutzes. Folgende Punkte sind zu berücksichtigen:
· Sind für eine bestimmte Indikation keine Alternativen vorhanden, ist es für die Betriebe von existentieller Bedeutung, dass Präparate mit geringerer Wirksamkeit trotzdem zugelassen werden. Nur so können starke wirtschaftliche Einbußen verhindert werden.
· Präparate mit geringerer Wirksamkeit können als „Bausteine“ in Strategien von großer Bedeutung sein. Dafür müssen sie aber eine Zulassung für die Indikation besitzen, in der sie als „Bausteine“ zum Einsatz kommen sollen.
· Präparate, die nur in Langzeitstrategien und/oder auf größeren Flächen ihre Wirkung richtig entfalten können, oder nur zur Befallsminderung eingesetzt werden, spielen in den Pflanzenschutzstrategien des Öko-Anbaus eine wachsende Rolle. Daher muss eine Zulassung solcher Indikationen ebenfalls möglich sein.
Die neuen Regelungen bei der Zulassung sind daher sehr zu begrüßen. Diese haben nicht nur für den korrekten Ablauf des Pflanzenschutzes im Öko-Obstbau, also die Zulassung bzw. Neuzulassung bereits bekannter Präparate große Bedeutung. Noch größer dürfte die Signalwirkung sein, die auf die Neuentwicklung von biologischen Pflanzenschutzmitteln von dieser Regelung ausgeht.
Die Biologische Bundesanstalt hat hier ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sinnvolle Entwicklungen im Bereich des biologischen Pflanzenschutzes nicht an einer zu engen Auslegung der hinreichenden Wirksamkeit scheitern werden. Für die Hersteller ist dies ein nicht zu unterschätzender Ansporn, solche Entwicklungen voranzutreiben und praxisreife Präparate dann auch wirklich auf den Markt zu bringen.
Ein solcher Trend wird nicht nur zu einer Optimierung der Möglichkeiten des Pflanzenschutzes im ökologischen Anbau führen. Er erweitert auch die Möglichkeiten des integrierten Anbaus zur Nutzung biologischer Pflanzenschutzmittel in integrierten Strategien, die zu einer Verminderung des Einsatzes synthetischer Präparate führen.
Grundsätzlich ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Komplexizität der Wirkungsweise der „Öko-Präparate“ in vielen Fällen höher ist als bei synthetischen Präparaten. Bei der Anwendung reicht es daher in vielen Fällen nicht aus, von einer Befallsminderung anstelle einer „vollständigen Wirkung“ auszugehen. Eine Anwendung nur nach Gebrauchsanleitung ist in diesem Falle mit höheren Risiken verbunden. Wie bei den einzelnen Beispielen dargestellt, spielen spezifische Bedingungen oft eine entscheidende Rolle bei der Wirksamkeit und sind in weit höherem Maße zu berücksichtigen als bei den herkömmlichen Präparaten. Die Eigenverantwortung sowie die Anforderungen an Knowhow und Entscheidungskompetenz der Betriebsleiter und/oder Berater ist beim Umgang mit solchen Präparaten höher. In vielen anderen Bereichen (z. B. Nützlingseinsatz) haben sich jedoch biologische Verfahren trotz gestiegener Anforderungen an das Knowhow der Betriebe durchgesetzt. Es ist daher davon auszugehen, dass dies auch im Bereich der für den ökologischen Anbau zugelassenen Präparate der Fall sein wird.


EPrint Type:Conference paper, poster, etc.
Type of presentation:Paper
Keywords:Pflanzenschutzmittel, Pflanzenstärkungsmittel, Wirkungsgrad, Pyrethrum, Neem, Niem, Apfelwickler, Fruchtschalenwickler, Granulosevirus
Subjects: Crop husbandry > Crop health, quality, protection
Crop husbandry > Production systems > Fruit and berries
Research affiliation: Germany > Federal Research Centre for Cultivated Plants - JKI > Institute for Biological Control
Related Links:http://www.bba.de/oekoland/index.htm, http://orgprints.org/00002134/
Deposited By: Kienzle, Jutta
ID Code:2000
Deposited On:19 Jan 2004
Last Modified:12 Apr 2010 07:28
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:Die Berichte der Biologischen Bundesanstalt können beim Saphir Verlag, Ribbesbüttel unter folgender Adresse bezogen werden: Saphir Druck + Verlag, Gutsstraße 15, 38551 Ribbesbüttel, Tel. 0 53 74 - 65 76, Fax: 0 53 74 - 65 77, saphirverlag@t-online.de.

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