home    about    browse    search    latest    help 
Login | Create Account

Mischkulturenanbauversuche: Resultate 2009 (Propro-Projekt: „Entwicklung von Alternativen zu importiertem Soja“)

Clerc, Maurice; Dierauer, Hansueli and Böhler, Daniel (2009) Mischkulturenanbauversuche: Resultate 2009 (Propro-Projekt: „Entwicklung von Alternativen zu importiertem Soja“). Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) CH-5070 Frick.

[img]
Preview
PDF
1411Kb

Summary

Die Tierhaltung (inkl. Biotierhaltung) importiert grosse Kraftfuttermengen zur Produktion von Eiern und Schweinefleisch. Rund die Hälfte davon sind importierte Proteine wie Soja. Im Biosektor beträgt der Anteil an einheimischen Körnerleguminosen wie Eiweisserbsen und Ackerbohnen zirka 3 % des Imports. Die Abhängigkeit vom Ausland ist entsprechend problematisch. Verschiedene Bemühungen laufen, den Biosoja aus benachbarten Ländern statt aus China und Brasilien zu importieren. Die kleinen in Baden-Württemberg und dem Elsass produzierten Mengen werden vor Ort gebraucht. Italien als grösster potentieller Biosojaproduzent ist ebenfalls ausverkauft. Biosoja ist in Europa Mangelware. Anstelle von Soja könnte auf der Alpennordseite die Produktion von Eiweisserbsen und Ackerbohnen ausgedehnt werden. Die Produktion von Soja auf der Alpennordseite ist aufgrund der Frühjahrskälte und der fehlenden Wärme im Spätsommer problematisch. Neuere Züchtungen aus der Schweiz und Österreich sind zwar frühreif und in milden Lagen in der Schweiz lassen sich damit durchaus gute Erträge erzielen, trotzdem bleibt ein hohes Anbaurisiko. Bei ungünstigen Startbedingungen im Frühjahr keimt das an unser Klima angepasste Unkraut zuerst und überholt Soja im Wachstum. Die Kulturpflanze wird oft so stark konkurrenziert, dass sie zuwenig Licht und Wasser hat. Ein sauberes Sojafeld bedingt auch heute noch viel Handarbeit. Bei der Abreife ziehen sich die Blätter langsam zurück und beschatten den Boden nur noch spärlich. Dadurch können sich wärmeliebende Sommerkeimer wie Hirsen und Amaranth ausbreiten und das Feld überwuchern. Diese Unkräuter behindern dann die Ernte und durch ihre Beschattung auch die Abreife. Daraus ergibt sich ein geringerer Ertrag und eine mindere Qualität.
Eine Möglichkeit diese Situation zu verbessern wäre der vermehrte Anbau von Eiweisserbsen und Ackerbohnen in der Schweiz. Die Verarbeiter können sich insbesondere die Eiweisserbse als Sojaersatz vorstellen. Diese ist in der Aminosäurezusammensetzung der Soja am nächsten. Die Ackerbohne ist weniger beliebt. Im Vergleich zu Soja sind Eiweisserbsen und Ackerbohnen einheimische Kulturpflanzen, die besser an unser Klima angepasst sind. Eiweisserbsen wachsen im Frühjahr schneller als Soja, decken den Boden besser, bei der Abreife wird das Unkraut aber auch oft zu einem Problem. Oft lagern die Erbsen vor der Ernte, sodass sie nicht mehr mit dem Mähdrescher geerntet werden. In einzelnen Jahren können auch Blattläuse problematisch werden.
Eine Lösung, um die erwähnten Anbauschwierigkeiten bei den Körnerleguminosen in den Griff zu bekommen und damit deren Anteil im Bioackerbau wesentlich zu steigern, ist der Mischfruchtanbau. Er hat in letzter Zeit in Europa wiederum an Interesse gewonnen, auf Stufe Forschung (siehe www.intercrop.dk oder www.mischfruchtanbau.de) wie auch in der Praxis (berühmt ist der Kramerbräuhof in Pfaffenhofen, Deutschland). Der Mischfruchtanbau ergibt eine bessere Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unkräutern und eine bessere Erntbarkeit und damit einen höheren Ertrag. Auch gegenüber Blattläusen könnte er toleranter sein.
Das Ziel unserer Versuche besteht darin, die Kenntnisse über den Mischfruchtanbau unter Biobedingungen aufzuarbeiten und für die Landwirte attraktiver zu machen. Die Hauptfrage ist die richtigen Mischungspartner im richtigen Mischverhältnis zusammenzubringen. Die Proteinproduktion steht eindeutig im Vordergrunde, das Getreide hat vorwiegend Stützfunktion. In den Versuchen wird die Konkurrenzkraft der Mischkultur gegenüber der Reinkultur bonitiert, der Ertrag gemessen und der Aufwand für die Ernte festgehalten. Die ausführliche Beschreibung dieses Projektes ist im Projektantrag vom 18.03.2008 unter dem Titel „ Entwicklung von alternativen zu importiertem Soja“ publiziert worden.
Abgesehen von den Exaktversuchen von Agroscope ACW Changins auf konventionellen Parzellen wurden bisher keine Versuche mit Herbstsaaten von Mischkulturen in der Schweiz durchgeführt.


EPrint Type:Report
Keywords:Beratung Schweiz, Advice, Mischkulturen, ökologischer Pflanzenbau, Körnerleguminosen, Soja, Propro-Projekt, einheimische Eiweißquellen, Tierfütterung
Subjects: Crop husbandry > Crop combinations and interactions
Animal husbandry > Feeding and growth
Knowledge management > Education, extension and communication
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Advisory Service
Related Links:http://www.fibl.org, http://www.fibl.org/de/schweiz/kommunikation-beratung/beratung-bildung.html
Deposited By: Clerc, Maurice
ID Code:17050
Deposited On:06 May 2010 10:24
Last Modified:06 May 2010 10:24
Document Language:German - Deutsch
Status:Unpublished
Refereed:Not peer-reviewed
Additional Publishing Information:(Propro-Projekt: „Entwicklung von Alternativen zu importiertem Soja“)

Repository Staff Only: item control page