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Rotkleegras im Organischen Landbau: Einfluß von Arten- und Sortenwahl auf Ertrag und Futterqualität

Haas, Guido and Schlonski, Anja (2003) Rotkleegras im Organischen Landbau: Einfluß von Arten- und Sortenwahl auf Ertrag und Futterqualität. Schriftenreihe Lehr- und Forschungs¬schwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft, Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn, no. 109. Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft, Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn (www.usl.uni-bonn.de).

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Summary

Im Organischen Landbau ist die Stickstoffixierungsleistung des Rotklees eine wesentliche Zielgröße beim Anbau von Rotkleegrasgemengen. Eine aus Gründen der Futterqualität vorgegebene Zielgröße von 50% - 70% Grasanteil steht dem entgegen. Es sind die Leistung des Rotklees nicht beeinträchtigende Grasanteile anzustreben. Den optimalen Grasanteil gilt es in Abhängigkeit von der Grasart für die Anbauziele im Organischen Landbau zu definieren. Er dürfte bei etwa 20% - 30% liegen.
Im Gemenge mit Rotklee kommt dem Gras zum Zwecke der Verfütterung und Silierung eine die Qualität ausgleichende bzw. aufwertende Funktion zu. Dies beinhaltet u.a. die Absenkung der hohen Pufferkapazität Rotklees und die Anhebung der geringen Gehalte an wasserlöslichen Kohlenhydraten/Zucker des Rotklees im Gemenge. Diese laboranalytisch zu ermittelnden Parameter geben Hinweise auf die Siliereignung. Die Verfütterung von Silage stellt den Hauptverwendungszweck dar. Dabei wird der "Aufwertungseffekt" der Gras¬fraktion art- und sortenspezifisch differenziert zu beurteilen sein. Im Rahmen dieses Projektes wurden die Massen- und Stickstoffertragseffekte unterschiedlicher Gemenge in Abhängigkeit von Grasart und Grassorte untersucht.
Eine mit Einschränkung gute Gemengeeignung wiesen aus der Gruppe der Weidelgräser in den eigenen Untersuchungen die Welschen und Bastard-Weidelgräser sowie der Wiesenschweidel auf. Hauptnachteil war aber die zu schnelle bzw. die bis zur Ernte zu weit fortgeschrittene Entwicklung dieser Gräser. Die aus den Entwicklungsstadien zur Ernte ableitbaren Futterqualitäten dürften gemindert sein. Bei geringeren Grasanteilen kommt dem Aufwertungseffekt aber eine entscheidende Bedeutung zu. Das "ideale" Gras dürfte ein spätes, im ersten Aufwuchs konkurrenzschwächeres, in den Folgeaufwüchsen nicht zu stark in der Ertragsleistung abfallendes Weidelgras sein. Dies müßte hinsichtlich einer langsameren Entwicklung mit bspw. entsprechenden Artkreuzungen züchterisch zu erreichen sein. Im Rahmen von Forschungsprojekte sollte die genetisch vorhandene und züchterisch gestaltbare Variabilität später konkurrenzfähiger Typen untersuchen.
Die in den eigenen Versuchen im Vergleich zum 1. Aufwuchs in den Folgeaufwüchsen festgestellten geringeren Graserträge könnten auch durch die in den Folgeaufwüchsen geringere Verfügbarkeit von Stickstoff im Boden bedingt sein. Im 1. Aufwuchs sind die Gräser noch konkurrenzstärker. Dies dürfte auf die bei Gramineen höhere Wurzeldichte und das bei kühlen Temperaturen vor Winter länger anhaltende und nach Winter früher ein¬setzende Wachstum zurückzuführen sein. Im Boden vorhandener Nitratstickstoff steht zur Verfügung, wahrscheinlich auch aus vor Winter abgestorbener Rotkleesproß- und Wurzel¬masse mineralisiert. Demgegenüber ist in den Folgeaufwüchsen der Rotklee konkurrenzstärker. Rotkleebiomasse dürfte in der Vegetationszeit im Wesentlichen nur direkt nach der Ernte (Stoppel- und Erntereste sowie Wurzeln) absterben und mineralisieren. Die Nitrataufnahme aus dem Boden wird anschließend auch durch den Rotklee in Konkurrenz zum Gras erfolgen.
Stickstoffeffizienz wird deshalb für in den Folgeaufwüchsen konkurrenzstärkere Gräser ein wesentliches Selektionsmerkmal bei der Züchtung und Selektion geeigneter Sorten für Rotkleegrasgemenge sein, um gleichbleibende Graserträge und damit -anteile realisieren zu können.


EPrint Type:Report
Keywords:Rotklee, Klee, Gras, Rotkleegras, Arten, Sorten, Gemenge, Mischung, Saatmischung, Kleeanteil, Grasanteil, Futterbau, Futterqualität, Stickstofffixierung,
Subjects: Crop husbandry > Production systems > Pasture and forage crops
Crop husbandry > Breeding, genetics and propagation
Animal husbandry > Feeding and growth
Research affiliation: Germany > University of Gießen > Institute of Agronomy and Plant Breeding II
Related Links:http://www.agrarhaas.de/4.html
Deposited By: Haas, Dr. Guido
ID Code:13943
Deposited On:08 Sep 2008
Last Modified:12 Apr 2010 07:37
Document Language:German - Deutsch
Status:Published
Refereed:Not peer-reviewed

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