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Lösungsansätze für die Bildung eines deutschlandweiten CSA-Netzwerkes

Abeler, Anne (2010) Lösungsansätze für die Bildung eines deutschlandweiten CSA-Netzwerkes. [An Approach to the Development of a pan-Germany CSA-network.] Bachelorarbeit (B.Sc. Oecotrophologie) thesis, Fachhochschule Münster, Oecotrophologie. . [Submitted]

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Summary

Die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft ist für die globale und lokale nachhaltige Entwicklung unserer Welt elementar. Einige Initiativen in Deutschland setzten ein zur kommerziellen Landwirtschaft alternatives Konzept um – Community supported agriculture (CSA). In einer CSA bezahlen die VerbraucherInnen nach individuellen Möglichkeiten einen Beitrag an den Hof und bekommen die dort erzeugten Produkte nach persönlichem Bedarf. VerbraucherInnen und ErzeugerInnen aus einer Region teilen verbindlich für ein Jahr gemeinsam Risiko und Ertrag der biologisch(-dynamischen) Landwirtschaft miteinander. Das
CSA-Prinzip ist im Vergleich zum Ausland in Deutschland relativ unbekannt. Mit Hilfe einer Vernetzung der bereits bestehenden CSA-Gemeinschaften könnten deren Grundgedanken
und Ziele verbreitet und gefördert werden. Deswegen ist das Ziel dieser Arbeit die Entwicklung von Lösungsansätzen für die Bildung eines deutschlandweiten CSA-Netzwerkes. Stellvertreter von sieben der elf in Deutschland existierenden CSA-Gemeinschaften wurden zu ihren Vorstellungen, Ideen und Bedenken mit Blick aufunterschiedliche Aspekte der Netzwerkbildung qualitativ befragt. Die Ergebnisse der Befragung haben die Entwicklung der im Folgenden beschriebenen Lösungsansätze bestimmt.
Die vorläufigen Hauptakteure/-akteurinnen des deutschlandweiten CSA-Netzwerkes sollen die CSA-Mitglieder sein. Potentielle CSA-ErzeugerInnen und CSA-ähnliche Konzepte könnten Akteure/Akteurinnen werden und Institutionen später in unterstützender Funktion eingebunden werden. Die Akteure/Akteurinnen eines Netzwerkes bestimmen gemeinsam dessen Zielsetzung, die die Basis für die Gestaltung ist. Die „Ausbreitung der CSA-emeinschaften und CSA-Idee“ ist die gemeinsame Vision der Befragten und kann über einzelne genannte Ziele der Vernetzung verwirklicht werden: Ein Informations- und Erfahrungsaustausch der Akteure/Akteurinnen kann Ergebnisse für eine Informationserarbeitung liefern, die Voraussetzung
für eine Informationsbereitstellung über das Netzwerk ist, die wiederum ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit ausmacht. Aus diesen Zielen resultierenden spezifische Kommunikationsmaßnahmen. Neben einer internetbasierten Kommunikation zum Informations- und Erfahrungsaustausch
kann es zusätzlich ein Jahrestreffen geben, um Ziele neu zu definieren, notwendige Entscheidungen zu treffen und persönliche Kontakte zu pflegen. Die Informationserarbeitung
kann über eine Arbeitsgruppe koordiniert und teilweise durchgeführt werden. Um die erarbeiteten Informationen für alle Menschen bereitzustellen, bedarf es einer Homepage.
Alle Kommunikationsmaßnahmen sind mit unterschiedlichen Aufgaben verbunden, die vorwiegend von AkteurInnen übernommen werden sollen. Reichen deren Kompetenzen und
Ressourcen nicht aus, besteht zukünftig die Möglichkeit, Unternehmen für spezielle Leistungen zu beauftragen. Die Organisation des Netzwerkes soll möglichst offen gestaltet werden. Informationen der nicht-öffentlichen Jahrestreffen und der Arbeitsgruppe sollen veröffentlicht werden, gegebenenfalls anonymisiert. Vorwiegend für die Präsentation des Netzwerkes soll eine CSA- und Netzwerk-Beschreibung erstellt werden, die Aufnahmebedingungen für die Hauptakteure/-akteurinnen impliziert. Sollte das Netzwerk für CSA-ähnliche Konzepte geöffnet werden, muss die Beschreibung angepasst werden. Die Aufnahme von Institutionen wird für den Einzelfall debattiert. Alle Akteure/Akteurinnen übernehmen in ihrem Aufgabenbereich
die Koordination und damit gemeinsam die polyzentrische Steuerung des Netzwerkes.
Die Netzwerkbildung könnte eine Standardisierung und Kommerzialisierung des idealistischen CSA-Systems zur Folge haben. Die Vernetzung von CSAs soll jedoch zu einem Pool an unterschiedlichen Ideen führen, der vielfältige Möglichkeiten für individuelle Ansprüche und regionale Eigenheiten bietet. Um die Entstehung und Verfestigung von ungewollten Entwicklungen zu verhindern, muss sich das Netzwerk jedes Jahr neu definieren und bilden. Eine transparent und offen gestaltete Mischung aus Information und Interaktion, polyzentrisch gesteuert durch einen losen Zusammenschluss der TeilnehmerInnen, sollen das deutsche CSA-Netzwerk auszeichnen. Mit dieser Vernetzung können Kräfte für die gemeinsame Vision vereint und Menschen ein Anstoß gegeben werden, Alternativen auszuprobieren, CSA kennenzulernen und durch die Mitgliedschaft eine nachhaltige Zukunft zu unterstützen.


EPrint Type:Thesis
Other Type:Bachelorarbeit (B.Sc. Oecotrophologie)
Keywords:community supported agriculture, solidarische Landwirtschaft, Netzwerke, Deutschland
Subjects: Food systems > Community development
Research affiliation: Germany
Deposited By: Strassner, Dr. Carola
ID Code:18834
Deposited On:31 May 2011 08:11
Last Modified:31 May 2011 08:11
Document Language:German - Deutsch
Status:Submitted

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