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Impacts of banning protoplast fusion on the range of varieties available for organic arable cropping and vegetable production - Auswirkungen des Verbots der Protoplastenfusion auf das Sortenspektrum im ökologischen Acker- und Gemüsebau

Billmann, Bettina (2008) Impacts of banning protoplast fusion on the range of varieties available for organic arable cropping and vegetable production - Auswirkungen des Verbots der Protoplastenfusion auf das Sortenspektrum im ökologischen Acker- und Gemüsebau. FiBL-Report. Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, CH-Frick. [ Unveröffentlicht, ]

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Kurzfassung

The use of protoplast fusion (PF) in plant breeding was often discussed between stakeholders of organic agriculture. The main criticism was the combination of genetic material under circumstances, which naturally do not exist.
The results of a literature research and expert interviews summarize the scientific and legal state of affairs in Europe and provide a basis for decision-making of standard setting bodies.

Englische Kurzfassung

Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Was ist Protoplastenfusion (PF)?
Verschmelzung zweier zellwandloser Zellen mit oder ohne Zellkern im vegetativen Zustand mit Hilfe von chemischen oder elektrischen Impulsen. Aus technischer Sicht wird diese Methode nicht unmittelbar der Gentechnik zugeordnet, da die Neukombination von Erbanlagen nicht auf DNA-Ebene stattfindet.
Wo wird Protoplastenfusion angewendet?
In der Praxis wird die PF zurzeit nur zur Einkreuzung der cytoplasmatisch männlichen Sterilität (CMS) für die Hybridzucht bei Arten eingesetzt, wo diese nicht natürlich vorkommt. Verwendung findet die Technik bei Kohlarten, bei der Treibzichorie und in näherer Zukunft wahrscheinlich auch beim Raps. Bei allen anderen Arten mit Hybridsorten spielt diese Technik keine Rolle (Na-türlich vorkommende CMS: Karotten, Zwiebeln, Lauch; „Manuelle Kastration“: Tomaten, Gur-ken; Selbstinkompatibilitätssystem: Kohlarten ohne CMS). Geforscht wird auch an der Einkreu-zung von Resistenzen aus Wildarten bei Kartoffeln und Sonnenblumen. In der Praxis werden bis jetzt nur bei einigen Kohlarten Sorten eingesetzt, die auf Protoplastenfusion basieren.
Wo liegt das Problem und warum steht es jetzt zur Diskussion?
Für viele kommt die Protoplastenfusion der Technik der Genmanipulation sehr nahe. Kritisiert werden vor allem die Umgehung der generativen Phase in der Vererbung und die Neukombina-tion von Zellplasma, die in der Natur nur innerhalb einer Pflanze stattfindet. Die Bioverbände Demeter International, Naturland (D) und Gäa-Nordwest (D) haben Sorten, die auf der Grundla-ge von Protoplastenfusion gezüchtet wurden, verboten.
Wer wäre vom Verbot der Protoplastenfusion betroffen?
Ein vollständiges Verbot hätte vor allem für ökologische Kohlproduzenten Auswirkungen auf die Rentabilität der Kulturen (insbesondere Blumenkohl und Broccoli), die Saatgutverfügbarkeit und den Zugang zu Zuchterfolgen.
Welche Empfehlungen ergeben sich aus den Recherchen?
Nach den gültigen gesetzlichen Regelungen ist die Protoplastenfusion dann keine Genmanipu-lation, wenn sie bei Pflanzenzellen stattfindet und eine Neukombination der Erbanlagen auch auf natürlichem Wege möglich wäre. Die oben erwähnten Kohlarten wurden nach den vorliegenden Recherchen demnach nicht gentechnisch erzeugt. Mit Ausnahme dieser Kohlarten ist grundsätzlich die Anzahl an weiterentwicklungsfähigen PF-freien Sorten bei den modernen Kul-turpflanzen noch ausreichend, so dass sich der Öko-Sektor wahrscheinlich auch weiterhin mit guten Sorten auf aktuellem Züchtungsniveau versorgen könnte. Diese Chance sollte genutzt werden und den Züchtern Anreize für die weitere züchterische Bearbeitung PF-freier Sorten gegeben werden. Für den Bioanbau wird daher empfohlen, die Chance auf Weiterentwicklung herkömmlicher Sorten so weit wie möglich zu nutzen und die Protoplastenfusion als Methode der Neukombination von Erbanlagen grundsätzlich als unerwünscht zu erklären. Ein Verbot wird allerdings aufgrund der relativ geringen Bedeutung der Protoplastenfusion als Zuchtmethode und der ökonomischen Folgen, die die Überwachung mit sich bringen würde, nicht als sinnvoll erachtet. Den Kohl-Produzenten wird empfohlen, sich an einer jährlich aktualisierten Negativlis-te des Demeter-Verbandes Deutschland zu orientieren und freiwillig auf den Einsatz von CMS-Sorten zu verzichten.

Art des Eintrags:Bericht
Themengebiete:Pflanzenbau > Kulturarten > Gemüse
Tierhaltung > Züchtung und Genetik
Land/Organisation/Projekt: Schweiz > FiBL > Anbautechnik Pflanzenbau > Gemüse/Zierpflanzen
Weiterführende Links:http://www.coop.ch/naturaplan-fonds/default-de.htm, http://www.fibl.org/forschung/bodenwissenschaften/biosaatgut/index.php
Eingestellt von:Billmann, Bettina
ID-Code:13573
Eingestellt am:13 Jun 2008
Letzte Änderung:20 Aug 2009 16:39
Dokumentensprache:Englisch
Veröffentlichungsstatus:Unveröffentlicht
Status wissenschaftlicher Begutachtung:Nicht wissenschaftlich begutachtet
Ergänzende Informationen:Report as part of the COOP project on
“Safeguarding organic seed and planting material –
Impulses for organic plant breeding”
Module 1.3
Written by Bettina Billmann
in co-operation with Christine Arncken, Martin Koller, Bernadette Oehen
and Andreas Thommen

Einstellende Person und Archivverwaltung: Kontrollseite des Eintrags