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Vernetzung von Erzeugern biologischer Lebensmittel und Verbrauchern am Beispiel einer internetbasierten Plattform.

Stöwer, Lene (2010) Vernetzung von Erzeugern biologischer Lebensmittel und Verbrauchern am Beispiel einer internetbasierten Plattform. Masters thesis, Fachhochschule Münster. .

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Summary

In einem zunehmend globalisierten und anonymisierten Ernährungssystem steigt die Zahl der Verbraucher, die Lebensmittel aus Massenproduktion ablehnen und saisonale und regionale Lebensmittel bevorzugen, die unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten produziert wurden. Regionale Ernährungssysteme werden als nachhaltigere Alternative diskutiert. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, herauszufinden, ob die Vernetzung von Erzeugern biologischer Lebensmittel und Verbrauchern (z. B. in Form einer CSA) eine Form des nachhaltigen Konsums darstellt und wie man diese Vernetzung fördern kann.
Durch eine deutschlandweite Befragung von 138 CSA-Mitgliedern sowie eine internationale Literaturrecherche wurde ermittelt, welche Personengruppen Erzeuger-Verbraucher-Netzwerke derzeit ansprechen, was ihre Erfahrungen und Motivationen sind, wie hoch ihre Zufriedenheit ist und welche Informationsbedürfnisse bestehen. Aus den Ergebnissen wurden Ideen für eine internetbasierte Plattform entwickelt, die Landwirten und Verbrauchern die Möglichkeit bietet sich virtuell zu vernetzen und dadurch die Entstehung weiterer Erzeuger-Verbraucher-Netzwerke zu fördern.
Die laut Befragungsergebnissen bislang durch CSA erreichte Hauptzielgruppe sind Personen im Alter von 40-49 Jahren mit einem durchschnittlichen Jahres-Einkommen von 20.000-39.000 € und hohem Bildungsniveau. Es sind hauptsächlich Bio-Käufer, die häufig mit einem Garten oder auf einem Bauernhof aufgewachsen sind und oft selbst einen Garten haben. Der Anteil an Vegetariern ist verhältnismäßig hoch. Die ermittelten Hauptmotivationen sind der Wunsch nach Bio-Lebensmitteln, nach gesunden und nach regional produzierten Lebensmitteln. Aber auch ökologische, soziale, ideologische und politische Gründe spielen bei der Motivation eine Rolle. Hoffeste und besondere Veranstaltungen wurden von vielen Mitgliedern besucht. Die allgemeine Zufriedenheit der befragten CSAMitglieder ist sehr hoch. In Bezug auf Frische, Qualität und Menge der Lebensmittel sind CSA-Mitglieder besonders zufrieden. Auswahl, Kommunikation und gemeinschaftliche Aktivitäten schneiden etwas schlechter ab. Die Absicht einer weiteren Teilnahme war insgesamt sehr hoch. 72 % der Befragten sind der Meinung, dass in Deutschland nicht genügend Informationsmöglichkeiten über CSA bestehen. Die gewünschten Informationsquellen sind Medien allgemein, Tages- und Wochenzeitungen sowie das Internet. Mitglieder wünschen sich auf einer Homepage aktuelle Informationen von den Betrieben, allgemeine Informationen über CSA, einen Saisonkalender, Informationen zur Aufbewahrung oder Zubereitung von Lebensmitteln, eine Suchfunktion für CSA-Betriebe in der Nähe und Informationen über Veranstaltungen. Weniger wichtig war vielen Mitgliedern der Austausch in Foren für Mitglieder und/oder Nicht-Mitglieder.
Auch wenn CSA nicht die schnelle Lösung aller Probleme des Ernährungssystems sein kann, so bietet es Konsumenten definitiv eine mögliche Alternative. Das Angebot frischer, regionaler, biologischer Lebensmittel, eine Verbindung zu dem Ort an dem die Nahrung produziert wird und Wissenszuwachs/Bildung zu den Themenbereichen Landwirtschaft und Umwelt sind wichtige und notwendige Angebote für Konsumenten, die Alternativen im heutigen Ernährungssystem suchen. Die Umsetzung der Vorschläge für eine Homepage zur Förderung der Vernetzung von Erzeugern biologischer Lebensmittel und Verbrauchern wäre ein erster Schritt zur weiteren Bekanntmachung dieses alternativen Ernährungssystems in Deutschland.

Summary translation

In an increasingly globalized and anonymous food system, the number of consumers rejecting mass-produced food and calling for seasonal, regional, organic and environmentally and socially sustainable food is growing. Local agri-food initiatives are discussed as more sustainable alternatives. This thesis aims to answer the question whether connecting producers and consumers (e. g. in CSAs) is likely to provide an alternative for sustainable consumption and how to further these connections.
A survey of 138 CSA members in Germany was performed to examine the main target group and their experiences, motivating factors, satisfaction and information needs. The results of the survey form the basis of a concept for an internet-based platform which allows consumers and producers to get virtually linked with the aim to further partnerships between consumers and producers. The respondents were characterised by an average age of 40-49, an average income of 20.000-39.000 € and they tend to be highly educated. Most of them were eating organic foods prior to joining the CSA, grew up on farm or had a familiy vegetable garden or a home garden at the time of the survey. The percentage of vegetarians is quite high. Important reasons members expressed were to purchase organic, healthy and local produce. Environmental, social, ideological and political attributes also play a major role. The involvement of the respondents in farm acitvities is high. Most appeared to be generally satisfied, satisfaction is very high regarding freshness, quality and quantity of the products. The lowest ranking aspects were variety, communication and community activities. Most respondents said they would return to CSA next season. Nearly three quarter of the respondents think there are not enough sources of information about CSA in Germany. They wish for general information in media, especially in newspapers and the internet. A Homepage should content actual information of the farms, general information about CSA, a seasonal calendar, information about storage and preparing foods, an option to search CSA farms nearby and information about events. Less important aspects for the respondents were communication boards.
Although CSA is not the quick answer to all problems of the food system, it definitel offers a needed alternative for consumers. Providing fresh, local, and organically grown produce, a connection to where food is grown and education about agricultural and environmetal issues are important and nessary services for those seeking options in today’s food system. The implementation of the concept for an internet based platform would be the first step towards a further promotion of this alternative food system.

EPrint Type:Thesis
Keywords:Community Supported Agriculture, CSA, Community Supported Farms, Community Shared Agriculture, producer-consumer networks, alternative food systems, local food systems, Wirtschaftsgemeinschaften, Selbstversorgergemeinschaften, Germany
Subjects: Food systems > Community development
Food systems > Community development > Networks and ownership
Research affiliation: Germany > Other organizations
Deposited By: Stöwer, Lene
ID Code:18198
Deposited On:15 Feb 2011 15:49
Last Modified:15 Feb 2011 15:49
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Additional Publishing Information:Masterarbeit vorgelegt dem Prüfungsausschuss des Studienganges Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft an der Fachhochschule Münster

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