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Töten männlicher Legeküken Situationsanalyse Schweiz 2004

Hirt, Helen (2004) Töten männlicher Legeküken Situationsanalyse Schweiz 2004. FiBL-Bericht. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) CH-Frick.

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Summary

In der Schweiz werden jährlich rund 2.3 Millionen Legeküken produziert. Das heisst auch, dass rund 2.3 Millionen männliche Küken der Legelinien getötet werden, da sie sich weder als Zucht- noch als Masttiere wirtschaftlich eignen. In Deutschland sind es jährlich ca. 25 Millionen und in Europa ca. 400 Millionen Küken die getötet werden. Aus ethischer Sicht ist dies eine unnötige Zerstörung von Leben.
Die Einführung der ersten Bio-Brüterei in der Schweiz war Anlass die aktuelle Situation zum Töten der männlichen Legeküken in den Schweizer Brütereien zu erfassen und die Probleme so wie mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen.
Mit einer Literaturrecherche wurde der aktuelle Stand der Forschung aufgenommen. Eine Umfrage bei den Schweizer Brütereien erfasste die angewandten Methoden, den Stand und die Bedürfnisse der Praxis. Als Ergänzung wurden diverse Fachleute im In- und Ausland zu ihrem Stand des Wissens und ihrer Meinung befragt. Aus diesen Informationen wurde der notwendige Handlungsbedarf abgeleitet.
Das Begasen mit grösseren Kohlendioxid-Konzentrationen ist wegen der zu beobachtenden aversiven Reaktionen der Küken sehr umstritten. In der praktischen Durchführung werden zudem Mängel festgestellt, die behoben werden müssten. Dabei müssten die Gaskonzentration, insbesondere der Restsauerstoff, die Beschichtung der Tiere, die Gasführung, die Expositionsdauer etc. genau definiert und kontrolliert werden. Wenn Küken bei der Begasung mit Kohlendioxid nach Luft ringen, werden sie offenbar nicht ummittelbar betäubt. Es müsste abgeklärt werden, wie diesbezüglich die Situation in der Schweiz genau ist.
Die Tötung mit Argon wird aus Tierschutzsicht zwar als beste Methode genannt, vom Hersteller solcher Tötungsanlagen wird jedoch vom Einsatz von Argon abgeraten, da unsachgemässer Argoneinsatz für das Personal gesundheitsschädigend sein kann. Es müssten daher die genauen Vor- und Nachteile von Argon- oder anderen Edelgasmischungen im Vergleich zur in der Schweiz üblichen Kohlendioxid-Begasung verglichen werden.
Eine mögliche Tötung über den Impfapparat sollte ebenfalls abgeklärt werden.
Unvollständig geschlüpfte Küken müssten unbedingt mit dem Homogenisator getötet werden.
Auf Gesetzesebene ist die Betäubungspflicht für das Töten von Eintagesküken explizit zu fordern.
Zudem wäre es sinnvoll, analog zu den Richtlinien über das fachgerechte und tierschutzkonforme Töten von Versuchstieren, die wichtigsten Tötungsmethoden für Eintagesküken zu definieren.
Für die Praxis sollten die bestmöglichen Methoden, die Handhabung der Anlagen sowie die Kontrolle des Tötungsverlaufes zusammen mit Fachleuten als Standard definiert werden. Ein solcher Standard hat sich für Grossbritannien bewährt. Ideal wäre es, wenn auch die Beseitigung und Verwertung der aussortierten Eintagsküken geregelt werden könnte. Der Standard sollte zumindest in Biobrütereien als verbindlich angewandt, bzw. für alle Brütereien als Empfehlung verbreitet werden.
Die eben genannten Punkte sollen in einem Folgeprojekt umgesetzt werden.


EPrint Type:Report
Keywords:Biogeflügelhaltung, Kükentöten, männliche Legeküken, Bio-Brüterei, Begasen, Kohlendioxid, Argon, Edelgasmischungen, Homogenisator, Eintagsküken
Subjects: Animal husbandry > Production systems > Poultry
Research affiliation: Switzerland > FiBL - Research Institute of Organic Agriculture Switzerland > Animal Husbandry and Breeding
Related Links:http://www.fibl.org, http://www.fibl.org/forschung/tierzucht/biogefluegelhaltung/kueken.php, http://orgprints.org/6486/
Deposited By: Hirt, Helen
ID Code:14779
Deposited On:23 Oct 2008
Last Modified:12 Apr 2010 07:38
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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